Ein paar Minuten mit: Bioshock Infinite


Ja, ich hab da mal was Neues probiert. Ziel des Videos war es, so viel Infos wie möglich in wenige Minuten zu pressen. Das „Format“ möchte ich jetzt gern öfters machen. Es reflektiert, denke ich, gut meine eigene Meinung von einem Spiel – ein subjektiver Eindruck also, kein Review welches versucht Spielspaß in Zahlen auszudrücken.

Wenn ihr aber es aber gern etwas sachlicher mögt, dann lest doch meinen Artikel für den Kurier dazu:

Bioshock Infinite – Geschichte gegen Spiel

Bioshock Infinite erreichte Höchstwertungen, wurde mit Kritikerlob überhäuft und wird schon jetzt als Spiel des Jahres 2013 gehandelt. Und das obwohl die Stärke von Bioshock nicht die spielerischen Elemente sind, sondern die Geschichte – was zugleich grandios als auch schade ist.

Doch fangen wir von vorne an. Wir spielen Booker DeWitt, einen amerikanischen Kriegsveteranen im Jahr 1912. Genau wie im ersten Bioshock kommen wir zu einem Leuchtturm auf hoher See. Als wir ihn betreten, werden wir aber nicht in die Tiefe hinabgelassen, sondern wortwörtlich in den Himmel geschossen – In die Wolkenstadt Columbia. Unsere Mission: Die Rettung von Elizabeth, die eingesperrt in einem Turm, von einem mechanischen Riesenvogel bewacht wird. Im Weg steht uns ein Prophet, der das Himmelsvolk gegen uns verschwört und uns allerlei Hindernisse in den Weg stellt. Was nach einer verbrauchten Story klingt, entwickelt sich tief und vielschichtig, vergleichbar mit den Geschichten von Blockbustern wie Inception oder Shutter Island. Da die Geschichte die unumstrittene Stärke des Spiels ist, soll hier nicht weiter drauf eingegangen werden. Es sei nur so viel gesagt: Das Ende rückt das komplette Spiel in ein anderes Licht, in Foren finden sich seitenlange Abhandlungen, die bald das Niveau einer Doktorarbeit erreichen könnten.

Elizabeth

Elizabeth will vom Propheten befreit werden – so scheint es jedenfalls

Die Spielmechanik zeichnet sich dagegen als alles andere als originell aus. Wie auch schon im Vorgänger nutzen wir Waffen und Magie für den Kampf. Eine Neuerung stellt nur der sogenannte Skyhook dar – Ein sich drehender Haken, mit dem wir an Schienen durch das Areal rutschen können. Das macht Spaß und verwandelt jeden dieser Abschnitte in einen Abenteuerspielplatz, auf dem wir uns frei austoben können. Positiv zu erwähnen sei hier auch noch Elizabeth als Begleiter. Nachdem wir sie gerettet haben – was schon ziemlich früh im Spiel passiert – sammelt sie für uns selbsttändig Munition und andere nützliche Dinge, die wir bei unseren Gegnern oder in Kisten übersehen haben.

Spielerisch gesehen bietet Bioshock Infinite zugegebenermaßen einige Neuerungen, mit der komplexen Geschichte geht dies aber trotzdem nicht immer Hand in Hand. Es gibt zu viele stumpfe Abschnitte, in denen nur geballert wird. Man fängt schnell an durch die Level zu hetzen um zu erfahren, wie es mit Booker und Elizabeth weitergeht. Die Präsentation ist dagegen eine einzige Wucht. Die Kulissen sind aufwändig gestaltet und mit allerlei Verweise auf die amerikanische Geschichte gespickt. Daher sind die stärksten Teile des Spiels die Stellen, an denen nicht gespielt wird. Und das ist fraglich für einen Vertreter dieses Mediums. Dennoch sollte man die Reise nach Columbia antreten. Denn Bioshock ist unterm Strich ein gutes Spiel mit einer Story, die zeigt, dass das Medium erwachsen geworden ist und das wir gespannt darauf sein können, wie Spiele uns in Zukunft noch unterhalten werden.

Erschienen im Nordbayerischen-Kurier, Multimediaseite 6.4.13

Und natürlich noch ein paar Zeilen exklusiv für das Dispositiv <3:

Verdammte Scheiße war das ein Ende! Bitte spielt es durch und sprecht mit mir darüber, ich habe immer noch Redebedarf und ungelöste Fragen. Ein Podcast dazu wäre eine gute Idee, wer ist dabei? Außerdem hoffe ich, dass sich das Format im Dispositiv durchsetzt und man auch subjektive Eindrücke von anderen Redakteuren, in Form von solchen Videos finden wird. (Anmerkung des Chefredakteurs: Träum weiter!)