Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!

Schafft es Pixar auch mit dem zweiten Sequel ihres Erstgeborenen die Qualität ihrer Filme auf höchstem Niveau zu halten?

Der Vorfilm. Lange hatte er Tradition, mittlerweile kennt man ihn nur noch von Filmfestivals oder einigen Programmkinos. Pixar lässt die Tradition wieder aufleben und zeigt vor Toy Story 3 einen wieder einmal extrem tollen Kurzfilm. Night & Day spielt mit der Mischung aus alter 2D-Zeichentrickkunst und modernen Animationen in 3D.  Schon dafür lohnt sich der Besuch des Kinos.

Ebenso verspielt und neuartig beginnt dann auch Toy Story 3. Der böse Charlie Naseweis hat Gold gestohlen und Woody steht nun vor Frage, ob er ihm hinterherjagen soll um ihn endlich zu schnappen oder ob er sich um die vielen Troll-Weisenkinder in dem Zug kümmert, bevor sie über die zerstörte Brücke in den tot fahren. Stop! Alles bloß Fantasie. Diese Zeiten sind vorbei und existieren nur noch auf alten Videokassetten. Andy, der junge dem Woody und Co. gehören ist mittlerweile nämlich deutlich älter geworden und spielt schon lange nicht mehr mit Spielzeug. Auch Woodys Versuche, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, gehen nach hinten los. Das College ruft und Andy packt seine Sachen. Wohin mit den Sachen, wenn man nicht mehr damit spielt?  Dachboden, College, Müll oder die Sunnyside KITA?

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17. Internationales Trickfilmfestival Stuttgart

Ein subjektiver Festivalbericht.

Als ich am Dienstag die U-Bahn-Station Schlossplatz in Stuttgart verlasse, regnet es in Ströhmen. Wie praktisch! Denn bei diesem Sauwetter muss ich mich vor niemandem großartig rechtfertigen, warum ich lieber acht Stunden am Tag in den abgedunkelten Sälen der beiden Kinos gleich nebenan sitze, statt unter der Jubiläumssäule im Gras zu liegen, wie es die Einheimischen und Tourist_Innen sonst im Mai tun. In diesen Kinos findet nämlich zum 17. mal das internationale Trickfilmfestival statt. Ich bin zum dritten mal in Folge dabei. Und so fällt mir auch gleich ein kleiner Unterschied zu den letzten Jahren auf: Im Café Schlossblick, das den Gästen für die Zeit des Festivals zur Verfügung steht, gibt es diesmal keinen Promo-Kühlschrank, der mit dem neuesten trendigen Bionade-Klon zur Selbstbedienung gefüllt ist, sondern nur Apfelsaft und Mineralwasser in kleinen Plastikflaschen. Muss wohl an der Wirtschaftskrise liegen. Oder an den animierten Figuren Äffle und Pferdle, einer Art schwäbischer Mainzelmännchen, die gesponsort von einem lokalen Mineralwasserproduzenten ihren 50. Geburtstag auf dem Festival feiern. Ok, das ist auf den ersten Blick nur ein vernachlässigbares Detail. Aber wo, wenn nicht hier kommen so viele detailverliebte Menschen zusammen? Der Animationsfilm ist ja schließlich die Kunst der kleinen Unterschiede. Die Eingeweihten denken in Frames, den einzelnen Filmbidern. Sie sind sozusagen die Atome, die kleinsten Elemente jedes Films. Die kaum wahrnehmbaren Unterschiede, die zwischen ihnen statt finden, werden schließlich in der Wahrnehmung zu Bewegung. So müssen sich die Animator_Innen mit wichtigen Kleinigkeiten beschäftigen, z.B. damit wie viele Frames diese oder jene Bewegung dauern darf und wo und in welchem Takt die KeyFrames, die wichtigen Stellen, gesetzt werden sollen. Und so kann es leicht passieren, dass man/frau/sonstige sich in einem Wald von Details verliert.

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