Dark Souls: Ein Rückblick

Am 28. März erschien der „Ringed City Dlc“ für Dark Souls III. Hierbei handelt es sich um die voraussichtlich letzte Erweiterung der Reihe. Grund genug, um diese Spielereihe Revue passieren zu lassen. Was macht sie eigentlich zu dem Phänomen, das sie ist?

Der Schwierigkeitsgrad

Der Schwierigkeitsgrad ist in den meisten Fällen das Erste, an was man denkt, wenn man Dark Souls im Kopf hat. Oft wird es als eines der schwierigsten Spiele aller Zeiten gehandelt. Hiermit wird dem Franchise meiner Meinung nach Unrecht getan. Zwar ist es wahr, dass es einen hohen Schwierigkeitsgrad besitzt, jedoch wird viel zu selten erwähnt, dass das Spiel dem Spieler auch sehr viele Möglichkeiten gibt diesen selbst zu regulieren. Nicht etwa über eine plumpe Einstellung, die zu Beginn des Spiels eingestellt werden kann, sondern über Entscheidungen, die der Spieler aktiv treffen kann. Lasse ich mir von anderen Spielern helfen? Farme ich bis ich overlevelt bin? Benutze ich Abkürzungen um Gebiete zu überspringen? Bekämpfe ich Gegner, oder renne ich einfach an ihnen vorbei?

Ein weiterer Vorwurf, den man des öfteren zu hören bekommt, ist, dass Dark Souls unfair wäre. Dies ist ein Vorwurf, den ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Das Spiel erklärt dem Spieler zu Beginn alles, was er wissen muss. Es liegt in der Verantwortung des Spielers das (hoffentlich) Gelernte anzuwenden und umzusetzen. Jede Falle lässt sich anhand von Merkmalen der Umwelt erkennen. Der Spieler ist es zu Beginn nur nicht gewohnt auf solche Merkmale achten zu müssen.

Der Lernprozess

Wie bereits im letzten Punkt angesprochen: Der erste Playthrough eines solchen Spieles ist ein stetiger Lernprozess. Wo könnten sich Gegner verstecken, wann kann ich sie angreifen, wann sollte ich blocken und wann sollte ich rollen? Hat man erst mal einige Stunden in der Spielwelt verbracht beginnt man erste Regeln und Systeme zu erkennen. So werden Ecken und Kanten zu potentiellen Verstecken für Gegner, Gruppierungen von Gegnern zu dem Versuch diese einzeln zu bekämpfen, Truhen zu vermeintlichen Todesfallen und riesige Gegner wirken im Vergleich zu kleinen nahezu lachhaft.

Die Bosse

Neben dem Schwierigkeitsgrad ist dieser Punkt wohl mit am meisten für den Bekanntheitsgrad dieser Reihe verantwortlich. Dies sollte nicht weiter verwunderlich sein, schließlich sind diese eng miteinander verknüpft. Auf Mechaniken wie „schlage den Boss drei mal an Punkt X um zu gewinnen“ oder „lasse ihn gegen eine Wand rennen damit er seine Schwachstelle zeigt wird bis auf einige Ausnahmen (bei denen es sich wenig überraschend um die meiner Meinung nach schlechtesten Bosse handelt) verzichtet. Die Schwierigkeit besteht also nicht darin die Mechanik der Bosse zu verstehen, sondern viel eher darin in jeder Situation zu wissen, wie man sich verhalten sollte. Die Bosse stellen meistens ein buchstäblich großes Highlight der Spiele da und schaffen es immer wieder den Puls in unermessliche Höhen zu treiben. Das Gefühl einen Boss nach etlichen Versuchen besiegt zu haben ist nahezu unbeschreiblich.

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Das Ressourcenmanagement

Es gibt nicht gerade viele Ressourcen, die man in Dark Souls managen muss. Um genau zu sein sind es drei: Seelen, Estus-Flakons und das jeweilige Item, das das Beitreten zum „Multiplayer“ ermöglicht und (in jedem Teil unterschiedliche) Vorteile mit sich bringt. Seelen sind eure Universalwährung. Ihr benutzt sie sowohl um zu leveln, als auch um Gegenstände zu kaufen. Stirbt man, so verliert man sie und hat nur eine letzte Chance, sie am Ort seines Ablebens wieder aufzusammeln. Einerseits zwingt einen diese Mechanik regelmäßig dazu sich zu fragen, ob man das Risiko eingehen will weiterzugehen, andererseits treibt es den Spieler dazu an bei jedem Versuch ein bisschen besser zu werden. Diese Dynamik profitiert von der Knappheit der Heiltränke. Überlegungen wie „Heile ich mich jetzt und verwende den Trank vorzeitig, oder lasse ich mich lieber noch einmal treffen, sodass ich das komplette Potential des Trankes ausschöpfen kann?“ stehen an der Tagesordnung. Und dann wäre da noch die Glaubensfrage, was mit der dritten Ressource anzustellen ist. Benutzt man sie, um sich Hilfe von anderen Spieler zu holen, oder nutzt man sie lieber um dem jeweiligen Vorteil auszunutzen? Und in welchen Situationen sollte man das eigentlich tun?

Der Sound

Die Welt dieser Spielereihe ist für gewöhnlich sehr ruhig. Alles was man hören kann sind die eigenen Schritte, Geräusche die Gegner von sich geben und gelegentlich ein Dialog mit einem NPC.

Sobald Musik ertönt weiß man: Entweder ich befinde mich in einem Bosskampf, oder aber im Startgebiet des Spiels. Statt auf Quantität wurde hier auf Qualität geachtet. Spontan fällt mir kein Stück ein, dass ich als mittelmäßig betiteln würde. Die Stücke decken eine Bandbreite von ruhig, über episch bishin zu tief traurig ab.

Die Story

Die Story dieser Spiele lässt sich ein wenig mit einem Puzzle vergleichen. Zu Beginn hat man ein Startteil bzw. eine Cutscene und den Rest muss man sich selbst zusammensetzen. Hierbei helfen vor allen Dingen kryptische Dialoge mit NPC’s, Itembeschreibungen und das Aussehen von Gegner und der Welt. Obwohl die Story ein absolut episches Ausmaß besitzt beinhaltet sie auch einige unglaublich traurige Binnenhandlungen. Leider ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass man die Story in den ersten Playtroughs komplett verpasst, jedoch ziemlich groß.

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Die Welt

Das „Dark“ in Dark Souls steht dort nicht ohne Grund. Sowohl die Welten, als auch deren Atmosphären sind düster, depressiv und ein wenig melancholisch. Nahezu alle Lebewesen sehen entweder keinen Sinn mehr im Leben, oder aber sie werden diesen Punkt im Verlauf des Spiels erreichen. Lichtblicke gibt es zwar nur selten, diese stechen dafür aber um so mehr heraus. Über die Welten selbst sollte man auch einige Worte verlieren, denn sie bieten einige sehr kreative Szenarien und sind von Abkürzungen zwischen nicht direkt verknüpften Gebieten durchzogen.

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Der Multiplayer

Der Multiplayer lässt sich mit nichts vergleichen, was ich aus anderen Spielen kenne. Er ist kein ausgekoppelter Spielmodus, sondern viel eher in den Singleplayer eingebunden. In diesem Multiplayer kannst du andere Spieler zu Hilfe rufen, falls dir das Spiel zu schwer sein sollte, jedoch  können auch andere Spieler ungefragt deine Spielwelt betreten, um dich davon abzuhalten Fortschritte zu machen. Alternativ kannst du auch anderen Spielern helfen oder sie behindern. Auf dem Boden der Spielwelt findet man regelmäßig Botschaften, die andere Spieler hinterlassen haben um dir zu helfen, oder dich in die Irre zu führen. Stirbt ein anderer Spieler, so kannst du dir seinen Tod in deiner Spielwelt anschauen und so frühzeitig vor Gefahren gewarnt werden.

Das war mein persönlicher Rückblick auf das Dark Souls Franchise. Je mehr ich darüber nachdenke, desto trauriger werde ich, dass diese Spielreihe nun ein Ende gefunden hat. Falls du noch nie ein Spiel der Reihe gespielt hast, würde ich dir raten mit Teil 1 zu beginnen, danach Teil 3  und falls du dann immer noch nicht genug haben solltest auch noch Teil 2 zu spielen.

In diesem Sinne: Praise the Sun! \[T]/

Good bye then.
Be safe, friend.
Don’t you dare go Hollow.

– Laurentius of the Great Swamp

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