Dinner für Spinner

Wie viele Grenzen darf man übertreten, um die glücklich zu machen, die man liebt? In genau dieser Zwickmühle findet sich Tim Wagner (Paul Rudd) wieder, als sein Chef ihn zu einem Dinner einlädt, zu dem jeder einen Trottel mitzubringen hat, um das Amüsement der Firmenbosse zu gewährleisten.

1998 erschienen, wurde der französische Film Le Dîner de cons von Francis Veber gleich sechsfach für den César nominiert (siegreich in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Jacques Villeret), Bester Nebendarsteller (Daniel Prévost) und Bestes Drehbuch) – in den Kritiken wurde er allerdings meist als zähflüssig und zu leicht befunden. Ende September 2010 kommt nun das gleichnamige Remake in die deutschen Kinos und wir vom Dis+ haben den Film bereits für euch unter die Lupe genommen.

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Schöne Bilder und nichts dahinter

Am 09.09.10 ist Kinostart für Anand Tuckers „Verlobung auf Umwegen“ (Originaltitel: Leap Year) mit Amy Adams und Matthew Goode in den Hauptrollen und wieder werden mit der x-ten Liebeskomödie im Jahr 2010 wieder alle Klischees bedient.

Gängigen Theorien zu Folge muss man den Inhalt eines Films in einem Satz zusammenfassen können, andernfalls ist der zu kompliziert und wird beim Publikum mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ankommen. Nun, im Fall von „Verlobung auf Umwegen“ könnte ich das in drei Worten schaffen und das ohne dabei ein Verb zu benutzen.

An dieser Stelle juckt es mich wirklich in den Fingern lieber über die Unfähigkeit der Leute zu schreiben, die die Filmtitel ins Deutsche übersetzen, anstatt über den Film selbst. „Leap Year“ heißt wörtlich übersetzt nicht mehr und nicht weniger als „Schaltjahr“. Das ist zwar jetzt an sich auch kein Titel, der einen nur des Titels wegen sechs Euro für die Karte ausgeben lässt, aber immerhin wäre hier nicht der Name gleich der Inhaltsangabe. Der Inhalt des Films ist nämlich – und jetzt haltet euch bitte fest, eine komplizierte Verlobung. Jetzt war eines der drei Worte auch noch ein Artikel. Phänomenal. „Schöne Bilder und nichts dahinter“ weiterlesen

How it’s done you do it wrong.

Rezension   „Renn, wenn du kannst“

Ein Krüppel, ein Zivi, eine Studentin und ein Rollstuhl. Mehr braucht Dietrich Brüggemann nicht, um bei seinem Regiedebüt einerseits die emotionale Seite der Zuschauer anzusprechen, auf der anderen Seite aber eine Komik zu erzeugen, die deutschlandweit die Kinosäle vor Lachen zum beben bringen wird. Eine reife Leistung!

Benjamin (Robert Gwisdek, „13 Semester“) sitzt im Rollstuhl und braucht einen neuen Zivi, den er in Christian (Jakob Matschenz) findet. Klischeehaft, aber storytechnisch so ausgearbeitet, dass es eben so nicht  wirkt, verlieben sich beide in dasselbe Mädchen: die Musikstudentin Annika (Anna Brüggemann), die aber selbst nicht so recht weiß, wie sie ihre Sympathien verteilen soll. Eine tragisch-lustige Dreiecksgeschichte entwickelt sich und versetzt den Zuschauer ständig von einer Gefühlslage in die andere und wieder zurück. Aber eben die Szenen, in denen die Drei als Trio unterwegs sind und die Verhältnisse unklar bis verwirrend scheinen, sind es, die den Zuschauer nicht in Langeweile verfallen lassen, obwohl manche Sequenzen in denen nur Zwei aus Drei spielen, zum Teil etwas in die Länge gezogen wurden. Viele klassische kleine Seed-and-Payoff-Geschichten (z.B. die rote Kiste, der Satz „Wenn du nichts machen sollst, machste was und wenn du was machen sollst, machste nichts!“, Schwester Christiane, die Goldfische, die Unterwasserwelt, dirigieren vom Fernsehturm u.v.m.) sorgen zudem dafür, dass im Laufe des Films immer mehr Aha-Erlebnisse entstehen, die wieder neue Reize zum weiterschauen setzen.

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