Yes

Die Filmemacherin Sally Potter begibt sich mit ihrem poetischen Drama auf Neuland, wenn auch der Plot ein altbekannter zu sein scheint: Mann begehrt verheiratete Frau.

„Er“ (Simon Abkarian) und „Sie“ (Joan Allen) begegnen sich in einem Restaurant, wo sie mit ihrem Mann (Sam Neill), einem untreuen Politiker, zu einem Empfang eingeladen ist. Während ihr Mann flirtet und den Trubel sichtlich genießt, fühlt sie sich immer unbehaglicher, verlässt den Raum und trifft dann im Flur auf ihn. Er arbeitet als Kellner und Koch in dem Restaurant.

Er: Als Frau, so ganz allein. Ich würde niemals…

Sie: Niemals was? „Yes“ weiterlesen

Vom Wunsch nach absoluter Perfektion

Der brillante Regisseur Thomas (Vincent Cassel) sucht für seine innovative Schwanensee Inszenierung eine neue „Swan Queen“, die sowohl den weißen als auch den schwarzen Schwan tanzen soll. Mit diesem Stück möchte das New Yorker Ballett die Saison eröffnen.

Zunächst entschied sich Thomas gegen die ehrgeizige Nina (Natalie Portman), gab ihr dann allerdings doch die Rolle. Doch schnell wird klar, dass Nina dieser Herausforderung nicht gewachsen ist. Zum einen kann sich die nach Perfektion strebende Tänzerin nur schwer gehen lassen, was Thomas in den Proben jedoch fortwährend von ihr fordert,  zum Anderen ist sie dadurch auch zu unerotisch und unattraktiv für die Rolle des „Black Swan“. „Vom Wunsch nach absoluter Perfektion“ weiterlesen

Endstation „Bachelor of Arts“

Der Bachelorstudiengang „Theater & Medien“ wird in Bayreuth in Kombination mit einem Nebenfach angeboten, so dass man als Student des Studienganges gleich in drei unterschiedliche Gebiete schnuppern kann. Das kann von Vorteil sein aber auch zum Nachteil werden, denn immerhin kann ein breites Spektrum auch verunsichern. Nicht selten bleibt nach dem Studium die Frage offen: Wie geht es jetzt weiter?

Bei der Entscheidungsfindung kann auch der  Blick zu den Alumni helfen. Wir stellen euch in mehreren Artikeln  einige spannende Lebenswege vor. Eine der ersten Bachelorabsolventinnen des Studienganges Theater und Medien ist Jasmin Srouji, die ihren Bachelor 2008 absolvierte.

KW: Bereits an der Universität Bayreuth hast du dich im Bereich TV engagiert. Welchen Einfluss hatte das für deinen weiteren Lebensweg? „Endstation „Bachelor of Arts““ weiterlesen

Retro: Konsole ausgepackt und zurück auf dem Bildschirm

Bereits zum zweiten Mal lud die Angewandte Medienwissenschaft zum Spielabend; diesmal unter dem Motto „Retro“. Dabei zog es vorangig die jungen Spielliebhaber am letzten Vorlesungsmontag vor den Ferien an den Geschwister-Scholl-Platz.

So kurz vor Weihnachten einen Spieleabend veranstalten – kommt da jemand, bei dem Wetter und dem üblichen Weihnachtsstress? Ja. Denn die eingefleischten Spieler lassen sich von solchen Nebensächlichkeiten wohl kaum abhalten. Pünktlich um 18 Uhr standen die ersten Fans auf der Matte und ließen sich auch nicht lange bitten. Einer, der es kaum erwarten konnte seinen Gegnern zu zeigen, wo es lang geht, ist Martin Hagler. „Retro: Konsole ausgepackt und zurück auf dem Bildschirm“ weiterlesen

Das nagende Verlangen nach beständigem Erfolg

Am 7. Dezember wirbelt der amerikanische Spielehersteller Blizzard wieder ordentlich Wind auf: pünktlich zur Weihnachtszeit stürmt das Unternehmen mit der dritten Erweiterung von „World of Warcraft“ – „Cataclysm“ (dt.: Verheerung) – den Computerspielemarkt. Dem einen oder anderen wird es beim Blick auf die Tastatur wieder in den Fingern jucken. Zeit, sich über das erfolgreichste Online Rollenspiel Gedanken zu machen.

Kaum ein Medium ist so umstritten wie Computerspiele. Zum einen im August 2008 in die Sektion „Film und Audiovisuelle Medien“ des Kulturrats aufgenommen, werden Computerspiele auf der anderen Seite als gewaltverherrlichend und suchtgefährdend beschrieben. Die Spieler selber lassen sich durch die negativen Meldungen in der Presse nicht verstimmen. Die Mitgliederzahlen des größten Online Rollenspiels „World of Warcraft“ – kurz „WoW“ – steigen weltweit stetig. Das zweite Addon „Wrath of the Lich King“, das am 13. November 2008 erschienen ist, gilt als das am schnellsten verkaufte PC Spiel weltweit. In den ersten 24 Stunden gingen mehr als 2,8 Millionen Einheiten über den Ladentisch. „Das nagende Verlangen nach beständigem Erfolg“ weiterlesen

Die gekaufte Meinung – äh, pardon – die selbstgemachte.

Wie lange wollen sich die Italiener das noch bieten lassen? Ihr Ministerpräsident fällt immer wieder durch Negativschlagzeilen auf, die TAZ charakterisiert ihn als „notorisch antikommunistisch, rassistisch und mit einer Neigung zu minderjährigen Frauen“, um nur ein Medienecho zu nennen. Doch was passiert? Nichts. Von Rücktritt keine Spur. Mitte Dezember könnte sich für den Medienhai alles ändern. Mal wieder.

Ministerpräsident Berlusconi scheint stets auf alles eine Antwort zu haben. Gegen seinen Bestechungsvorwurf ließ er sich ein Gesetz einfallen, das ihm Immunität durch das Parlament zusicherte. Weiterhin entwarf der Ministerpräsident ein Gesetz, das eine Höchstdauer von Verfahren vorsah, sodass er nicht vor Gericht zu erscheinen brauchte. Doch beides befand das Oberste Gericht für nicht verfassungsgemäß.

Wenn Gesetzgebungen nicht helfen, dann gibt Medienmogul Berlusconi gerne auch der Presse die Schuld. „Die gekaufte Meinung – äh, pardon – die selbstgemachte.“ weiterlesen

Wunden der Kindheit

Children – in den Motiven plakativ und durchschaubar; unterstrichen durch die Musik beinahe banal, doch dank der Tänzer großartig und unglaublich ergreifend!

Kaum betritt Louis Lecavalier die Bühne, unterbricht ein Stroboskopeffekt, noch bevor man die Tänzerin erfassen kann, die Beobachtungen. Dazu schallt ein hoher bedrängender Ton aus den Boxen. Hektisch bewegt sich Lecavalier im grellen schwarz-weiß Licht, gebückt auf allen Vieren, durch den Raum. Plötzlich ändert sich die Licht- und Klangsituation. Das Licht wird wärmer, die Person erkennbar, doch der Stroboskopeffekt bleibt.

Aus der Kindheitserinnerung mit hinaus genommen, wird der Effekt nun durch den zweiten Tänzer, der mit einer Kamera in der Hand die Bühne betritt, durch das fotografieren produziert. Die Kamera ist auf Lecavalier gerichtet. Langsam läuft Patrick Lamothe auf sie zu. Fortwährend drückt er den Auslöser. „Wunden der Kindheit“ weiterlesen

Was ist schön?

Mit dieser Frage wird der Besucher der Sonderausstellung im Dresdner Hygienemuseum konfrontiert, wobei die Antwort dem Besucher selbst überlassen wird. Doch schnell wird klar, dass sich diese Frage nicht so leicht beantworten lässt.

Bereits im ersten Raum der Ausstellung wird der Besucher auf die Probe gestellt, indem die Fotografen mit den gängigen Vorstellungen von Schönheit spielen. Der Blick wird direkt auf die Portraits berühmter Hollywoodgrößen gelenkt, die jedoch nicht wie gewohnt bildhübsch inszeniert sind. Der Fotograf Martin Schoeller zeigt unter anderem George Clooney und Maryl Streep in extremer Nahsicht. Sie sind grell ausgeleuchtet, ihre Gesichter wirken müde und schlaff. „Was ist schön?“ weiterlesen

Serienformate auf der Kinoleinwand – Kann das gut gehen?

„Oh Ja – meine Lieblingsserie wird verfilmt“, dachte ich, als “Sex and the City” im Kino anlief. Eine Woche nach dem Kinostart fiel es mir noch immer schwer den SATC-Schock zu überwinden. Konnte ich es bei der ersten Kinoverfilmung noch kaum erwarten binnen kürzester Zeit erneut ins Kino zu rennen, um abermals diese wunderschönen Brautkleider, das übertriebene Styling und die völlig überdrehten Stars der Serie auf der riesigen Leinwand zu bewundern, so konnte mich nun auch keine Käse-Nacho Packung for free dazu bringen diesen Schund noch mal zu sehen. Was haben sich die Produzenten (Eric M. Cyphers, Michael Patrick King, John P. Melfi, Sarah Jessica Parker, Darren Star), Drehbuchautoren (Michael Patrick King, Darren Star) und der Regisseur (Michael Patrick King) nur dabei gedacht? „Serienformate auf der Kinoleinwand – Kann das gut gehen?“ weiterlesen

Gründgens spricht

War Gründgens ein rücksichtsloser Karrierist, der im Nationalsozialismus seine Chance ergriff oder ein Unpolitischer, der mittels seiner Position Lücken im System suchte, um Künstlern und Verbündeten zu helfen?

Ein virtuelles Gespräch mit der Schauspiellegende Gustaf Gründgens

KW: Herr Gründgens, welche Stellung hatten das Theater und die Künstler Anfang der dreißiger und welche Entwicklung konnten Sie in der Zeit des NS-Regimes beobachten?

„Gründgens spricht“ weiterlesen

„Theater und Medien“ – Nur eine verheißungsvolle Studienbezeichnung?

Als „Theater und Medien“-Student der Uni Bayreuth wird man im Laufe des Studiums immer wieder unweigerlich mit der Frage konfrontiert: Theater und Medien – Wie passt das eigentlich zusammen? Wo gibt es die Schnittmengen in Lehre, Forschung und Praxis? Eine Antwort zu finden ist nicht so leicht. Ganz im Gegenteil.

Trotz des vielversprechenden Titels „Theater und Medien“ bleibt bei mir die Frage nach dem UND bestehen. Wo genau findet denn dieser Austausch statt? Was verspricht sich der Studiengang „Theater und Medien“ von sich? Möchte man Theater und Medien überhaupt verbinden? Oder gönnen wir uns noch mal drei Jahre intensiver Suche nach den eigenen Stärken, um herauszufinden, ob wir nun mehr Theater oder mehr Medien sind? Denn nur die wenigsten wagen sich an eine Verbindung beider Elemente …

Doch woran liegt diese Unsicherheit unserem eigenen Studium gegenüber? An den Studieninhalten, den vermeintlichen Brücken, den Studenten, den mageren außeruniversitären Angeboten?

Ein Erklärungsversuch: „„Theater und Medien“ – Nur eine verheißungsvolle Studienbezeichnung?“ weiterlesen

Warum ist der Mensch?

Der Frage nach dem Menschensein geht Georg Büchner in seinem „Woyzeck“ nach. Und auch Miriam Locher stellt diese elementare Frage in den Mittelpunkt ihrer multimedialen Theaterinszenierung „Woyzeck – Entfremdet“.

Sich als Student an Klassiker wie „Woyzeck“ zu wagen mag für den einen anmaßend, für den anderen mutig sein. Immerhin setzt eine Interpretation des Stückes stets ein gewisses Verständnis voraus, das man den jungen Studenten nur selten zugestehen möchte. Um so logischer scheint es, das Stück neu zu interpretieren, was Miriam Locher tut.

Für „Woyzeck – entfremdet“ erstellt die Regisseurin eine eigene Textfassung, sodass am Ende noch 25 Minuten übrig bleiben. Neben einer erfrischend kurzen Textfassung trumpft Miriam Locher mit einem weiteren Highlight auf: sie verwendet nicht nur auf konventionelle Art und Weise Medien in ihrem Theaterstück, sie verbindet das Stück sogar im wörtlichen Sinne mit einem Computer.

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Individuelle Klanggestaltung leicht gemacht!

Stellen Sie sich vor, Sie könnten ihre Umwelt einfangen und in Echtzeit musikalisch umsetzen. Sie könnten das Zwitschern der Vögel einfangen, das Knarren der Tür beliebig wiederholen oder auch das Bremsen des Zuges digitalisieren und durch Effekte variieren.


Möglich ist dies dank des reaktiven Musikprogramms, das ein völlig neues Hörerlebnis verspricht. Denn RjDj reagiert auf Bewegung und Geräusche, die über Sensoren und das Mikrofon eingefangen und anschließend analysiert und wiedergegeben werden können. Die Art der Wiedergabe wird in diesem Fall vom Benutzer gesteuert. „Die Umwelt wird wiederholt und gelooped und irgendwie auf schräge Art und Weise durch den akustischen, Signal verarbeitenden Super-Fleischwolf gejagt“, beschreibt der Entwickler Frank Barknecht. Das Handy wird zum ultimativen Unterhaltungsmedium, denn die akustischen Signale können nun mittels der Scenes verändert werden. Man wählt einen belieben Effekt aus und kann somit kinderleicht eine eigene Geräuschkulisse erzeugen. Und schon ist der Spieltrieb geweckt! Das endlos wirkende Warten an einem gottverlassenen Dorfbahnhof kann nun zum Highlight werden. Die Schritte bekommen einen Hall und das Tippen des Fußes ein Echo. Nichts klingt mehr wie vorher. Die Welt wirkt wie eine sich niemals ausschöpfende endlose akustische Spielwiese.

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