Kürze mich!

Wir schreiben das Jahr 2000 und die Schriftstellerin Judith Wilske wird gemaßregelt: ihr Werk „Mein erstes Shopping-Buch“ wird von der Bundesprüfstelle für Schriften (BpjS) indiziert und somit vollständig vom deutschen Markt genommen. Zu Recht! Aussagen wie „Lehne gebastelte Geschenke ab!“ verderben schließlich die Jugend. Da das Buch zu großen Teilen solche und noch extremere Regeln propagiert und schon in der Einleitung behauptet, dass es für Kinder ab 3 Jahren gedacht sei, ist selbstverständlich nicht davon auszugehen, dass es sich um ein satyrisches Werk handelt.

Zum Glück hat der Staat den verderblichen Inhalt des Buches rechtzeitig bemerkt, ansonsten weiß niemand, was für Auswirkungen es auf unsere Gesellschaft gehabt hätte. Vielleicht sollte man Kindern auch einfach verbieten, das Lesen zu lernen. „Kürze mich!“ weiterlesen

Arnie´ll be back

Man sieht ja viel im Kino … Gutes, Langweiliges, Lustiges, Bescheuertes, Spannendes und auch viel Scheiße. Arnold Schwarzenegger – jüngst noch 38. Gouverneur von Kalifornien – hat so einige Filme hinter sich, auf die wohl diese und viel mehr Attribute passen. „Herkules in New York“, „Conan der Barbar“, „Kindergarten Cop“, „Batman & Robin“, „Terminator“, „Predator“, jüngst „The Expendables“, um nur ein paar davon zu nennen. Trotzdem hat er alles in allem nur 43 Filme in seiner Karriere gemacht, bis er mit einer Steilkarriere in die amerikanische Politik einstieg. Für sein gutes Englisch war er nicht bekannt … aber welches Kino … Arnie´ll be back weiterlesen

Mash-up: Hitler und der Leasing-Vertrag

Der ehemalige Filmstudent Florian Wittmann unterlegte die Hitlerrede aus dem Berliner Sportpalast mit einem Ausschnitt aus „Hölle“ des Kabarettisten Gerhard Polt. Schon über 5 Jahre ist das Werk nun alt, aber das macht nichts: man kann es sich immer wieder ansehen. Warum das so gut funktioniert, versucht der Macher selbst im Fokus-Online-Interview zu erklären: „Ich glaube, es ist die Vermischung der Allerweltsbanalität „Leasing“ mit der Dämonie Hitlers. Die Klage des Kunden der Kfz-Firma Ismeier, der sich in Sachen Autofinanzierung übervorteilt sieht, hat mit der Hitler-Rede den Auftrittscharakter gemeinsam. Ton und Bild widersprechen sich, aber sie entsprechen sich auch.“ Ob Wittmann … Mash-up: Hitler und der Leasing-Vertrag weiterlesen

The Fighter

David O. Russell (I Heart Huckabees) wurde wieder auf die Bühne des Filmgeschäfts gerufen. Und das auf jeden Fall nicht unerfolgreich. Die geschätzten 25.000.000$ Budget hat er schon längst wieder um ein Vielfaches drin, zwei Oscars gingen an Christian Bale und Mellisa Leo, für fünf weitere war der Film nominiert (u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt).

Hauptdarsteller und Produzent Mark Wahlberg dürfte nicht unglücklich sein. Der Film wurde sogar als großes Schauspielkino und eine ausgefeilte Milieustudie angekündigt. Doch hält er auch das, was er verspricht?

Als großartige Milieustudie kann man „The Fighter“ zumindest nur schwer bezeichnen. Das hat Rocky für uns getan. Als psychologische Talfahrt in die innersten Winkel der selbstzerstörerischen Seele, die nach Ausgleich sucht, ebenso nicht. Das hätte Darren Aaronofsky sicher getan, der ursprünglich den Film hätte drehen sollen. Das wäre dann aber andererseits wohl nach „Black Swan“ „The Wrestler – Teil III“ geworden. „The Fighter“ weiterlesen

Walhalla Rising – DVD Review

Vom Sklaven zum Krieger, vom Krieger zum Gott, vom Gott zum Menschen. Einauge (Mads Mikkelsen) spricht nie ein Wort und redet doch. Keinen Kampf hat er verloren, doch Narben durchfurchen seinen Körper. Sein linkes Auge ist blind. Und niemand weiß, wo er herkam.

Regisseur Nicolas Winding Refn (Pusher, Bronson) beweist einmal mehr, zu was der europäische Film fähig ist. Und dass es dazu kein großes Budget braucht. Mit einer fesselnden Sogkraft bindet der Film das Auge an den Bildschirm und manifestiert sich in unbestimmbaren Gefühlen im Körper. „Walhalla Rising – DVD Review“ weiterlesen

Lachen oder Heulen?

forum.chip.de, 23.10.2002, PrinzPortugal:

also ich wünsche mir diesen Kühltower .der mit kompressor oder so arbeitete damit bekommt man den cpu unter 0° , das wäre hammer , was wünscht ihr euch zu weihnachten um euren Pc zu kühlen pder fürs modding

PrinzPortugal startet mit diesen Worten seinen Thread und spricht damit erstmals eine heikle Problematik an. Die Entscheidung, was für Kühler und PC-Hüllen man sich zu Weihnachten wünscht, fällt schließlich niemandem leicht.

Doch Hilfe naht, denn das Internet weiß alles – Schauen wir doch mal, was es noch für Probleme gibt.

Hit Nr.1 auf GoFeminin auf dem Thread: Bin Geliebte – schenke ich ihm was zu Weihnachten??

Gesendet am 11/12/05 um 22:08 von: geliebtejea „Lachen oder Heulen?“ weiterlesen

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Scott Pilgrim (Michael Cera), Bassist der Rock-Gruppe Sex-Bob-Omb, weiss nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Auch seine Freundinnen wechseln laufend. Das alles hat jedoch ein Ende, als er sich unsterblich in die mysteriöse Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) verliebt, deren Haare ständig in anderen trashigen Farben leuchten. Doch um ihr Herz zu gewinnen muss er sich erst ihren 7 teuflischen Ex-Lovern stellen.

Regisseur Edgar Wright, den mancher von Shaun of the dead und Hot Fuzz kennen wird, liefert mit Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt einen rasanten Streifen, der vor Innovation und Ideenreichtum geradezu sprüht. Nie wurde Pop- und Nerdkultur im Kino so gefeiert! Der Film schafft es bewegtes, lebendiges Comic zu sein, Abenteuer, Spass und Videospiel zugleich. Die große Rolle, die die Live-Musik spielt, darf man auch nicht vergessen. Und trotzdem ist er hinter all dem eindeutig ein einfacher, bezaubernder Liebesfilm. Ein verpöhntes Genremix, das jedoch bestens funktioniert. „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ weiterlesen

3D: Neue Technik, alter Schund

3D: die Zukunft des Kinos. Ein Rettungsanker, an den sich die Filmindustrie klammert. Doch was als eine absolute Neuerung erscheint, gibt es jetzt schon seit über 100 Jahren.

Früher floppte es, jetzt wird es als kommerzieller Durchschlag erwartet. Und dennoch kann man das 3D-Kino noch nicht allzu ernst nehmen.

Früher

Filme dreidimensional zu sehen, scheint eine Vision des 21. Jahrhunderts zu sein, doch schon 1903 experimentierten die Gebrüder Lumière mit 3D-Effekten für ihren Film L´arrivée d’un train en gare de la Ciotat. Knappe 20 Jahre später kam dann der erste dreidimensionale Langfilm The Power of Love in die Kinos.

Erst der 3D-Effekt, dann der Ton, dann die Farbe. Wer hätte das gedacht? „3D: Neue Technik, alter Schund“ weiterlesen

Robert Rodriguez: Bedhead

From Dusk Till Down, Sin City, Spy Kids und Planet Terror entstanden u.a. Robert Rodriguez Feder, seinem Auge, seinem Geist und seiner Schere. Buch, Kamera, Regie und Schnitt. Das Multitalent macht alles selbst. Nach eigener Aussage hat er das alles gelernt, indem er schlicht und einfach viel gezeichnet und gedreht hat. Beinahe 30 Kurzfilme machte er in jungen Jahren, und 1991 war es dann soweit: nach all den Hobby-Kurzfilmen auf Video sollte der nächste auf Band aufgenommen werden, um somit auf anerkannten Kurzfilmfestivals laufen zu können. 800 Dollar hat es gekostet, auf 16mm zu drehen – bitter verdientes Geld „as … Robert Rodriguez: Bedhead weiterlesen

INCEPTION – Im Kopfkino der Zukunft

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) dringt in einer Cyber-Welt in die Träume anderer ein, um dort im Unterbewusstsein gezielt Informationen zu klauen. Dafür braucht es einen Architekten, der den Traum baut und ein Subjekt, das es mit Projektionen bevölkert. Das Ziel darf dann nur nicht bemerken, dass es träumt. Cobbs Ziel ist es, sich die Rückkehr zu seinen Kindern erkaufen zu können, und deshalb nimmt er auch einen Auftrag der ganz bsonderen und vor allem gefährlichen Art an…

Inception – Facts

Genre: Action, Mystery, Sci-Fi, Thriller

Regie und Buch: Christopher Nolan

Darsteller: Leonardo DiCaprio, Ellen Page, Joseph Gordon-Levitt,  Michael Caine

FSK: 12 (Deutschland)

Länge: 148 Min

Das Inception-Browsergame: http://www.mind-crime.com/

Da der Film zu kontroversen Diskusionen anregt, haben wir uns entschlossen, 3 kurze Rezensionen verschiedener Autoren zu bringen anstatt eine lange:

„INCEPTION – Im Kopfkino der Zukunft“ weiterlesen

Es wird heiß: Aggregate

2. Juli 2010, KHG, 20:00.

Es ist bereits kurz vor acht, als die Tore zum Zuschauerraum geöffnet werden. In Reih und Glied tingelt das Publikum am Kartenabreißer vorbei, der zuvor schon an der Kasse gleich gegenüber saß und dieselben Karten unversehrt verteilte. Man nimmt Platz und langsam füllen sich die Reihen, bis keine Plätze mehr übrig sind, sich die Reihen aber immer noch füllen. Full House.

Dicht gedrängt sitzt man beinahe Arm in Arm und jegliche Zuluft wird verschlossen, bevor der erste Darsteller die Bühne betritt. Eines ist klar: es würde ein sehr schwüler Abend werden, zumal es einer jener Tage ist, an dem das Ozonloch ganz ganz groß erscheint.

Dass der Abend dann so heiß werden würde, ahnte wohl keiner.

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When in Rome – Fünf Männer sind vier zu viel

Manche Männer geben einfach nicht auf. Und wie die fünf Männer im Film der Protagonistin Beth (Kristen Bell) mit einer naiven Ausdauer hinterherdackeln, hält auch der Regisseur Mark Steven Johnson an seiner Arbeit im Filmgeschäft fest. Die Regiearbeit bei Daredevil und das Drehbuch zu Elektra – ohne Frage zwei Glanzstücke der Kinogeschichte – haben ihm anscheinend nicht gereicht.

When in Rome ist eine romantische Komödie mit übernatürlichen Einflüssen – ein interessantes Konzept, möchte man meinen, das durchaus funktionieren kann.

Tut es aber nicht.

Zum Inhalt: Beth (Kristen Bell) reist aus New York nach Rom, um die Hochzeit ihrer Schwester zu feiern. Dort nimmt sie fünf Münzen aus einem Liebesbrunnen und klaut somit die Liebe von den Männern, die sie dort reingeworfen haben. An einem von ihnen, Nick (Josh Duhamel), hat sie sogar wirklich Interesse. Aber kann eine Liebe, die auf einer Glücksmünze basiert, funktionieren …?

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Repo Men – eine gefährliche Gratwanderung

Eine Story, die auf einem Sciece Fiction Roman und einem Monthy Python-Sketch basiert, nach Hollywood aussieht und viele Anspielungen sowohl auf Blade Runner, Brazil als auch Equilibrium macht, gepaart mit Action und Blut. Wie mag so ein Film wohl aussehen?

Auf alle Fälle sehenswert.

Ein Mann namens Remy (Jude Law) tötet in einer heruntergekommenen Zukunft für eine kapitalistische, unmenschliche Firma, wird schließlich Opfer vom eigenen System, wandelt sich daraufhin und kommt in Konflikt mit seinem besten Feund und ehemaligen Kollegen (Forest Whitaker), der weiterhin von seinem Job als Repo Men überzeugt ist.

Die Repo Men treiben sozusagen Schulden ein – indem sie lebenden Menschen ihre künstlichen Organe, die sie nicht mehr bezahlen können, auf recht drastische Art und Weise wieder „rückübereignen“.

Klingt wie ein billiger Abklatsch von Blade Runner und x anderen Hollywood-Streifen. Und tatsächlich wird mehr als so manches Klischee erfüllt – z.T. auf plakativste Art und Weise –, erscheinen einige Dialoge mehr als nur abgedroschen und scheint der Film eine billige Moral vermitteln zu wollen.

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