Mother – Enttäuschender Kino-Inzest

Joon-ho Bong jongliert in seinem neusten Film mit verschiedenen Genres und deren Konventionen, aber rekonstruiert diese auf uninspirierte und fast inzestuöse Weise ohne sie zu hinterfragen oder zu dekonstruieren. Was Potential für ein überraschendes und anspruchsvolles Kinohighlight gehabt hätte, entpuppt sich somit als enttäuschend und vorhersehbar.

Das „Neues Arena“ – Kino in München ist ein sehr unscheinbarer Ort. Das liegt hauptsächlich daran , dass er so ungeheuer klein ist. Bei geschätzten 25 Sitzplätzen ist der Vorführraum entsprechend eng und die verhältnismäßig große Leinwand frisst einen förmlich auf. Sie wirkt geradezu bedrohlich, wie ein Abgrund aus Licht, der einen jeden Moment aufsaugen könnte. Man könnte meinen, dass das einem Film wie „Mother“ entgegen kommt. Ein kleiner, kammerspielartiger Film und ein Raum, der in der Lage wäre durch seine Konzeption einen bedrückenden Grad an Unausweichlichkeit zu erzeugen. Leider scheint „Mother“ ein Film zu sein, den man mit mehr Distanz begegnen sollte. Nicht etwa, weil er sonderlich erschreckend oder unangenehm intensiv wäre, sondern eher, weil er bei unmittelbarem Erleben eben das nicht ist. „Mother – Enttäuschender Kino-Inzest“ weiterlesen