Mein Jahresrückblick 2012 – Leo

Das ist mein medialer Jahresrückblick für das Jahr 2012. Auf meinem Passfoto kann man schon sehen, wie gerne ich schwimmen gehe, oder am – oder vor dem – Strand liege, um ein wenig zu schmökern.

Man kann die Welt ja nicht auf ihre Medien reduzieren, aber trotzdem spiegeln sie oft Entwicklungen wieder, die durchaus interessant sind. Zum Beispiel das Mohammedschmähvideo, das ich zwar nicht kenne, aber hierbei doch mal erwähnen will, wenn ich schonmal einen Jahresrückblick schreiben darf. Medien kosten Menschenleben. Das ist ein schöner Satz. Des weiteren haben sie für mich im letzten Jahr folgendes hervorgebracht:

Buch:

Da gibt es einen Kleinkünstler, der den Begriff Kleinkunst mal so richtig auslebt. Mark-Uwe Kling macht eigentlich niemals weltbewegend komische, oder wahnsinnig einfallsreiche Witze, ist aber erstaunlich hintersinnig und transportiert in seinen Geschichten immer eine angenehm ironische und satirisch etwas überhöhte Gesellschaftskritik. In seinem Buch „Das Känguru-Manifest“, das wahrscheinlich eh schon jeder kennt, erzählt er von seinem Zusammenleben mit einem Känguru, das einen Beutel hat, in den jeder erdenkliche Gegenstand Platz hat und das gut boxen kann. Klingt klischeeüberhäuft? Das ist bei diesem Buch Programm. Außerdem ist das Känguru Kommunist, Arbeitsverweigerer, latenter Schmarotzer und Gründer einer Terrorzelle. Was die vorher erwähnten Klischees durch viel Einfallsreichtum wieder aufhebt. Wirklich sehr lustig, und auch als noch witzigeres Hörbuch erhältlich. Und gefällt noch dazu fast jedem Menschen fast jeder Generation.

Kling erzählt in sehr kurzen Episoden von seinem Leben mit einem Känguru.

In diesem Rückblick taucht es vor allem deswegen auf, weil es gegenwärtige Entwicklungen auf sehr unterhaltsame Art hinterfragt, was meiner Meinung nach eine große Kunst ist.

Bewertung: 4/5

Film:

Um mit den gegenwärtigen Entwicklungen fortzufahren, hier mal eine wichtige Erkenntnis über den Zustand der Welt: Antonio Banderas ist alt geworden. Ich hätte ihn beinahe nicht mehr erkannt.

Sein gealterter, sehr eleganter Körper spielt in meinem absoluten Filmfavoriten mit. In Almodovárs „Die Haut in der ich wohne“ spielt er einen egomanen, leicht größenwahnsinnigen Schönheitschirurgen, dem es gelungen ist, menschliche Haut aus Stammzellen zu züchten. Diese Fähigkeit kommt ihm sehr gelegen, weil seine Frau und seine Tochter tot sind. Und wenn der geneigte Leser nun diese beiden, scheinbar unzusammenhängenden Informationen verbinden kann, kann er sich den Plot selbst zusammenreimen. Auf Selbiges wird hier nämlich verzichtet, weil eine Inhaltszusammenfassung den Spaß am Film verderben würde. Einfach ansehen und auf keinen Fall davor einen Trailer oder Kritiken durchlesen. Es rentiert sich auf jeden Fall. Vor allem wenn man almodovarsche Ausstattungsästhetik mag, ist der Film ein echter Knaller. Und wenn man sich noch nicht mit Almodovar beschäftigt hat, so wie ich auch, ist man nachher ein großer Fan von ihm. Kleine Randnotiz: Der Regisseur offenbart ein unglaubliches Talent darin, eine Nachfolgerin für die in seinen übrigen Filmen so gut wie immer präsente Penélope Cruz zu finden.

Bewertung: 5/5

Musik:

Musik ist generell schön. Deshalb empfehle ich allen Freunden und Freundesfreunden im Jahr 2013 viel Musik zu hören. Da es so unglaublich viel gute Musik gibt, will ich hier drei Interpreten herausgreifen. Der Erste ist eine Band namens „Get Well Soon“. Das neue, im Herbst erschienene Album „The Scarlet Beast O’seven Heads“ ist ein super alternatives, also unkategorisierbares Album, in dem der sehr virtuose Musiker Konstantin Gropper auf alte Westernthemen zurückgreift, die er mit seinem eher extrovertiert und modern wirkenden Gesang mischt. Für das Album hat er sich extra ein Orchester mit an Bord geholt. Man muss sich auf jeden Fall erstmal in die Musik reinhören, aber wenn man das erstmal getan hat, ist man sehr schnell begeistert von der Musik.

Bewertung: 4/5

Dann ist da noch ein der vorherigen Band sehr ähnliches Projekt namens „Beirut“. Die Band hieß übrigens schon vor dem syrischen Bürgerkrieg so. Sie heißt so, weil der Gründer der Band sehr viel in der Welt herumgereist ist und ihm diese Stadt wohl besonders gut gefiel. Das Genre der Musik könnte man noch am ehesten als Weltmusik bezeichnen. es mischen sich Einflüsse aus balkanesischer Volksmusik mit irgendetwas anderem. Ist auch eigentlich egal. Es spielen Tubas, Klarinetten, Percussions und  mit ganz viel Ukulele, die der Gründer und Sänger der Band, dessen Namen ich diesmal leider nicht weiß, selbst spielt. Er trällert immer in einer irgendwie melancholisch, selbstironisch, komischen Art und Weise irgendwelche Texte, die oft ziemlich schlicht gehalten sind, so dass man sie auch nach dem ersten Jahr Englischunterricht versteht. Das gestaltet sich aber überraschend nett und ist überhaupt nicht langweilig oder eintönig. Es passt gut zur Musik, finde ich.

Ach ja, genau. Ich wollte ja eigentlich ein Album vorstellen: Es heißt „The Rip Tide“, hat ein wirklich sehr schönes Cover, und ist 2011 erschienen. Passt also nicht ganz so perfekt in diesen Artikel, aber so viele aktuelle Musik kenne ich nicht. Wenn ich mich nicht irre, wurde dieses Album sogar mit dem New Yorker Philharmonieorchester eingespielt. Nicht schlecht oder? Und bloß nicht auf Youtube anhören, oder illegal herunterladen. Wer dem widerstrebt und sich meinem Befehl verweigert, fühle sich hiermit geächtet. (!) Die anderen Alben sind übrigens fast noch besser. Sie würden hier die Bewertung 5/5 bekommen.

Bewertung: 4/5

Um nicht ganz so anachronistisch zu wirken (und weil es mir wirklich ein Anliegen ist) stelle ich jetzt noch einen Minimaltechno-DJ vor, den ich, auch wenn ich kein eindeutiger Freund des gegenwärtigen Technokults bin, sehr gut und hörenswert finde. Außerdem will ich weiterhin von gegenwärtigen kulturellen Entwicklungen schreiben. Dahingehend ist ja die New-Wave-Techno-Bewegung sehr interessant. Ein meistens sehr fertiger, aber trotzdem kreativer, talentierter, aber auf irgendeine Weise verhinderter Musiker klemmt sich hinter den Computer und bastelt ohne ein einziges Instrument Musikstücke, in denen alle halben Minuten mal Glockenschläge oder Windböhen abgespielt werden. Dazu Bass im Viervierteltakt und die Leute findens voll geil. Naja, ganz so schlimm ist es ja nicht. Und im Fall von Arjuna Schiks, einem holländischen DJ, ist es auch wirklich… voll geil. Der arme Schlucker lädt seine Tracks sogar auf soundcloud hoch. Will also nicht mal Geld dafür. Hört euch das mal an und überzeugt euch davon, dass Minimaltechno sehr verspielt, vielseitig und trotzdem treibend und tanzbar sein kann. Vor allem für Freunde von Pantha du Prince, Marek Hemmann und booka shade.

Bewertung: 5/5 (also auf einer Skala, die nur das Genre Techno ins Auge fasst)

Spiel:

Da bin ich leider nicht so auf dem aktuellsten Stand. Ein gutes Brettspiel ist immer noch die Siedler von Catan und ein analoger Ersatz zu Tetris ist ein Spiel namens „Blokus“ (gibt es auch als Smartphone-App).

Sehr gute Konsolenspiele haben immer mit Fußball zu tun oder heißen GTA. Meiner Meinung nach jedenfalls.

Für eine Bewertung bin ich zu unbedarft.

Also Danke fürs Durchlesen des Artikels, das musste jetzt irgendwie mal raus. Folgt meinen Ratschlägen!

Ich jedenfalls bin jetzt gerade von der Grandiosität der gerade vorgestellten multimedialen Unterhaltungsarten sehr überzeugt und habe gerade beschlossen mir alle nochmal, auch 2013, zu Gemüte zu führen.

Ein schönes neues Jahr noch an alle Dispositiv-Leser

Ein Gedanke zu “Mein Jahresrückblick 2012 – Leo

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