Game of Thrones: The Watchers on the Wall

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Es war wieder so weit. Zum vierten Mal stand den Fans die berüchtigte 9. Folge von Game of Thrones bevor. Normalerweise sind danach schockähnliche Reaktionen angesagt. Wie geht es der Dispositiv-Redaktion nach The Watchers on the Wall?


Eine würdige 9. Folge?

Nadja The Watchers on the Wall hat wohl kaum die Kriterien einer neunten Folge erfüllt. Die Episoden 2 und 8 dieser Staffel waren bereits inoffizielle 9. Folgen der Serie und Episode 10 steht uns ja auch noch bevor. Normalerweise ist es in Folge 9 gang und gäbe, dass wichtige und meist sympathische Charaktere das Zeitliche segnen. Demnach war ich verwundert, dass Benioff und Weiss sich tatsächlich in Folge 9 auf die Mauer konzentriert haben, denn ich war fest davon überzeugt, dass der Ort von Martins tötender Feder ganz woanders liegt (ob wir das schon gesehen haben oder noch sehen werden, bleibt hier ungesagt). Wenn man davon ausgegangen ist, dass in Folge 9 jemand „wichtiges“ stirbt, dann muss ich glatt sagen: Fail! Wenn dies eine 9. Folge im klassischen Sinne gewesen wäre, dann hätten wir uns von Jon und Geist verabschieden müssen. Stattdessen sind viele liebe Charaktere gestorben, aber ganz ehrlich, der Tod von Pip und Grenn (die, so weit ich mich erinnere, im Buch nicht sterben müssen) gingen mir wesentlich mehr ans Herz als Ygrittes. Es war doch eigentlich klar, dass sie aus dem Weg musste. Zu viele Hürden standen zwischen ihr und Jon, als ob man da ein Happy End erwarten konnte! Außerdem hat sie langsam schon genervt: Während Jon Snow sich wenigstens im Nichtwissen und gequältem Gucken abwechselt, kann sie anscheinend keinen anderen Satz als: „You know nothing, Jon Snow!“ Ja, wir haben es langsam begriffen!

Jannik Abgesehen von der Schlacht am Schwarzwasser wurde zuvor noch keinem Handlungsstrang eine komplette Folge eingeräumt. Im direkten Vergleich dazu fällt The Watchers on the Wall jedoch deutlich ab und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob es weise war, dieses teilweise unfreiwillig komische Scharmützel so stark aufzubauschen, denn dabei heraus kam über weite Strecken nur heiße Luft. Was zeichnet eine gute 9. Episode bei Game of Thrones aus? Überraschungen, Dramatik und liebgewonnene Charaktere, die plötzlich im Staub liegen. Ygritte erlebte einen absoluten Klischee-Tod, der jedes Mitgefühl im Keim erstickte. Pip und Grenn sind aber nicht wichtig genug, um wirkliche Gefühle hervorrufen zu können. Sie erinnern mich eher an die Sternflottenoffiziere aus Star Trek in den roten Uniformen, die zwei oder drei Sätze sagen durften, bevor McCoy sich über sie beugte und verkündete: „Er ist tot, Jim.“ Die beiden starben zwar nicht in den Büchern, mussten in der Serie aber ins Gras beißen, um kleine Höhepunkte in einer doch ziemlich repetitiven, öden Schlacht zu liefern. Ygritte erlebte einen absoluten Klischee-Tod, der jedes Mitgefühl im Keim erstickte. Hast du das wirklich nötig, Game of Thrones? Es fehlte eigentlich nur eine Zeitlupe, während sie langsam auf die Knie sackte und ein ausführliches Liebesgeständnis an Jon. Dass sie aber mit Blut im Mund ihren alten Running Gag brachte, war nur minimal besser. „You know nothing, Jon Snow“ und Höhlensex – ist sie wirklich ein Verlust für die Serie oder atmen wir nicht sogar ein bisschen auf? Die Schlacht gab nicht genug her für eine Folge, schon gar nicht für eine 9. Folge – künstliche Dramatik stand im Vordergrund, gute Dialoge und schauspielerische Glanzleistungen suchte man aber vergeblich. Geschockt war ich wenn, dann nur von dem gigantischen Anker, der plötzlich von der Nachtwache geschwungen wurde. Warum nicht gleich die Belagerer mit Viermastern bewerfen?

Jussra Folge 9 steht für blutige Kämpfe und Totschlag. Das sind für mich die Hauptmerkmale einer 9. Folge und The Watchers on the Wall hat diese Punkte definitiv nicht außen vor gelassen. Nadja hat schon recht, denn normalerweise sterben Charaktere, an die der Zuschauer hängt und sie auf keinen Fall für den Rest der Serie verlieren möchte. Und genau deshalb bin ich ausnahmsweise froh, dass in diesem Fall Jon Snow und Sam nicht getötet wurden – kurz gesagt, dieses Mal lief alles gut und die Bösen haben endlich mal nicht gesiegt. Ungewöhnlich war auch, dass diese Episode nur aus diesem einzigen Handlungsstrang bestand. Ich hätte gerne gewusst, wie es mit Daenerys Armee weitergeht und wie sich die Beziehung zwischen Sansa und Littlefinger entwickelt.

Timo Ihr seid ja schon sehr negativ, dabei wollte ich den Part ja eigentlich übernehmen… Wie in einer 9. Folge üblich gab es Tote. Diesmal sogar richtig viele! Aber keiner davon hat mich auf irgendeine Weise berührt. Vor allem der Tod von Ygritte hat uns ja alle kalt gelassen. Im Buch, soweit ich mich erinnere, war der Tod von ihr überhaupt nicht so dramatisch inszeniert. Am Schluss war einfach klar, dass sie unter den Gefallenen lag. GRRM wusste anscheinend, dass man ihr Ableben besser gar nicht, statt schnulzig, darstellt.
Der Hype um Folge 9 ist damit anscheinend vorbei. Jede Folge kann eine 9. Folge sein, das haben wir nun alle verstanden. Vielleicht wird nun 10 das neue 9…

The Watchers on the Wall

Eine würdige Game of Thrones Folge?

Nadja Hier muss ich ganz klar mit „Nein“ stimmen. Die Folge war episch und bombastisch, keine Frage – Spannung bis zum Ende (bis auf die ersten drei Szenen – haben Jon und Sam denn kein anderes Thema als Sex?). Doch Game of Thrones war noch nie auf Schlachten fokussiert (hauptsächlich, weil die ersten Staffeln nicht genügend Budget dafür hatten – tat der Serie aber gut!). Das Zwischenmenschliche und die Handlung durch Intrigen und Dialoge waren die Stärke der Serie. Nichts davon gab es in dieser Folge. Ich hätte es begrüßt, wenn man die beiden Angriffe vor und hinter der Mauer zeitlich gesplittet hätte. Genauso gut hätte es auch die Schlacht um Helms Klamm bei Herr der Ringe sein können… So hätte man sich mehr Zeit für die Spannung und Furcht zwischen den Angriffen lassen können. Die Menschen hätten mehr im Vordergrund gestanden, nicht die Schlacht und die unnötigen Kills! Die Episode war zeitlich auch beinahe 10 Minuten kürzer als sonst. Genau diese 10 Minuten hätte man sinnvoll nutzen können. Alles in allem ist aber klar: 60 Minuten sind für eine Schlacht diesen Ausmaßes einfach zu kurz. Demnach wären Benioff und Weiss eben mit einer Aufsplittung der beiden Fronten (so wie es auch im Buch ist) und der Verteilung über zwei Episoden bestimmt besser beraten gewesen. Auch Jons Wandel vom Verräter zum Anführer kam gar nicht rüber. Alliser Thorne hat man aus der Schlacht getragen (ist er denn nun eigentlich tot?) und schon kam Jon herbeigehüpft und führt die Nachtwache zum vorübergehenden Sieg – also bitte! Wo ist die emotionale Tiefe?
Um nun nicht allzu negativ zu klingen, muss ich nochmals betonen: Die Folge war nicht schlecht. Ich wurde gut unterhalten und Spannung war durchweg gegeben – die Folge bei dem Unwetter des gestrigen Abends zu schauen, hat ihr noch einiges an Epik verliehen! Aber genauso gut hätte es auch die Schlacht um Helms Klamm bei Herr der Ringe sein können, nur eben mit Figuren aus Game of Thrones.

Jannik Was die Dramaturgie angeht, ist in dieser Folge einiges schiefgelaufen. Die Dialoge am Anfang hätte man extrem kürzen, wenn nicht sogar ganz weglassen können. Maester Aemons Liebesgeschichten sind zwar einen Hauch interessanter als die einige Folgen zuvor aufgeworfene Frage, ob der Graue Wurm wirklich wurmlos ist oder nicht, doch muss denn so etwas in eine Staffel eingebaut werden, die in 10 Folgen unglaublich viel Handlung unterbringen muss? Ist es wirklich wichtig, ob Samwell Tarly noch Jungfrau ist? Werden die weiblichen GoT-Fans Gilly hassen, wenn sie mit ihm schläft und wird sie somit das gleiche Schicksal erleiden wie die Affären von Justin Bieber? Eher nicht. Game of Thrones hatte in letzter Zeit öfters die Tendenz, völlig überflüssige Dialoge á la GZSZ einzubauen, doch die ersten 10 Minuten von The Watchers on the Wall haben in der Hinsicht alles übertroffen. Das war leider noch nicht alles. Statt den Angriff der Wildlinge spannend zu gestalten – man denke da zum Beispiel an den Ansturm auf das Tor in Moria, wo die bloße Geräuschkulisse die Nackenhaare zu Berge stehen ließ, setzte man auf brachiale Action. Hier ließen mir ganz andere Dinge die Haare zu Berge stehen. Immer wieder die gleichen Szenen, in denen bekannte Charaktere ihre unbekannten Gegner zur Seite fegen, Klischee-Tode und das Triumvirat des Grauens aus ängstlichen Mammuts, Riesen mit Kindchenschema und Ygritte, dem Legolas für Arme. Bei diesem Panoptikum hätte ich auch Angst, in der Festung zu sitzen. Es war keine würdige GoT-Folge, sondern ein fehlgeschlagenes Experiment, denn wenn man schon auf den geliebten Wechsel der Handlungsstränge verzichten muss, dann muss es legendär werden. War es aber nicht.

Jussra Game of Thrones hat offensichtlich mal was anderes ausprobiert. Bei Nadja war es ein klares „Nein“ und ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits fand ich die Kamerafahrten beeindruckend und die szenische Gestaltung. Da gab es beispielsweise die Szene, in der einer der Riesen mit seinem gigantischen Pfeil nach oben schießt und einen Charakter damit in den Himmel befördert. Abgesehen davon hat man endlich mal gesehen, was an der Nights Watch passieren kann. Abgesehen davon hat man endlich mal gesehen, was an der Nights Watch passieren kann.Zuvor schien es dort immer sehr behütet und unmöglich für den Feind, Jon Snow und seine Männer anzugreifen, was nicht zuletzt an den hohen Eiswänden liegt. Dieses Mal hat der Zuschauer ein anderes Gefühl bekommen. Leider war der Schockeffekt nicht zu vergleichen mit der Red Wedding. Das Ausmaß der Schlacht war in dieser Episode vorherzusehen und es ging die ganze Zeit um nichts anderes, als darauf zu warten, wer als nächstes getötet wird. Mir hat nur Ygritte ein wenig Spannung bereitet, denn ich fragte mich, ob sie es tatsächlich übers Herz bringen würde, Jon Snow mit einem Pfeil zu töten. Sie tat es natürlich nicht und wurde stattdessen selbst getroffen. Somit endet die ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden und durch Folge 9 verlieren wir einen Charakter! Doch doch, die Kriterien werden erfüllt. Ein Glück, dass Jon Snow lebt und wir ihn weiterhin in den nächsten Folgen bewundern dürfen, dennoch war die Szene eher langweilig.

Timo Wie schon in den Folgen zuvor hat mich auch hier besonders die Gewalt gestört, die an Final Destination erinnert. Wer auf sowas steht soll bitte meinem Game of Thrones fern bleiben, ich will weiterhin tiefe Charaktere und komplexe Handlungsstränge, statt platzende Köpfe und aufgespießte Körper. (Wieso zum Teufel steht überhaupt ein einzelner Spieß im Hof der Nachtwache??)

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Witzigste, beste, lächerlichste Szene?

Nadja Ygrittes Tod war ja ganz nett gemacht, driftete dann aber ins Klischee ab. Wie oft haben wir das schon gesehen: Der Partner hält die sterbende Person im Arm und jauchzt seine Trauer in den Himmel, berührende Musik wallt auf! Und komischerweiße greift in diesen wenigen Momenten niemand den Trauernden an, obwohl die Schlacht um ihn herum tobt!

Jannik Als der Riese im Tunnel auf das Gitter zugestürmt ist, hätten Grenn und seine betenden Waffenbrüder vielleicht mal zwei Schritte zurückgehen können. Ein Tor zu bewachen heißt nicht, dass man daran kleben muss, wenn ein Riese es überrennt. Vom Anker will ich gar nicht erst anfangen…

Jussra Der Kampf der Anführer! So nenne ich es mal. Alliser und Tormund treffen aufeinander und kämpfen, dabei wird Alliser Thorne verletzt und fällt nur kurz unter ihm auf dem Boden. Es geht unentschieden aus und das wars auch schon mit einem vermeintlich spannenden Kampf.

Timo Eine Kamerafahrt, wie die über den Hof, hab ich noch in keiner Serie gesehen. Es erinnerte schon fast an die berühmte Fahrt aus Avengers – TOP!
Peinlichste Szene dagegen natürlich der einsame Spieß im Hof, der genau von einem Körper getroffen wird.

Riesen-Trash in The Watchers on the Wall

Welche neunte Folge war die beste?

Nadja Wenn die gestrige Episode etwas bei mir bewirkt hat, dann vor allem die Erkenntnis, dass der ganze „Folge 9“-Hype total unbegründet ist, da die neunte Folge nicht zwingend eine typische neunte Folge ist. Ja, Eddard Stark, der vermeintliche Hauptcharakter, wurde in Baelor einen Kopf kürzer gemacht und ja, Robb und Catelyn werden wohl nie wieder auf eine Hochzeit gehen. Aber konnte man Season 2, Episode 9 tatsächlich als eine 9. Folge im Sinne von Staffel 1 und 3 bezeichnen? Diese neunte Folge war eigentlich genau dasselbe wie nun The Watchers on the Wall: Eine Folge, die sich auf eine Schlacht konzentriert – wobei die Schlacht um King’s Landing wesentlich besser gelungen ist als die Schlacht um die Mauer, da die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte im Mittelpunkt standen und nicht die Schlacht an sich. Dafür gab es auch in dieser Season schon Episoden, die der wahren 9. Folge den Titel streitig gemacht haben: Joffreys und Oberyns Tod. Die 9. Folge ist eben „nur“ bei einer 10-teiligen Staffel der Höhepunkt und mit The Watchers on the Wall haben Benioff und Weiss zeigen wollen, dass der Höhepunkt von Season 4 Hochzeiten sind einfach die Stärke von Game of Thrones!für sie an der Mauer liegt – eine Entscheidung, die ich nur teilweise nachvollziehen kann. So, um nun aber die Frage zu beantworten, denke ich, dass die Red Wedding (und Purple Wedding) wohl so schnell nichts übertrifft! Hochzeiten sind einfach die Stärke von Game of Thrones!

Jannik Die neunten Folgen aller ersten drei Staffeln waren herausragend, mit leichtem Vorsprung für die Rote Hochzeit – ich wollte überhaupt nicht wahrhaben, was da gerade geschieht. Tagelang musste ich über die Folge nachdenken, war geschockt und gleichzeitig begeistert. Die vierte Staffel kann da nicht mithalten. The Watchers on the Wall hätte man auch gut als eigenständigen Film veröffentlichen können, Direct-to-DVD. Entspanntes Popcorn-Kino mit Gewaltexzessen und Dialogen voller knisternder Erotik – und das alles hat man schon am nächsten Tag wieder vergessen.

Jussra Ganz klar: Red Wedding! Der Aufbau der Folge war einfach grandios und hat den Zuschauer ganz schön reingelegt, sodass der Überraschungseffekt sehr extrem war. Zumindest habe ich es so empfunden. Wie Jannik schon anmerkte, wollte man gar nicht wahrhaben, was da gerade geschieht und damals schrie ich nur auf: „Warum?!“ Alles schien friedlich zu verlaufen und man sah die Charaktere mit glücklichen Gesichtern – am Anfang jedenfalls! Bis dann Lady Stark realisierte, dass etwas nicht stimmt, als sie das Lied der Lannisters spielen hörte. Den Moment wird wahrscheinlich kein GoT-Fan so schnell vergessen können.

Timo Platz 1 für mich die Rote Hochzeit, auf meiner Hochzeit lasse ich ebenfalls The Rains of Castamere vor meinem Trinkspruch spielen. Platz 2 geht für mich an den Tod von Eddy, ab da wusste ich, dass Game of Thrones einfach anders ist. Platz 3 teilen sich die zwei Schlachten, wobei ich einzelne Elemente wie die Beziehungen der Charaktere bei der Schlacht um Blackwater Bay besser dargestellt finde.

Hoffnung für Episode 10?

Nadja Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie die ganzen anderen Handlungsstränge, vor allem Tyrions Schicksal, in Folge 10 aufgelöst werden sollen. Immerhin ist Folge 10 ganze 66 Minuten lang. Dennoch bin ich gespannt, ob bestimmte Eregnisse vielleicht tatsächlich in Staffel 5 verfrachtet werden? Eins ist sicher: Episode 10 wird nun noch mehr überraschen! Was die Zukunft von Game of Thrones angeht: Die Serie muss unbedingt wieder den Actionanteil verringern. Unnötige RTL II-Gewalt hat in dieser Serie nichts zu suchen. Baut lieber wieder unnötige Sex-Szenen ein, die haben immerhin besser in das zwischenmenschliche Konzept der Serie reingepasst, als zermatschte Schädel oder an der Mauer entlangschwingende Anker!

Jannik Das, was die neunte Folge versäumt hat, muss die zehnte nun nachholen. Es wird eine ziemlich schwere Aufgabe, allen relevaten Handlungssträngen gerecht zu werden, ohne dass es gehetzt wirkt, auch bei 66 Minuten. Game of Thrones muss unbedingt die unnötigen Soap-Szenen und die comichafte Gewalt reduzieren. Ich gebe Nadja Recht – bevor Körper sinnlos brutal aufgespießt werden, können sie doch lieber kopulieren. Dies sollte das Grundmotto für die 5. Staffel sein.

Jussra Vielleicht wird Game of Thrones in der nächsten Folge einiges wieder gutmachen, in dem wahrscheinlich die 10. Folge doppelt so tragisch und blutig wird. Dabei muss sie für mich nicht unbedingt alle Handlungstränge beleuchten und nachholen, die schon in der 9. Folge hätten vorkommen sollen. Es reicht, wenn Folge 10 einfach so wird wie alle anderen Folgen auch. Spannend, voller Überraschungen, Konflikten zwischen den Charakteren und Kämpfen, die Schicksale entscheiden. Ich werde vorbereitet sein, denn man weiß ja nie.

Timo Nach dieser Folge freue ich mich richtig auf das Staffelfinale, in der letzten Staffel wurde ich nämlich enttäuscht. Diesmal wird aber mehr passieren als ein bloßes Statusupdate, um den Zuschauer auf die nächste Staffel vorzubereiten. „Children“ wird reinhauen, das haben die Macher versprochen!

13 Gedanken zu “Game of Thrones: The Watchers on the Wall

  1. Ja also, ich finde man muss eben wirklich zwischen Buchlesern und reinen Serienguckern unterscheiden. Und da es eben so schwer ist, Menschen, die quasi den Verlauf der Geschichte schon kennen immer wieder zu überraschen, kann man hier meiner Meinung nach Benioff und Weiss nicht zu viel vorwerfen. Man merkt auch trotzdem den leichten Unterschied zwischen Jussra und den Buchlesern, die Enttäuschung ist auf eurer Seite selbstverständlich gross, aber es ist und bleibt trotzdem eine Serie, die auf dem Buch basiert und deswegen gibt es ist nicht immer Spielraum für viel Abweichungen (die gab es ja schon zuvor in der Serie, meintet ihr ja).

    Aber wie ihr bzw du ja schon sagtet, wurde damit der Hype gebrochen – was ich ehrlich gesagt garnicht schlimm finde, denn so sind wir als Zuschauer noch unwissender und es kann jede Folge überraschen

  2. ich fand sie trotzdem kacke! Eine Folge ohne Khaleesi ist eine verlorene Folge xP

  3. okay ihr seid tatsächlich ziemlich kritisch… ich hab ja mittlerweile eine andere Theorie: Martin sagte mal, dass er seine Bücher so schreibt, dass der Leser bei jeder Seite Angst haben muss, sein Lieblingscharakter stirbt.. und hier würde ich eben Oliver zustimmen. wir gingen natürlich alle mit einer Erwartungshaltung an die Sache, die es uns unmöglich macht, diese Folge als „gut“ zu empfinden.. die 10. werden wir uns trotzdem anschauen. und die 5. Staffel auch. Es tut eben keinrn Abbruch. Wenn man vom Set her geht, war es doch 9. Folge würdig. Ich denke es war einer der teureren Folgen. Der Kampf hat genervt und man wollte immer zu den Lannisters rüber switchen, aber es kam und kam nicht. Ich glaube aber nicht, dass sowas zufällig passiert. Du weißt eben nicht, was passiert. selbst bei einer 9. Folge nicht. Und während wir uns über diese Folge aufregen, sitzen die Autoren gemutlich bei ner Flasche Wein (oder Wodka), genießen den Shitstorm und die Verschwöhrungstheorien.

  4. Wäre es doch nur eine Kette gewesen!! 😀 Es war in ANKER-Dings!! Und die Wirkung bei mir war einfach nur peinlich berührtes Gelächter – Wie übrigens bei jeder überzogenen Gewaltszene, z.B. der Schmiedehammer – egal, ob Hommage an Donal Noye oder nicht. Dreckige Kampfszenen sind schön und gut, an Gewalt hat GoT von Anfang an nicht gesparrt – mein Gott, es hat Babys gemeuchelt, Soldaten Beine amputiert, Männern den halben Kopf mit Steinen weggeschmettert, Pferde geköpft und schwangeren Frauen den Bauch aufgeschlitzt. Aber der richtige Ton ist dabei entscheidend. Die Szenen sollen schockieren und eben nicht lächerlich sein und Gelächter auslösen. Und diese Folge musste ich fast viel Lachen. Aber ich glaube, das ist wirklich eine Diskussion, die schon zu viel angesprochen wurde und keine weiteren Ergebnisse bringt 😉

  5. Man muss hier unterscheiden zwischen Buchlesern und den Leuten, die nur die Serie schauen. Ich kenne die Bücher (und habe in den Rezensionen immer die Buchliga vertreten) und wusste demnach, dass KEIN Jon Snow heute sterben wird und was mit Tyrion geschehen wird. Die Produzenten sind demnach auch nicht so mächtig, wie du sie beschreibst, weil sie in den Hauptsträngen immer noch Martins Geschichte folgen und nie (bzw. noch nicht) einen bedeutenden Charakter opfern würden, wenn es in der literarischen Story nicht auch so ist. Die Gruppe der Buchleser ist zu groß und zu mächtig dafür, als dass die Serie es sich leisten könnte, sie komplett zu schocken. Und dass die Macher sich an Martins Hauptstory bis zum Ende halten werden, ist klar, da sie ja mit ihm zusammenarbeiten.
    Demnach haben sich die Macher nicht dagegen entschlossen, Jon zu opfern, und alle haben es auch nicht erwartet – und einzige unangenehme Überraschung war, dass es keine Überraschung gab.
    Ich bin wirklich keine festgefahrene Buchverteidigerin und begrüße jede Überraschung. Aber die Serie hat eben das große Problem zwei Fraktionen an Fans zufrieden zu stellen, was nochmal zeigt, dass Benioff und Weiss ziemlich anhängig sind. Und the Watchers on the Wall war nicht das, was ich erwartet habe – vorallem mit Hinblick auf die nochausstehende Folge. Auch in allen vorhergehenden Staffeln war ich Buchleser und wurde immer positiv überzeugt. Aber Staffel 4, Folge 9 war einfach nicht MEIN GoT – so wie ich es erlebe.
    In dieser Rezension haben wir übrigens vier unabhängige Meinungen (die nicht abgesprochen sind – wir haben die Folge diesmal nicht alle zusammen geschaut) und dennoch fällt sie viermal in vielen Punkten negativ aus. Eine andere Mischung von Leuten hätte sicherlich ein anderes Ergebnis geliefert.
    Umso besser, dass du das alles nicht so empfindest und uneingeschränkt Genießen kannst! 😉

  6. „Es ist nicht viel passiert aber von der Inszenierung her war es einfach super!“ – Genau unser Fazit würde ich sagen 😉

  7. Also ich kann Eure Meinung in den meisten Punkten einfach nicht nachvollziehen… Die Folge hat alles andere als versagt. Die Entscheidung nur die Wall zu zeigen und nicht zu springen war genau richtig… bei der Schlacht vom Balckwater war es nicht anders. Wäre die Folge gesprungen würden wir uns alle sofort an die Wall zurück wünschen um zu sehen was da abgeht.
    Nun ist es richtig, dass die Folge keinen so emotionalen Impact hat wie z.B. Neds Tod oder die Red Wedding… Aber das hatte Blackwater auch nicht…
    Wo ich das einzige Problem sehe war YgrittesTod… Einerseits war er mir auch etwas zu hollywooddig aber was das hauptsächliche Problem war, dass sich keiner um diese dumme Kuh schehrt… Durch die komplette Staffel wurde Ygritte viel zu negativ gezeichnet… sie war eine kaltblütige Killerin, die unschuldige Bauern abschlachtet und über das Land wütet. Wie soll man mit so einer Person sympatisieren? Alle verstorbenen Starks haben sich stehts nach einem gewissen Moralkodext verhalten. Sie waren die Guten, die einzig guten. Desshalb waren wir am Boden zerstört als sie abgeschlachtet wurden. Desshalb fiebern wir jetzt alle Tyrions Hinrichtung entgegen. Ygrittes Tod hat mich mehr gefreut, dass der kleine Junge seinen Vater rächen konnte.

    Was den Rest betrifft war die Folge einfach episch! Es ist nicht viel passiert aber von der Inszenierung her war es einfach super!

    Und Jannik: Die Kette war ja mal das Geliste was es jemals gab. Und auch eine kleine Hommage an Blackwater, da da Tyrions Kette gar nicht vorkam.

    Allgemein finde ich auch Eure Kritik an der Gewalt etwas übertrieben. Ja in dieser Folge gab es sehr viel Gewalt. Aber immerhin war es auch eine verdammte Schlacht! Und da sehe ich lieber ein paar dreckige Kampfszenen als einen blutlosen Schlagabtausch ohne Tote.
    Einzige die Einstellung mit der Hand nach der Kette, die wie gesagt richtig gleich war, hätte man weglassen können.

    Und die Riesen sind ja mal richtig geil! Pro Riese! Riese 4 Life! Mammut-Power!

  8. Ich glaube die Redaktion hat sich teilweise zu sehr auf eine Meinung eingeschossen.
    Das Problem lag daran, dass alle Zuschauer den Tod eines berühmten Charakters sehen wollten, ihn regelrecht forderten. Deshalb fand ich die Überlegung der Macher, eben keinen Jon Snow oder Tyrion Lannister zu opfern, nur logisch. Das verstärkt doch lediglich die Macht der Produzenten, sich eben nicht den Hoffnungen und Erwartungen des Publikums zu beugen, sondern immer wieder für (unangenehme) Überraschungen zu sorgen. In diesem Fall also NICHT Jons Tod.
    Zur übertriebenen Gewalt wurde bereits viel gesagt. Ich kann nur hinzufügen, dass ich trotz der ganzen Metzelorgie durchgehend gespannt war, ob Castle Black (mit ihm Samwell, Jon, Gilly etc.) nun wirklich fallen sollte und vermisste deshalb nicht den Blick in die restlichen Teile Westeros.
    Was Ygrittes Tod angeht, so empfand ich ihn weniger als kitschig oder theatralisch, als viel mehr als Reminiszenz an Talisas Tod auf der Roten Hochzeit, die in ähnlicher Manier in Robbs Armen lag.

  9. Ich war ehrlich gesagt überrascht dass in dieser Folge ausschließlich Castle Black gezeigt wurde. Weder Arya und Hound, Sansa und Petyr, und schon garnicht Tyrion wurden gezeigt. Ist auf der einen Seite schade, dient aber wohl zur Erhaltung der Spannung für die Schlacht. Schlecht fand ich die Folge keinesfalls, war nur irgendwie nicht klassisch GoT…War eigentlich durchweg unterhalten, und spannend war die Folge auch.
    Inhaltlich ist jedoch nich viel passiert, was sie wiederrum als Folge 9 irgendwie zu „schwach“ wirken lässt. Is ja nur meine Meinung!

  10. Ja tatsächlich 😀 Logisch, wo hätte der Pfeil auch plötzlich sein sollen… Jetzt ist es schon weniger komisch^^

  11. Nachtrag zu meinem Teil mit dem Spieß: Das ist der Pfeil der ihn schon getroffen hat, jetzt ist das nicht mehr so unsinnig! 😀 Hab ich kaum gesehn auf meiner (auf jeden Fall legalen!) Version.

  12. Die Inszenierung hab ich ja auch gelobt, sowas sieht man sonst nicht im Fernsehen. Frage ist halt, will ich das? Ich hätte mir einfach gewünscht wenn zwischendurch mal was anderes gezeigt werden würde (z.b. Tyrion!!), dann hätte es das auch aufgelockert und die unnötigen Splatterszenen hätte man stattdessen weggelassen können. Unterm Strich stand ich trotzdem unter Spannung, so super wie es inszeniert war. Hätte man die paar komischen Szenen weggelassen, hätte sich die Spannnung bei mir mit Sicherheit auch gehalten.

  13. Die Kritik ist nicht komplett ungerechtfertigt; das mit der Gewalt seh ich ähnlich, die Darstellung war einfach zu übertrieben.
    Aber für eine Fernsehproduktion liefern die schon krasse Schlachten ab und im Vergleich zum Kampf am Blackwater war das eine deutliche Steigerung. Da bleibt halt nicht ganz so viel Zeit für Zwischenmenschliches. Soll es ja auch nicht, die Kämpfe dienen ja nur als Grundlage für darauf folgende Zwischenmenschlichkeiten. 😉
    Btw, dass die Angriffe der Wildlinge simultan stattgefunden haben, ist aus taktischer Sicht besser umgesetzt als in den Büchern.
    Außerdem gibt’s ein paar nette Verweise auf nicht vorkommende Charaktere wie den Schmiedehammer (Donal Noye) und den kämpfenden Koch (Three-Finger Hobb).

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