Mark of the Ninja

Immer wieder versuchen Videospiele wie Assassin´s Creed oder Call of Duty interaktive Filme zu sein. Es werden Spannungsbögen verwendet und der Spieler genau dort hin gelenkt, wo ihn die Entwickler haben wollen. Als Student der Gamestudies fängt man an diesem Punkt an, den Finger zu erheben und zu argumentieren: die besten Spiele sind Systeme und keine Tunnel, durch die man hindurch gejagt wird! Mark of the Ninja weiterlesen

Finding Emo

Sichtlich genervt von der Unterwasserwelt und seinen Mitfischen will Emo eigentlich nur eines: Sterben. Moment… war das nicht ein Disneyfilm? Allerdings, es „war“ einmal… jetzt kann man unter dem Titel „Finding Emo“ (Findet Emo)  eine erstklassige Parodie des Disney-Originals sehen.  Das Abschlussprojekt von Tim Hommer bietet dabei alles, was ein guter Film braucht: Vom Drehbuch angefangen, über die Sprecher bis hin zum technischen Detail!

Während Emo leidenschaftlich der Aufgabe nachgeht, sich selbst das Leben zu nehmen, muss er sich mit einigen der skurrilsten Gestalten seiner flüssigen Umwelt auseinandersetzen: Nervige Nachbarn mit zu lauter Musik, völlig überdrehte Labertaschen, die einfach nie den Mund halten können, die fischige Inkarnation der jüngeren deutschen Geschichte, die Emo überreden möchte, sich ihrem Kampf anzuschließen. Um es kurz zu machen: Emo’s Life Sucks!!! „Finding Emo“ weiterlesen

Kaugummi #11: Im Format 01110111 01110111 01110111

Das obige Format gibt natürlich kein tatsächliches Bildverhältnis oder eine andere elementare Maßeinheit wieder – dennoch lässt sich anhand dieses Binärcodes eine Gattung von kreativen Medienprodukten umreißen, die über ähnliche Spezifika oder Produktionsbedingungen verfügen. Übersetzten ließe sich der Code mit den Buchstaben www und so folgt mit dem folgenden Zeilen nach gerade beendigter Berlinale ein Hinweis auf ein anderes berliner Festival, das sich (zugegebenermaßen in kleinerem Ausmaß) die Präsentation von existenziell mit dem Internet verbundenen Filmchen zur Aufgabe gemacht hat.

„Kaugummi #11: Im Format 01110111 01110111 01110111“ weiterlesen

Kaugummi #5: Von Puppenspieler bis Poet

Fernab jedes Bachelor-Studiums, in anderen Sphären bewegt sich ein Mann, der in der dieswöchigen Kaugummi-Rubrik vorgestellt werden soll. Ein Autodidakt, dessen Werke eine Öffentlichkeit weit über YouTube hinaus verdienen.

Nicht einfach ein Nerd, der schlichtweg zu viel Zeit vor dem Computer verbringt und irgendwelche Animationen zusammenschustert, sondern jemand, der mit präzisem Blick und Gefühl kleine Bilderwelten erzählt, die originell und liebevoll zugleich sind. Kein Kaugummi, mehr ein Château le Puy 2003.

Hier also, für alle die seine Filme noch nicht kennen, ein Medley und erster Eindruck vom Oeuvre des franko-kanadischen Filmemachers Patrick Boivin.

„Kaugummi #5: Von Puppenspieler bis Poet“ weiterlesen

Wie man das Rad (neu) erfindet und das Feuer nicht ausgeht

Zum Start dieser neuen Rubrik wurde in einem Kommentar die Kritik laut, dass hiermit die eigentlichen, ja die relevanten Artikel nur länger auf sich warten lassen und oh, ein seriöserer Blog damit in weite Ferne rückt. Nun, für all jene, die Seriosität und Biederkeit für ihre Lebensaufgabe erachten, kann ich nur hoffen, dass ihnen zu Weihnachten – als Ausgleich für das wohlgesittete politische Gewissen – ein Jahresabo der FAZ beschert wurde.

Was aber wirklich hinter jedem Artikel stecken sollte, hinter jedem Ding steht und das Material von Qualität ist, ist die Idee. Eine Anleitung zur Ideenfindung gibt das folgende Video und empfiehlt dabei in Zeiten einer anonymisierten Netzkultur geradezu klassische Handlungsmuster. Schließlich schwor schon Nietzsche darauf, dass Gedanken vor allem im Gehen, d.h. mit der Bewegung kommen…

„Wie man das Rad (neu) erfindet und das Feuer nicht ausgeht“ weiterlesen

Was Mark Medlock mit der Produktionsgesellschaft El Niño zu tun hat

Gar nichts. Und das ist auch gut so. Die Produktionsgesellschaft El Niño, über die man im Netz nicht wirklich mehr erfährt, als dass unter ihrer Flagge Regisseure und andere Kreative Musikvideos, Werbespots und alle im Zeitalter des Web 2.0 neu entstandenen Formate erschaffen, ist einen Inspiration bringenden Blick wert. Denn das von ihr betreute Werk ist weit origineller und innovativer als Yachten vor Mallorca und Performances vor weißem Hintergrund. „Was Mark Medlock mit der Produktionsgesellschaft El Niño zu tun hat“ weiterlesen

17. Internationales Trickfilmfestival Stuttgart

Ein subjektiver Festivalbericht.

Als ich am Dienstag die U-Bahn-Station Schlossplatz in Stuttgart verlasse, regnet es in Ströhmen. Wie praktisch! Denn bei diesem Sauwetter muss ich mich vor niemandem großartig rechtfertigen, warum ich lieber acht Stunden am Tag in den abgedunkelten Sälen der beiden Kinos gleich nebenan sitze, statt unter der Jubiläumssäule im Gras zu liegen, wie es die Einheimischen und Tourist_Innen sonst im Mai tun. In diesen Kinos findet nämlich zum 17. mal das internationale Trickfilmfestival statt. Ich bin zum dritten mal in Folge dabei. Und so fällt mir auch gleich ein kleiner Unterschied zu den letzten Jahren auf: Im Café Schlossblick, das den Gästen für die Zeit des Festivals zur Verfügung steht, gibt es diesmal keinen Promo-Kühlschrank, der mit dem neuesten trendigen Bionade-Klon zur Selbstbedienung gefüllt ist, sondern nur Apfelsaft und Mineralwasser in kleinen Plastikflaschen. Muss wohl an der Wirtschaftskrise liegen. Oder an den animierten Figuren Äffle und Pferdle, einer Art schwäbischer Mainzelmännchen, die gesponsort von einem lokalen Mineralwasserproduzenten ihren 50. Geburtstag auf dem Festival feiern. Ok, das ist auf den ersten Blick nur ein vernachlässigbares Detail. Aber wo, wenn nicht hier kommen so viele detailverliebte Menschen zusammen? Der Animationsfilm ist ja schließlich die Kunst der kleinen Unterschiede. Die Eingeweihten denken in Frames, den einzelnen Filmbidern. Sie sind sozusagen die Atome, die kleinsten Elemente jedes Films. Die kaum wahrnehmbaren Unterschiede, die zwischen ihnen statt finden, werden schließlich in der Wahrnehmung zu Bewegung. So müssen sich die Animator_Innen mit wichtigen Kleinigkeiten beschäftigen, z.B. damit wie viele Frames diese oder jene Bewegung dauern darf und wo und in welchem Takt die KeyFrames, die wichtigen Stellen, gesetzt werden sollen. Und so kann es leicht passieren, dass man/frau/sonstige sich in einem Wald von Details verliert.

„17. Internationales Trickfilmfestival Stuttgart“ weiterlesen