Kaugummi #20: Google sieht alles – sogar Kunst

9 Eyes ist der Name des Tumblr-Blogs vom nordamerikanischen Künstler Jon Rafman. 9 Eyes – ein Auge für jede Kamera, die auf dem Kameraturm der unverwechselbaren Google Autos nicht nur Karten, sondern auch Abbilder unserer Wirklichkeit produzieren. Die von Jon Rafman aus Google Street View gesammelten Aufnahmen legen dabei wie Gemälde gerade Letzteres frei. Postkartenmotive, Skurriles, Alltägliches, Schicksale, Abgründe – Momentaufnahmen, die gefühlt so niemals ein Fotograf hätte einfangen können. Ein lustiges, ungewöhnliches bis fast mystisches Panorama aus dem Leben, wie man es in der Kunst kaum finden kann und wie man es von automatisch gemachten Aufnahmen eines Kartendienstes nicht … Kaugummi #20: Google sieht alles – sogar Kunst weiterlesen

Für alle, die nicht nur irgendwas mit Medien studieren

Falls so mancher davon schon über andere Kanäle erfahren hat, nehme er dies als Beleg für die Ernsthaftigkeit des Appells. Dina Foxx braucht immer noch Hilfe! Hilfe nicht durch das bloße Drücken der Fernbedienung oder der Play-Taste des Media-Players, sondern Hilfe im Sinne aktiver Teilnahme. Es gilt Rätsel zu lösen in bester Adventure-Manier, Websites und Social-Media-Profile zu durchforsten. Alles, damit im Laufe der nächsten zwei Wochen der wahre Mörder entlarvt werden kann und die Welt als netter Nebeneffekt zugleich ein bisschen aufgeklärter wird in Sachen des persönlichen Datenschutzes. Nutzt die Chance und bedankt euch mit fleißigen Klicks und Posts beim ZDF, denn diesmal wurden die Gebühren (auch) für euch ausgegeben! „Für alle, die nicht nur irgendwas mit Medien studieren“ weiterlesen

Wo die Spiegelreflex noch Fotokamera sein darf und Farbe nicht nur Facebook, Coca Cola oder Apple bedeutet

Ja, ja, es war einmal… bevor der digitale Meteorit einschlug und den Elfenbeinturm der Kunst mit sich zu Boden riss… als aus den Trümmern das Corporate Design emporstieg und zur Geißel unseres Alltags wurde, als jeder Filmemacher wurde – und niemand mehr Künstler?

Aber so schlimm oder wehmütig muss das alles natürlich gar nicht gesehen werden, denn Fotos können auch weiterhin mit Spiegelreflexkameras geschossen werden und die Möglichkeit des Filmens schafft gerade für kleinere Budgets neue künstlerische Perspektiven. Ebenso birgt die digitale Nachbearbeitung oder gar Neuschöpfung von Fotos und Designs im weitesten Sinn Potential für kreative Höchstleistungen. Was letzten Endes davon dann Kunst ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Was aber zumindest nicht weit davon entfernt steht, kann im nachfolgenden Link in Augenschein genommen werden. „Wo die Spiegelreflex noch Fotokamera sein darf und Farbe nicht nur Facebook, Coca Cola oder Apple bedeutet“ weiterlesen

Kaugummi #12: Bayreuth und die Bronx

Wem vielleicht immer schon ein wenig die Wehmut plagte, dass Bayreuth keine Großstadt, kein Zentrum ist, dem kann mit diesem Bericht womöglich geholfen werden. Denn Bayreuth und die Region Oberfranken sind sehr wohl auch jenseits der Wochen im Juli und August ein innerdeutsches Zentrum. Nicht nur Wagner hat hier sein Zuhause, sondern es scheint, als seien Bayreuth und Umgebung fast ebenso berühmt als überregionale Hochburg für den Konsum und den Umschlag von Crystal Meth. „Kaugummi #12: Bayreuth und die Bronx“ weiterlesen

Kaugummi #11: Im Format 01110111 01110111 01110111

Das obige Format gibt natürlich kein tatsächliches Bildverhältnis oder eine andere elementare Maßeinheit wieder – dennoch lässt sich anhand dieses Binärcodes eine Gattung von kreativen Medienprodukten umreißen, die über ähnliche Spezifika oder Produktionsbedingungen verfügen. Übersetzten ließe sich der Code mit den Buchstaben www und so folgt mit dem folgenden Zeilen nach gerade beendigter Berlinale ein Hinweis auf ein anderes berliner Festival, das sich (zugegebenermaßen in kleinerem Ausmaß) die Präsentation von existenziell mit dem Internet verbundenen Filmchen zur Aufgabe gemacht hat.

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Kaugummi #7: Am Anfang war das Wort

Und das Wort hieß: „Action“. Oder „Bitte“, wie es hierzulande vielleicht eher üblich ist. Natürlich beginnt der Prozess des Filmemachens schon lange vor diesen fast mystischen Klängen.

Aber wie bitte schafft man eine Einleitung, die gleichermaßen auf das handgemachte Filmemachen (im Gegensatz zur an dieser Stelle schon des Öfteren präsentierten Digitalität in der Herstellung und als Teil der Ästhetik) sowie auf eine der Geburtsstätten der Kinofaszination unserer Generation verweist? Ein Blick auf den Beginn der Ära Martin Scorsese.

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Kaugummi #5: Von Puppenspieler bis Poet

Fernab jedes Bachelor-Studiums, in anderen Sphären bewegt sich ein Mann, der in der dieswöchigen Kaugummi-Rubrik vorgestellt werden soll. Ein Autodidakt, dessen Werke eine Öffentlichkeit weit über YouTube hinaus verdienen.

Nicht einfach ein Nerd, der schlichtweg zu viel Zeit vor dem Computer verbringt und irgendwelche Animationen zusammenschustert, sondern jemand, der mit präzisem Blick und Gefühl kleine Bilderwelten erzählt, die originell und liebevoll zugleich sind. Kein Kaugummi, mehr ein Château le Puy 2003.

Hier also, für alle die seine Filme noch nicht kennen, ein Medley und erster Eindruck vom Oeuvre des franko-kanadischen Filmemachers Patrick Boivin.

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Wie man das Rad (neu) erfindet und das Feuer nicht ausgeht

Zum Start dieser neuen Rubrik wurde in einem Kommentar die Kritik laut, dass hiermit die eigentlichen, ja die relevanten Artikel nur länger auf sich warten lassen und oh, ein seriöserer Blog damit in weite Ferne rückt. Nun, für all jene, die Seriosität und Biederkeit für ihre Lebensaufgabe erachten, kann ich nur hoffen, dass ihnen zu Weihnachten – als Ausgleich für das wohlgesittete politische Gewissen – ein Jahresabo der FAZ beschert wurde.

Was aber wirklich hinter jedem Artikel stecken sollte, hinter jedem Ding steht und das Material von Qualität ist, ist die Idee. Eine Anleitung zur Ideenfindung gibt das folgende Video und empfiehlt dabei in Zeiten einer anonymisierten Netzkultur geradezu klassische Handlungsmuster. Schließlich schwor schon Nietzsche darauf, dass Gedanken vor allem im Gehen, d.h. mit der Bewegung kommen…

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Die Zukunft von ernst gemeintem Fernsehen(?)

Der Spartensender für das anspruchsvollere junge Publikum ZDF Neo zeigt die erste eigenproduzierte Serie, die zugleich als Webformat konzipiert ist.

Ein Experiment namens „Die Snobs – Sie können auch ohne dich“.


Also, den Titel besagter neuer Serie sollte der durchschnittliche Medienkonsument auf jeden Fall schon einmal gehört haben. Denn „Die Snobs“ ist die Serie bei dessen Dreharbeiten sich Collien Fernandez und Christian Ulmen vor nicht allzu langer Zeit kennen und lieben gelernt haben. Vom großen Medienereignis ‚ungewöhnliches VIP-Paar‘ nun zur eigentlich interessanten Begebenheit dahinter… „Die Zukunft von ernst gemeintem Fernsehen(?)“ weiterlesen

Was Mark Medlock mit der Produktionsgesellschaft El Niño zu tun hat

Gar nichts. Und das ist auch gut so. Die Produktionsgesellschaft El Niño, über die man im Netz nicht wirklich mehr erfährt, als dass unter ihrer Flagge Regisseure und andere Kreative Musikvideos, Werbespots und alle im Zeitalter des Web 2.0 neu entstandenen Formate erschaffen, ist einen Inspiration bringenden Blick wert. Denn das von ihr betreute Werk ist weit origineller und innovativer als Yachten vor Mallorca und Performances vor weißem Hintergrund. „Was Mark Medlock mit der Produktionsgesellschaft El Niño zu tun hat“ weiterlesen

Eine Kultur, die sich selbst in den A**** fickt

…oder warum Rammsteins Pussy-Video ehrlicher ist als Lady Gagas Telephone-Filmchen

Vor ein paar Monaten, da gab es noch so einen minimalen Skandal um das neue Rammstein-Video „Pussy“ von Regisseur Jonas Åkerlund, das fortan in einer stark geschnittenen Version schnell an Bedeutung verlor. (Für alle, die nicht regelmäßig RTL2-News schauen, hier noch mal kurz der Inhalt: Zu vergleichsweise sehr poppigen Klängen und dem Liedtext „You’ve got a pussy, I have a dick, so where’s the problem?“ führten die Bandmitglieder in bester Porno-Film-Manier den Beischlaf durch, mit Fokus auf der Penetration, also dem im Land des senkrechten Lächelns geführten „Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr“.)

Dieser Tage nun ist ein neuneinhalb minütiger Film mit musicalartig eingeschobenen Abschnitten des Songs Telephone von Lady Gaga veröffentlicht worden. Ebenfalls unter der Regie von Jonas Åkerlund. Angesichts des betriebenen Aufwands und der erzielten Aufmerksamkeit in der Medienlandschaft das momentane Maß der Dinge…

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