You Can’t Kill Us

Sich selbst verwirklichen und die Musik machen, die man selbst machen möchte. Diesen Traum hat sich die mittlerweile zweiköpfige Band Icon for Hire erfüllt – doch dafür mussten sie hart kämpfen.

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Der Ausstieg

Im Juni 2015 trennten sich Icon for Hire von ihrem Label Tooth & Nail Records. Für den Grund nannten sie kreative und ideologische Differenzen. Zudem stieg im selben Jahr noch der Drummer der Band – Adam Kronshagen – aus, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Doch die Sängerin Ariel Bloomer und der Gitarrist Shawn Jump blieben fest entschlossen ihren Traum zu verwirklichen und nun auf eigene Faust Musik zu machen. Den Weg zur Indie-Band konnten die Fans auf Ariels Youtubekanal verfolgen. Regelmäßig werden dort Videos hochgeladen, in denen sie über persönliche Erfahrungen spricht und ihren Fans Mut macht zu sich zu stehen.

Icon Army

Diese emotionale Offenheit der Band und den Mut auch schwierige Themen, wie Sexismus (Now You Know), Sozialkritik (Make A Move) und den Kampf mit seiner eigenen Psyche (Under The Knife), in ihren Texten anzusprechen, verschafft Icon for Hire ihre treue Fangemeinde – die Icon Army. Ihre Unterstützung zeigte sich vor Allem in der Kickstarter-Kampagne, die die Band für ihr erstes Indie-Album erstellt hat. Gleich das Dreifache an Geld wurde für das neue Projekt „You Can’t Kill Us“ gespendet. Die Frontsängerin selbst hat in einem ihrer Videos ihre Dankbarkeit für den Support der Fans geäußert und berichtete über einige Fans, mit denen sie persönlich gesprochen hat, die diese Musik gebraucht und genutzt haben, um über ihre psychischen Krankheiten hinwegzukommen („That music helped me through“). Im Anschluss fügte sie noch hinzu, dass die Band kein Label braucht, um solche Musik für ihre Fans zu produzieren.

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You Can’t Kill Us

Die Prämisse “You Can’t Kill Us” findet sich in jedem Lied auf dem Album wieder. Hinter jedem Track steckt eine starke Botschaft, die die Fans motivieren soll, sich niemals unterkriegen zu lassen. Der erste Song auf dem Album Supposed to be handelt davon, sich selbst nach einer großen Veränderung wiederzufinden, aber auch das Überwinden einer Krankheit kann man hier hineininterpretieren. Es stellt sich die Frage, wie man weiterleben soll, nachdem man geheilt worden ist. Was passiert nachdem man seine Sucht überwunden hat, mit der man sich so lange identifiziert hat? Mit was soll man sich nun identifizieren? Im Musikvideo dazu, erkennt man auch den persönlichen Wert dieses Liedes für die Band, da sie hier ihre Trennung vom Record Label verarbeiten.

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Insgesamt lässt sich der Inhalt des Albums in drei Akte aufteilen. Der erste Part zeigt eine Veränderung bzw. eine Verbesserung des bisherigen Zustandes. Man trennt sich von etwas, das einem nicht gut tut und möchte dagegen ankämpfen („Fight back your demons“- Demons). Es geht um den Kampf mit sich selbst, seiner Krankheit und Sucht. Im zweiten Teil wird man dazu motiviert sich selbst gegen die Unterdrückung anderer aufzulehnen. Man möchte ausbrechen, man selbst sein, sich akzeptieren und beweisen, dass man sich nicht unterkriegen lässt. Es ist eine motivierende und stärkende Botschaft dahinter, dass man sich trauen soll, der zu sein, der man wirklich sein möchte („Let’s stop letting everyone tell us how to live, tell us who to be“– Too Loud). Im finalen Akt zeigt sich die eigentliche Prämisse deutlicher denn je. Man zeigt, dass man den Kampf überlebt hat und weitehin für sich kämpfen wird („Can you believer we’re still alive? Here we are, bruised and battle scared“– Here we are). Man wird den Schmerz zwar nicht vergessen, allerdings versucht man damit klar zu kommen und weiterzumachen, obwohl man einst so verrückt nach seiner Sucht war. („We’re all holding on trying to make sense of the insanity that we once loved“- Get Well II). Die Zeilen “I need my pain, don’t take it away, my sad makes me special” aus Get Well II zeigen die Entzugserscheinungen während des Heilungsprozesses. Es ist normal zurückzudenken, trotzdem sollte man daran festhalten gesund zu werden. Das letzte Lied auf dem Album You Can’t Kill Us erzählt über den Zustand nach der Heilung. Man wird gesund, aber man hört nie auf zu kämpfen. Doch der ständige Kampf macht einen stark und zu dem, was er ist. Die Botschaft ist also, wie der Titel selbst „You Can’t Kill Us“. Die Krankheit kann und wird uns nicht besiegen. Wir werden immer weiterkämpfen. („Still we fight, we will survive. Can’t kill the fire we feel inside.“- You Can’t Kill Us)

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Fazit

Durch das ganze Album zieht sich ein roter Faden, der die Gesellschaft sowie ihr Ideal kritisiert. Im Vordergrund erscheint die Intention, dass man sich selbst als wertvolles Individuum anerkennen und sich nicht aufgrund der Medien oder seinem persönlichen Umfeld verbiegen soll.

Obwohl sich Icon for hire stark von ihren vorherigen Alben distanziert haben, merkt man ihre Weiterentwicklung und die Absicht, die hinter dem Album steckt. Im Gegensatz zu den Vorgängern sind hier mehr Rap-Parts und Wiederholungen vorzufinden, die dadurch jedoch auch die Botschaft dahinter verstärken.

Mit diesem Werk schaffen sie es, dass man sich auch in schwierigen Situationen nicht alleine fühlt. Man merkt plötzlich, dass man nicht der Einzige ist, der so etwas durchmacht. Es gibt einem den Mut weiterzumachen und weiterzuleben.

„We hold on, stay strong, and never forget.” – You Can’t Kill Us

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