Wie es zum Happy-Anstehing kam

Wenn Sie diesen Artikel lesen möchten, klicken sie bitte hier, anschließend öffnen Sie den Antrag auf den Erhalt der Berechtigung zum Lesen dieses Artikels. Wenn Sie das geschafft haben, geben Sie bitte ihr persönliches Passwort ein, welches Sie bekommen, indem Sie die letzte Transaktionsnummer auf Ihrer TAN-Liste rückwärts lesen und bis zur fünften Ziffer übernehmen. Nun können Sie den Antrag als pdf-Datei öffnen und ausdrucken. Damit gehen Sie bitte in die Studentenkanzlei, lassen sich den Antrag unterschreiben, dann können Sie … usw.

Wem diese Situation bekannt vorkommt, studiert sicherlich an der Universität Bayreuth und hat versucht, sich sowohl über die Internetseite zu informieren, als auch (wie gewagt!) wichtige Formalitäten über die höchst übersichtlich gestaltete Homepage zu erledigen.

Alles fing damit an, dass ich mich für einen Sprachkurs anmelden wollte. Als Ersti ist man da natürlich froh, wenn man nicht extra an die Uni muss, sondern fast alles über die Internetseite regeln kann. Endlich bei FlexNow angekommen, was sich auch als sehr verwirrend herausstellte, kam die bittere Erkenntnis: Um mich für einen Sprachkurs anzumelden, brauche ich eine TAN. Gut, dann also die TAN suchen. Da erst habe ich erkannt, dass ich wohl eine eigene E-Mail-Adresse besitze, die man auch auf der Uni-Seite finden kann. An diese bestimmte E-Mail-Adresse wird dann die TAN-Liste verschickt.

Selbst für mich ist das jetzt schon fast lächerlich einfach, aber es kann einen als Ersti anfangs wirklich verwirren. Jedenfalls ist die TAN-Liste natürlich mit einem Passwort verschlüsselt. Als ich dann auf der Internetseite gesucht habe, stieß ich auf folgende Information: „Um die TAN-Liste zu öffnen, brauchen Sie ein Passwort. Dieses finden Sie auf der Rückseite der Empfangsbestätigung der UBT-Campus-Card.“ Also alle Unterlagen rausgesucht. So fieberhaft habe ich schon lange nicht mehr gesucht, weil ich natürlich dachte, ich muss diesen wichtigen Zettel verlegt, aus Versehen weggeschmissen oder als Brotzeitpapier verwendet haben. Das einzige Passwort, das ich hatte, war die normale 13-stellige Zahlenschlange, die auf der letzten Seite der Immatrikulationsbestätigung stand. Aber laut Internet brauchte ich ja noch ein anderes. Es half alles nichts! Keine Empfangsbestätigung der UBT-Campus-Card in Sicht.

Am nächsten Morgen setzte ich mich in den Bus und fuhr zur Uni. Endlich angekommen, stellte ich mich bei der Ausgabe der Studentenausweise an, dort musste ich doch erfahren können, wo meine Empfangsbestätigung abgeblieben war. Nach einer halben Stunde kam ich endlich an die Reihe. Nachdem ich mein Problem geschildert hatte, wurde ich mit ratlosem Blick auf die Menschenansammlung vor der Studentenkanzlei verwiesen. Ich solle mich doch da mal anstellen, vielleicht wissen die ja mehr. Nach einer weiteren halben Stunde „Happy-Anstehing“ kam dann die freundliche Antwort: „Ach! Das steht da noch drin? Naja, das ist ja schon laaange veraltet, die Bestätigung gibt’s gar nicht mehr. Da muss man jetzt einfach nur sein Passwort auf der Immatrikulationsbestätigung angeben!“ Hätte ich dieses Passwort doch nur ausprobiert!

Na gut, wenn ich jetzt schon mal da war, hatte ich noch eine Frage zum Nebenfach Germanistik. Ich sag´ jetzt nur noch eines: HAPPY-Anstehing. Vor der Studenteninfo. Nachdem ich geschildert hatte, dass ich die Information, die ich suchte, nicht auf der Seite finden könne, klärte mich die nette Frau darüber auf, dass es doch ganz einfach sei, sich auf der Homepage zurechtzufinden. Mit nur um die 30 Klicks käme man doch zur gesuchten Info. Da jedoch eine der Verlinkungen zufällig an dem Tag wohl nicht funktionierte, konnte sie mir schließlich auch nicht mehr weiterhelfen und riet mir, mich woanders zu erkundigen. Auf die Frage, wo ich das denn tun solle sagte sie nur: „Geh doch einfach mal da hin, wo viele Germanisten sind, die können dir vielleicht helfen. Momentan weiß ich das leider auch nicht.“ Diesen Rat hielt ich für sehr waghalsig. Woher erkennt man denn eine Germanisten-Ansammlung? Hatte ich noch nicht den geschulten Studentenblick, der an bestimmten Körperhaltungen, Kleidungsstücken oder auch Haarfarben den Studiengang eines einzelnen erkennen konnte? Ich entschied mich, das Germanistikproblem beiseite zu schieben und stattdessen beim Sprachenzentrum noch etwas zum Sprachkurs zu fragen, was ich trotz guter Lektüre der Infoblätter auf der Uni-Seite noch nicht verstanden hatte. Doch welch ein Pech – ich hatte durch das lange Anstehen leider die Öffnungszeiten des Sprachenzentrums verpasst. Es war schon 11:15 Uhr!

Zum Schluss bleibt noch folgendes zu sagen: Nach erfolgtem Sprachtest war das FlexNow-Martyrium leider noch nicht vorbei. Man musste sich nämlich dann noch mal explizit über dieses System für den Kurs anmelden. Zufälligerweise war FlexNow dem Studentenansturm nicht gewachsen. Schließlich, als ich dann endlich auf die Seite zugreifen wollte, waren alle Kurse schon voll, bis auf einen.

Auch wenn sich das Ganze schon nach einigen Wochen Studium nicht mehr schlimm anhört bin ich mir sicher, dass sich der/die ein oder andere Leser/in irgendwann einmal ähnlich verloren gefühlt hat. Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.