Eine Story, die auf einem Sciece Fiction Roman und einem Monthy Python-Sketch basiert, nach Hollywood aussieht und viele Anspielungen sowohl auf Blade Runner, Brazil als auch Equilibrium macht, gepaart mit Action und Blut. Wie mag so ein Film wohl aussehen?

Auf alle Fälle sehenswert.

Ein Mann namens Remy (Jude Law) tötet in einer heruntergekommenen Zukunft für eine kapitalistische, unmenschliche Firma, wird schließlich Opfer vom eigenen System, wandelt sich daraufhin und kommt in Konflikt mit seinem besten Feund und ehemaligen Kollegen (Forest Whitaker), der weiterhin von seinem Job als Repo Men überzeugt ist.

Die Repo Men treiben sozusagen Schulden ein – indem sie lebenden Menschen ihre künstlichen Organe, die sie nicht mehr bezahlen können, auf recht drastische Art und Weise wieder „rückübereignen“.

Klingt wie ein billiger Abklatsch von Blade Runner und x anderen Hollywood-Streifen. Und tatsächlich wird mehr als so manches Klischee erfüllt – z.T. auf plakativste Art und Weise –, erscheinen einige Dialoge mehr als nur abgedroschen und scheint der Film eine billige Moral vermitteln zu wollen.

So verrät man z.B. nichts unvorhergesehenes, wenn man erzählt, dass Remy eine klassische Familienproblematik durchlebt und sich dann in eine andere Frau (Alice Braga) verliebt.

Aber das Aber: bei aller Einfachheit des Films ist der Film gar nicht so einfach einzustufen. Denn er entwickelt eine gute Portion skurrilen Witz. So werden z.B. die brutalsten Sachen in Zusammenhänge gesetzt, die einen nicht nur zum Schmunzeln bringen und den Splatter-Faktor gehörig abmildern, sondern auch eine gute Brise Einfalsreichtum mit sich bringen, die durchaus als „intelligent“ bezeichnet werden kann.

Absurde Gewalt. So könnte man sagen. Wer kein Blut sehen kann, muss oft wegsehen und auch weghören, doch wer Splatter liebt, wird auch nicht bedient werden.

Der Film wächst über sich selbst hinaus und entwickelt ein Potential, das man ihm gar nicht zutraut. Wandlungen, eine herrliche Atmosphäre, Spannung, herborragende Schauspieler und Witz stehen abedroschenen Szenen, zu offensichtlichen Smart- und VW-Werbungen, billigen Produktionsbedingungen und plakativem Moralgeplänkel gegenüber.

Das Spielfilmdebüt von Miguel Sapochnik wird sicher konträre Meinungen hervorrufen und vielen Kritikern wird der Geifer aus den Lefzen tropfen – doch wer etwas Altbewärtes sehen will, das dennoch etwas völlig Neues ist, wird von dem Film gut unterhalten werden.

Und spätestens am Showdown der Geschichte hat jeder Grund zum Jauchzen. Soviel soll verraten werden: wer eine Liebesszene sehen will, wie man sie noch nie gesehen hat, der ist bei Repo Men genau richtig.

Facts:

Regie: Miguel Sapochnik

Vorlage: The Repossession Mambo von Eric Garcia.

Eine US-Kanadische Produktion

Länge: 111 Minuten

Premiere (Deutschland): 3.Juni 2010.

Repo Men in der Internet Movie Data Base:

http://www.imdb.de/title/tt1053424/