Harry Potter und der erste Part des zweiteiligen siebten Teils der in acht Werken verfilmten Buchreihe


1. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

geschrieben von Astrid Hebecker.

Lange ersehnt wie einst das Buch! Millionen von Menschen freuten sich schon auf diese Filmpremiere von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 – und endlich ist es nun auch in Deutschland so weit!

Harry (Daniel Radcliff) macht sich mit seinen beiden Freunden Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) auf in ein neues Abenteuer, doch diesmal nicht in Hogwarts, da Harry von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) gesucht wird. So kommt es gleich am Anfang, noch vor der Hochzeit von Rons Bruder Bill und Fleur, zu einer rasanten Verfolgungsjagd. Doch auch die Hochzeit bleibt nicht so friedlich wie erhofft und es gibt erste Verletzte und sogar Tote. Die restliche Zeit des Filmes geht diese Grundhandlung weiter, wobei die drei Jungzauberer versuchen, die Horkruxe (Seelenteile) Voldemords aufzuspüren und zu zerstören. Was nicht so einfach ist, wie es scheint, aber mehr soll hier nicht verraten sein.

Umgesetzt haben das Buch von J.K. Rowling Steve Kloves (Drehbuch) und David Yates (Regie). Zum ersten Mal wurde mehr Inhalt von den Büchern auch in den Film übernommen. Das Ergebnis ist wieder ein aufwendiger Film, bei dem es immer wieder Wechsel zwischen rasanten Bildkompositionen und langsameren Sequenzen gibt. Verschiedenste Kameraeinstellungen machen den Film abwechslungsreich, viele Bildanimationen kommen zur Geltung und auch an aufwändigen Masken und Kostümen wurde nicht gespart. Die Stimmung hält Yates wie in seinen letzten Harry Potter Filmen düster, doch diesemal gibt es öfters Unterbrechungen, die durch Situationskomik entstehen.

Die Musik ist zwar dieses Mal von Alexandre Desplat, doch sie lässt sich vom Klang her den vorangegangenen Filmmusiken zuordnen und überrascht nicht durch Neuerungen.
An der Produktion wurde also wie immer nicht gespart. Allein die Zeit war Schuld, dass die beliebte Buchverfilmung nicht wie versprochen in 3D in die Kinos kommt. Die Liste der Schauspieler liest sich wie eine Sammlung von Hollywood-Eliten: Ralph Fiennes (Lord Voldemort), Julie Walters (Molly Weasley), Helena Bonham Carter (Bellatrix Lestrange) und die vielen inzwischen so bekannten Jungschauspieler.

Wer die Bücher und Filme kennt, dessen Erwartungen werden nicht enttäuscht. Der 7. Teil steht seinen Vorgängern in nichts nach, ist meiner Meinung nach sogar besser als die letzten zwei und zum ersten mal richtig nahe am Buch.

Also an all die Fans da draußen, lasst euch in die Welt der Hexen und Zauberer, die eine sehr düstere geworden ist, entführen. Doch wundert euch nicht, wenn der Film ein sehr abruptes Ende nimmt – als erste aller Harry Potter Verfilmungen.
Teil 2 folgt erst im Juli 2011 – geschickt gewählt, denn dazwischen fällt auf jeden Fall der DVD-Release, aber vielleicht haben wir Glück und die Produzenten lassen sich auf die Bitten der Fans ein und wir kommen schon eher in den Genuss des zweiten letzten Teils.

Auf der anderen Seite ist es vielleicht ganz schön, dass der Abschluss so hinausgezögert wird. Denn es wird dann das letzte mal sein, dass wir ins Kino zu Harry Potter gehen können. Mit dem letzten Teil wird wohl die Geschichte einer ganzen Generation zu Ende gehen. Einer Generation, die inzwischen mit den Charakteren erwachsen geworden ist.

2. Harry Potter und Warners Heiligtümer des Geldes

geschrieben von Martin Kosok.

(Diesen Absatz bitte mit bayrischem Dialekt lesen!) Der Potter-Harald! Der kleine Zauberer mit der Narbe auf der Stirn is´ mal wieder in den Kinos zu sehen und besucht uns nun scho´ zum 7. Mal mit seinen beiden Freunden, dem Weasley-Ron und der Granger-Hermine. Was in der Welt der Bücherwürmer einen Aufschrei verursacht hat (AHHH der letzte Teil!!!!), ist bei den Kinogängern nur a´ weiterer Teil der Potterg´schicht, denn die lieben Warnerbrüder haben für uns noch einen mehr g´macht!

Die Jugend ist der Schlüssel zum Glück! Das denken sich mittlerweile nicht mehr nur alte Menschen, die allein sind und kurz davor abzukratzen, nein, das denken sich auch die großen Filmkonzerne. Warner Brothers sind dafür ein hervorragendes Beispiel. Deren stärkstes Zugpferd in der Jugendsparte ist der Harry mit seinen Freunden und sie mussten sich nicht einmal Gedanken machen, wie die Geschichte in etlichen Sequels weitergeht, da J.K. Rowling ganze sieben schöne Teile geschrieben hat. Mit Sicherheit eine der längsten verfilmten Reihen jemals. Chiching (ein Kassengeräusch ertönt).

Nun sind aber auch einmal sieben Teile abgedreht und die Autorin, die vor dem Schreiben des ersten Potter-Teils noch arbeitslos war, hat auch einfach irgendwann mal kein Bock mehr zu schreiben (und einfach zu viel Geld, um es jemals auszugeben […und ist wahrscheinlich wieder arbeitslos]). Aber die bei Warner sind ja nicht blöd. Warum nicht einfach einen Potter Teil zu zweien machen und doppelt so viel Kohle abgreifen? Chiching (und wieder ertönt ein Kassengeräusch; Die letzten 3 Filme spielten weltweit allein im Kino jeweils knapp eine Milliarde Dollar ein). So wird aus dem 7-Teiler einfach ein 8-Teiler. Yeah! Danke!

In etwa so würde es sich anhören, wenn man sich darüber freuen könnte, dass man statt eines guten Films gleich zwei sehen könnte… ganz so toll ist der erste der beiden Teile aber leider gar nicht. Das 3D war zu aufwendig, um es jetzt noch vollständig nachzubearbeiten, deswegen ist das schon mal raus (wobei nachbearbeitetes 3D bisher eh immer zum Kotzen war und für die Kinobesucher nur ein paar Euros weniger im Portmonee bedeutete). Der Regisseur, der für diesen Potterteil verantwortlich ist, ist mal wieder David Yates, der es auch schon geschafft hat den letzten Teil komplett ohne roten Faden, ohne Spannung und ohne auch nur einen winzigen Tropfen Neues zu inszenieren. Aber dieser Harry Potter ist anders, ja! Definitiv! Da steckt nämlich noch hier und da etwas Twilight und Herr der Ringe drin!

Die Harry Potter Filmproduktionen stehen für… hm… stimmige Musik. Das kann man sich abringen zu sagen. Verfilmungen von Bücher gehen sowieso in 9 von 10 Fällen eher schlecht aus. Kaum jemand sagt, dass der Film zum Buch besser ist als das Original. Das wird bei diesem Potter mit Sicherheit auch niemand machen. Dafür scheint er einfach viel zu sehr hingeklatscht und ohne neue gut durchdachte, filmische Konzepte. Bei allen bisherigen Teilen war filmisch nie wirklich viel zu sehen. Es ist wirklich schon etwas schade, dass dieser Regisseur die Ehre bekommen hat den letzten Teil zu machen. Es gibt andere Potter-Regisseure, die bestimmt bessere Arbeit geleistet hätten.

Zurück zum Geld. Die netten Gebrüder Warner, die J.K. für die ersten 4 Teile übrigens nur 2 Millionen bezahlt haben (Chiching… ihr wisst mittlerweile was das bedeutet) haben natürlich auch einen guten Grund, das Anlaufen des zweiten 7. Teils auf Mitte 2011 zu legen. 6 Monate nach Kinostart kommen schließlich Blurays und DVDs auf den Markt. Sie geben uns somit die wunderbare Möglichkeit, den ersten 7. Teil vor Schauen des zweiten 7. Teils nochmal in der Videothek auszuleihen oder besser noch zu kaufen. Chiching. Man soll ja schließlich nicht vergessen was bisher geschah… Zu Weihnachten im nächsten Jahr dürfen sich die Kiddos dann die Oktologie auf DVD zu Weihnachten wünschen, wobei auch nochmal der ein oder andere Euro rauspringen dürfte (Ich verzichte aufs Chiching).

Dann ist der Schlüssel jedoch erstmal abgelaufen (er ist also eher eine Art Keycard oder ein Voucher zum Glück) und es heißt sich auf die Suche nach dem nächsten Hype zu machen.

5 Gedanken zu “Harry Potter und der erste Part des zweiteiligen siebten Teils der in acht Werken verfilmten Buchreihe

  1. Guter Artikel … die 2-Teilung ist hier allerdings etwas seltsam, finde ich. Das sind einfach 2 Artikel aneinandergereit, nicht 2 die sich zu einem ergänzen.
    Ich wollte den zweiten lesen, nicht aber den ersten. Und wer den ersten lesen will, wird selten den 2. lesen wollen.

  2. Ist der Hype um Harry Potter 7 wirklich berechtigt?

    Nun ja, der Anfang ist wie immer spannungsaufbauend, indem man einen düsterer denn je dreinblickenden Snape sieht, der sich seinen Weg zur Todesserversammlung bahnt.

    Diese Spannung geht im Laufe des Filmes auch nicht verloren: einige Szenen erschrecken, andere ängstigen und ein paar wenige erzeugen ein Schmunzeln auf den Lippen, wie wir das bereits von den vorangegangenen HP-Filmen kennen.

    Nach der Todesserversammlung wird auf lustige Art und Weise der Vielsafttrank den Zuschauern in Erinnerung gerufen, der in dieser Szene mehrere Harrys entstehen lässt. Anschließend folgt jedoch direkt eine actionreiche Verfolgungsjagd der Todesser, die die anfängliche Heiterkeit sofort zunichte macht. Der weitere Verlauf des Filmes gestaltet sich fast ausschließlich düster, mit einigen Gewaltszenen.

    Dabei wird der Bezug zum Nationalsozialismus extrem deutlich dargestellt. Das Ministerium wird von den Todessern übernommen und alle „Halb- und Schlammblüter“ werden gefangen genommen bzw gefoltert. Auch die im Film zu sehenden Zeitungsausschnitte des „Tagespropheten“ ähneln in ihrer Aufmachung sehr stark nationalsozialistischen Propagandazeitschriften und -artikeln.

    Zusätzlich ist eine weitere Parallele erkennbar: an einer Stelle wird das Märchen der „drei Heiligtümer“ anhand von Zeichentrickbildern erzählt, die stark an die Schicksalsgöttinnen in Disneys „Herkules“ erinnern. Die Darstellung der drei Zauberer ist der in Herkules sehr ähnlich. Diese Szene lässt den Film für ein paar Minuten wieder kindgerecht und fantasievoll wirken.

    Aber insgesamt dominiert wieder stark die dunkle Seite. Das Ende dieses ersten Filmteils lässt auf kein happy end im zweiten schließen, steigert dadurch aber die Spannung und verleitet auf jeden Fall dazu, sich den im Juli in die deutschen Kinos kommenden zweiten Teil auch anzusehen.

  3. Schwierig, diesen Artikel als ganzen zu bewerten… wo er doch zwei so unterschiedliche Facetten aufwirft. Ich persönlich bin kein Harry Potter Fan, und das hat auch teilweise damit zu tun, dass mir die Verfilmung des ersten Teils nicht gefallen hat. Ja, sogar sowas von missfallen, dass ich auch nach Astrids Lob nicht verstehen kann, wie man da auf die nächsten Teile warten kann. Ok, eventuell sind ja die anderen besser und meine Kritik aufgrund mangelnden Fachwissens über Harry und seine Freunde völlig fehl am Platz (Vielleicht hätte ich mir ja die anderen Teile noch angeschaut, wenn Daniel Radcliff besser gespielt hätte….spielt er jetzt etwa besser?). Deshalb wünsche ich allen, die den letzten Teil nächstes Jahr anschauen werden, viel Spaß. Ich werde sicher nicht unter diesen Leuten sein, außer ich verliere (mal wieder) eine Wette.

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