Atmen

Klein, österreichisch, stark.

Romans Leben ist bestimmt durch den Tod. Wegen Totschlag sitzt er in der Jugendstrafanstalt, als Bewährungsauflage wählt er einen Job bei einem Bestattungsunternehmen und das titelgebende Moment ist sein Trauma des Erstickens. Klingt tragisch, ist es Dank der zurückgenommenen Inszenierung und dem wunderbar trockenen österreichischen Humor (der dem englischen näher scheint als dem deutschen) aber überhaupt nicht. Denn Karl MarkovicsAtmen macht all das richtig, was so viele pseudo-sozialrealistischen Dramen aus Deutschland falsch machen. Durch seine behutsame Stilisierung transzendiert der Film seine sorgfältig recherchierte Thematik und liefert seine Charaktere nicht den durch fake-dokumentarische Bilder provozierten, mitleidig-voyeuristischen Blicken der Zuschauer aus. Atmen will nicht glauben machen, dass man wirklich in ein fremdes Milieu eintauchen kann. Denn es gibt kein „wirklich“, nur den Film. Er zeigt und lässt beobachten, erzwingt jedoch keine perverse Partizipation. „Atmen“ weiterlesen