How To: Das perfekte Anime-Opening

1. Einführung

Zunächst einmal muss dem Zuschauer ein grafisch aufwendiger Titel geboten werden, der meist in einer einzigartigen Schriftart geschrieben wird. Dabei ist ein sehr beliebtes Element der Schwenk vom Hauptcharakter in den Himmel.

2. Vorstellung des Protagonisten

Im weiteren Verlauf des Openings muss mehr von der aufwendig entworfenen Hauptfigur gezeigt werden, damit man versteht, wie tiefgründig diese doch ist. Dabei wird hier gerne die Rückenansicht mit Blick auf ein naheliegendes Ziel gewählt. Zusätzlich kann dazu an dieser Stelle noch mit einer Überblendung gearbeitet werden, um z.B. noch das Gesicht des Helden zur Geltung zu bringen.

3. Vorstellung der Nebencharaktere

Natürlich ist der Hauptheld nicht der einzige Charakter, der für den jeweiligen Anime steht. Meist wird dieser von ewig vielen Nebenfiguren begleitet, die natürlich auch alle einen Platz im Opening finden wollen. Um die alle unterzukriegen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zum Einen kann man in dieser Einstellung mit der Kamera an einer großen Personenmenge vorbeifahren, um wenigstens einen groben Überblick über die Figuren zu verschaffen. Passend dazu (und allgemein gerne in Anime-Openings) zu sehen ist der Wind, der ausdrucksstark durch die Haare weht.

Zum Anderen ist eine oft gesehene Alternative eine viel zu schnelle Slideshow, die jeden Nebencharakter einzeln erfasst.

4. Tiefe der Figuren

Die Rückenansicht ist schon mal ein guter Anfang, dennoch besitzen Anime-Figuren meist wesentlich mehr Tiefe, welche ja unbedingt im Opening gezeigt werden muss. Hier gibt es ein ganzes Repertoire an Szenen, welche immer wieder ihren Weg in Anfangssequenzen finden.

Um einen gewissen Einblick in das Innere des Charakters zu geben oder eine Verbundenheit zu einer anderen Figur zu symbolisieren, blicken Zuschauer den Charakteren wortwörtlich tief in die Augen.

Sowohl das Bestreben von Helden als auch der Suche nach Sinn, werden besonders gerne durch eine Greifbewegung dargestellt, bei der nur der Arm im Fokus steht und sich lediglich der Hintergrund wechselt.

Der nach oben gerichtete Blick, welcher vermutlich gen Himmel, zeigt Verletzlichkeit, aber auch das Hoffen auf die Zukunft.

Mysteriöse Charaktere, welche dem Zuschauer in den ersten Folgen noch nicht in Gänze bekannt sind, werden oftmals verschleiert oder sehr minimalistisch zensiert. Häufig reicht es aus, dem Zuschauer lediglich die Augen zu enthalten.

Die düsteren und traurigen Seiten eines Charakters werden man am besten durch Aufnahmen im Regen verkörpert.

5. Dramatik

Was wäre ein Anime-Opening schon ohne Drama? Deswegen benötigt dieses auch dringend eine (meist weniger subtile) Darstellung eines Konflikts.

Ein Held muss auch Feinde haben! Und um das dem Publikum einprägend zu verbildlichen, dürfen keine Kampfszenen als Highlight des Openings fehlen.

Aber auch der Kampf mit sich selbst steht oft im Mittelpunkt. An dieser Stelle ist ein Fall als Metapher des inneren Konflikts beliebt.

6. Abschluss

Das krönende Ende eines Openings kann auf verschiedene Weisen ablaufen. Viele Studios versuchen, die vorher aufgebaute Dramatik am Ende aufrecht zu erhalten und mit dem ungewissen Ausgang des Kampfes diese nochmal verstärken.

Um das zu erreichen wird oft ein Angriff des Helden gezeigt, den man im spannendsten Moment einfriert.

Andererseits ist es oft auch einfach besser, das Ende fröhlich zu gestalten. Dafür muss ein Charakter nur einen schönen Hintergrund entlanglaufen oder einen Sprung ins Ungewisse wagen. In den meisten Fällen macht er beides.

Alle gifs wurden vom Autor selbst erstellt.)