Was die Praxis zu bieten hat

Ein ganz normaler Morgen Ende November: vor der Mensa der Uni Bayreuth steht ein Reisebus. Davor zirka 40 Studenten, die meisten mit Kaffebechern in der Hand. Man sieht müde Gesichter. Aber hinter der Müdigkeit versteckt sich auch Spannung.

Spannung auf das, was die Studenten die nächsten zwei Tage erwarten wird. Geplant ist eine Exkursion in die bayrische Landeshauptstadt. In München ist nämlich nicht nur der Sitz der Landesregierung, sondern auch Sitz des Bayrischen Rundfunks. Im Bus stimmt Dozent Jens Wagner die Studenten auf die bevorstehende Reise an. In den ausgeteilten Texten findet sich ein Begriff, der den Studenten in den folgenden Tagen immer wieder begegnen sollte: „Crossmedia“.

Der Crossmediajournalist produziert nicht nur für ein Medium, sondern versucht mit seiner Arbeit gleich mehrere Distributionswege abzudecken. Die Experten mit denen wir während unserer Exkursion diskutieren durften, waren sich zwar nicht ganz einig, ob ein Journalist wirklich alle Medien abdecken können muss, oder ob es genügt sich mit den Eigenheiten der verschiedenen Medien auszukennen. Eines steht jedenfalls fest,  die Journalisten von Morgen sollten Allrounder sein.

In München angekommen waren die erste Station die Radiostudios des BR. Die Studenten wurden durch die Räumlichkeiten von Bayern 3 geführt. Ulli Wänger der Chef des Wortprogramms beantwortete viele Fragen: Hat die CD im Radio ausgedient? Was geschieht, wenn die Technik mal versagt? Und wie kann man durch Vorproduktion Pannen im Livebetrieb vermeiden? Keine Frage blieb unbeantwortet. Nur ein Autogramm der „Frühaufdreher“ gab es leider nicht. Diese waren nämlich schon im wohlverdienten Feierabend.

Als nächstes ging’s ins Studio von on3. Hier konnten die Studenten sehen, wie Crossmedialität in der Praxis funktioniert. Die On3 Redaktion produziert nämlich gleichzeitig ihr Onlineradio, sowie wie die On3-Startrampe fürs Bayrische Fernsehen.

Nachdem die Führung beendet war, gab es die Möglichkeit mit den On3 Programmmachern zu diskutieren.

Die spannenden Eindrücke des Tages konnten dann am Abend in gemütlicher Runde bei Bier und einer Fussballübertragung verarbeitet werden.

Am nächsten Morgen hatten die Studenten ein Date mit Ulli Brenner. Er ist Schulleiter der deutschen Journalistenschule (DJS) in München. Passenderweise fand das Treffen in den Räumlichkeiten statt, in denen die DJS auch ihren alljährlichen Prüfungsmarathon abhält. Herr Brenner meinte dazu verschmitzt, wenn einer von Ihnen vor hat, am Aufnahmeverfahren teilzunehmen dann kennt er wenigstens schon mal die Räume. Das ist ein Vorteil.

Zu den  Absolventen der DJS gehört übrigens auch Jan Weiler der Autor des Buches: „Maria, ihm schmeckts nicht“. Dieser wurde aber erst beim vierten Versuch angenommen. Ein langer Atem lohnt sich also!

Danach wurden die Studenten im Fachbau der DJS von Herbert Stiglmeier besucht. Dieser zeichnet sich verantwortlich für die Sendung „Freizeit“.

Die Sendung ist für Theater und Medien Studenten besonders Interessant: Sie versucht nämlich ihre Reportagen in eine Rahmenhandlung rund um den Moderator Max Schmidt einzubinden. Dabei wird  Informationsvermittlung mit filmischen Elmenten verbunden.

Die letzte Station der Studenten waren die Fernsehstudios des BR. Hier waren die Studenten das Studiopublikum bei einer Aufzeichnung der Abendschau. Bei der anschließenden Führung durch Bild- und Tonregie konnte man sehen, wie viel Technik in so einem Fernsehstudio steckt.

Auf der späteren Heimfahrt im Bus haben fast alle  geschlafen, vielleicht träumte der ein oder andere von einer Karriere beim Radio oder Fernsehen?

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