Die Kunst des Kommerzes – Die Kurzfilmperlen I’M HERE und THE GIFT übersteigen ihre kommerzielle Herkunft

Es besteht eine nicht zu leugnende Interdependanz zwischen Kunst und Kommerz. Kunst kostet für Konsument und Produzent gleichermaßen. Dalí hat sich und seine Werke profitorientiert vermarktet, Warhol die Kunst als Ware inszeniert. Doch diese Prinzipien lassen sich natürlich nicht nur in der Bildenden Kunst finden. James Cameron hat mit AVATAR erst kürzlich in einem bisher unbekannten Ausmaß demonstriert, wie sehr auch der Film Ware sein kann. Nicht dass das notwendig gewesen wäre. Immerhin hat das Kino v. a. durch Hollywoods Blockbuster schon immer latent das Image des geldgesteuerten Massenmediums inne. Da möchte man den Film gleich als seelenloses Monstrum denunzieren, das mit riesigen Dollarzeichen in den weit aufgerissenen Augen seine eigenen Kinder frisst. Doch dem Kommerz kann auch eine kreative Kraft innewohnen, wie die beiden Kurzfilme I’M HERE von Spike Jonze und THE GIFT von Carl Erik Rinsch eindrucksvoll beweisen. Mag nicht mehr ganz aktuell sein, was in Zeiten des hyperaktiven Internets sicherlich etwas peinlich ist, aber die Filme sind dennoch eine weitere Erwähnung wert.

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Runter mit den Strumpfhosen!

Wie der neue Robin-Hood-Film versucht den Mythos besser auszuleuchten

Was war er denn nun? Selbstverliebte Grinse-Tucke in Strumpfhöschen wie im Eroll-Flynn-Streifen „Robin Hood, König der Vagabunden“ von 1938? Oder eher ein Fuchs? Oder aber smarter Samariter und Negerfreund wie von Kevin Costner 1991 verkörpert? Oder doch wieder mit zarter Nylonummantelung nur zwei Jahre später, dann gänzlich von Mel Brooks verballhornt? Fragen, die im Raum stehen bleiben müssen, da die Existenz eines historischen Robin Hoods nicht belegt werden kann. Fakt ist, dass der Mythos im letzten Jahrhundert zu Dutzenden durch Filmfabriken gejagt und verwurstet wurde, was nicht immer Feinkost auf die Theke brachte. Nun versucht der neue Film von „Alien“-Regisseur Ridley Scott, der als Eröffnungsfilm beim Filmfestival von Cannes am 12. Mai sein Debüt gab, die Vorgeschichte zur Story des Königs der Diebe zu erzählen. Dabei präsentiert sich der Film eher als grobe, aber gute Hausmacherleberwurst als eine aalglatte Hollywood-Reste-Schlachtplatte.

Robin Longstride (Scott-Film-Dauergast Russell Crowe) befindet sich als Söldner im Heer von Richard Löwenherz, das sich auf dem Heimweg vom Kreuzzug durch Frankreich plündert. Als der König bei der letzten Belagerung stirbt, überbringt Robin dem tyrannischen Prinz John die Krone, der bald rebellischen Baronen aus dem Norden gegenübersteht. Doch alle müssen vereint werden, wenn das Königreich den drohenden Gegenschlag Frankreichs abwehren will…

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