E3 2016: Unsere Favoriten

Vom 12. bis 16. Juni wurden in Los Angeles auf der E3 wieder die teuersten Projekte der Spieleindustrie vorgestellt. Unsere Redakteure haben den Medienrummel gechillt von zuhause aus verfolgt und präsentieren nun in journalistischer Höchstform ihre persönlichen Highlights.

Rare und PlatinumGames

Finn: Mein erstes Highlight der Messe war – für mich selbst überraschend – das Multiplayer-Piraten-Spiel Sea of Thieves. Der farbenfrohe Comic-Look zog mich einfach sofort in seinen Bann!
Farbenfroh ist auch das ebenso microsoftexklusive Scalebound. Dass die Entwickler bei Platinum fordernde Bosskämpfe können, haben sie schon mit Bayonetta bewiesen. Mit Scalebound versuchen sie nun die eigene Messlatte noch höher zu legen. Größer, länger, kooperativer ist anscheinend ihr Motto. Ich freue mich schon, wenn ich – wie im Trailer – im fertigen Spiel ein Krabben-Skorpion-Monster im Vierer-Coop zu innerdiegetischer Musik in Stücke schneiden darf.
Auch das Platinum-B-Team stellte dieses Jahr Gameplay ihres neuen Spiels Nier: Automata vor. Der Nachfolger des Kritikerlieblings Nier wird gemeinsam mit dem Storygenie Yokoo Tarō (NierDrakengard) entwickelt. Durch Platinum könnte die größte Schwäche Niers – das Gameplay – nun behoben sein. Der Bosskampf, der abseits der großen Pressekonferenzen gezeigt wurde, ließ auf jeden Fall die Fanherzen höherschlagen.

Zu zerstreut, um sich auf ein Spiel zu einigen

Steffi: „I’M BACK!“ – die wohl schönsten Worte, die bei der E3 ausgesprochen wurden. Gott Kojima ist zurück und scheint mal wieder mächtig interessante Pläne im Gepäck zu haben. Auch auf Norman Reedus dürfen wir uns freuen in seinem nächsten Werk. Aber nicht nur Kojima hat mir das Event versüßt, auch Todd Howards Versprechen eines neuen Elder Scrolls-Teils. Selbst, wenn es noch Jahre dauern wird – uns stehen ja ganze fünf Teile zum Replay zur Verfügung (Sucht? Ich glaube nicht!). Zudem hat der Mass Effect-Trailer richtig Lust auf mehr gemacht… frei nach dem Motto: to boldly go where no man has gone before! Passend dazu: STAR TREK IN VR – und Levar Burton als Stargast, kann es besser sein? Ernsthaft, wie cool war das. Gespannt bin ich außerdem auf Vampyr, Fe, We Happy Few und The Last Guardian – da kommen auf jeden Fall vielversprechende Sachen auf uns zu!

Spider-Man

Nika: Spidey ist wieder da! Nach seinem  überzeugenden Auftritt im neuen Marvel-Blockbuster Captain America: Civil War kündigte Sony ein neues Game mit der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft an. Das exklusiv für die Playstation 4 erscheinende Spiel überzeugt durch atemberaubende Ingame-Grafik, die uns im neuen Trailer auf der E3-Pressekonferenz vorgeführt wurde. Sony prahlt öffentlich damit, ausschließlich Ingame-Material gezeigt zu haben, welches nicht auf der Neo, sondern auf der Standard-PS4 aufgenommen wurde. Das Entwicklerstudio Insomniac, das vor allem für die Ratchet & Clank-Reihe bekannt ist und kürzlich dessen Neuauflage veröffentlichte, zeichnet sich für das neue Spiel der menschlichen Spinne verantwortlich. Das Releasedatum ist derzeit leider unbekannt, trotzdem fiebere ich dem neuen Spider-Man-Titel schon entgegen. Es lebe die Spinne in meiner Playstation 4!

Morphies Law

Felix: Die spannendste Spielankündigung während der E3 kam gar nicht von der E3. *rückt seine Hipsterbrille zurecht* Im Zuge der unabhängigen Anti-E3-Berichterstattung von Rock Paper Shotgun wurde ich auf Morphies Law aufmerksam, das die wohl größte Innovation im Shooter-Genre seit… äh gut, seit Superhot (2016) darstellt. Das ist jetzt nicht so wahnsinnig lang her, aber dafür legt Morphies Law den Fokus auf Multiplayer-Revolution. Der Clou: Wann immer eine Spielfigur eine andere beschießt, schrumpft das jeweils getroffene Körperteil, während das eigene wächst. Verteile ich also geschickt Headshots, wächst mein eigener Schädel zu einem förmlich „HIT ME!“-schreienden Ballon, während sich die feindlichen Köpfe immer mehr im Hals zurückziehen. Call of Duty-Prolls, die stets den Größten haben wollen, sind hier klar im Nachteil. In ähnlicher Weise kennt man das vielleicht noch von der früheren Unreal Tournament-Mod „BigHead“; Morphies Law geht aber noch einen Schritt weiter. So ließe sich beispielsweise auf die Beine von Teamkollegen schießen, damit diese neu geschrumpft durch kleine Wandöffnungen passen – und man selbst kann mit langen Stelzen auf Dächer hüpfen oder Spieler besonders weit wegkicken. Friendly Fire ist dabei grundlegend kein Problem, weil sich das ganze Team einen Lebenspool teilt, visualisiert durch eine riesige Statue am Levelrand, die erst durch Feindbeschuss kleiner wird.
Interessant ist dann die Frage nach dem Balancing, damit die Matches nicht irgendwann in einem unendlichen Equilibrium vergammeln, in dem jeder mal mächtig und mal schmächtig sein darf, ohne Gewinner oder Verlierer. Oder vielleicht ist es auch genau diese anti-kapitalistische Agenda, die uns die Entwickler aufdrücken wollen und deshalb nicht zur E3 erschienen sind.

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