Tod einer Legende: Ein Nachruf für Lucas Arts

Oh du tolles Lucas Arts. Was hast du uns nicht alles für großartige Spiele beschert! Deine Adventures waren legendär, deine Franchise-Titel brachten uns immer Star Wars-Feeling par excellence. Jetzt ist dein Ende gekommen. Du wurdest zuerst, zusammen mit deinen dicken Brüdern, von der Riesenmaus gefressen und dann, nur weil du in letzter Zeit etwas an Geschmack verloren hast, ungekaut wieder ausgespuckt. Welch trauriges Schicksal für dich, oh du ehemaliger hellster Stern am Entwicklerhimmel.

Oder einfach nur: FUCK YOU DISNEY!!!!

Mit Point & Click Adventuren wie Monkey Island revolutionierten die Jungs von Lucas Arts die Spieleindustrie

Mittlerweile sollte sich die Kunde verbreitet haben. Disney schließt das legendäre Entwicklerstudio Lucas Arts. Im Zuge der Übernahme der Star Wars-Lizenz fiel die vor über 20 Jahren von George Lucas gegründete Spieleschmiede an Disney. Jetzt gab der Mediengigant die Auflösung des Studios bekannt. Als Grund gilt, auch wenn sich Disney zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht offiziell geäußert hat, wie immer das Geld. Denn die zuletzt von Lucas Arts entwickelten Titel spielten nicht den erwarteten Gewinn ein oder floppten total.

Auch wenn es in letzter Zeit nicht so gut lief, gilt Lucas Arts als eines der legendärsten Spieleschmieden aller Zeiten. In den 80ern und 90ern prägten sie die Gameslandschaft wie kaum ein anderes Studio und begründeten mit Spielen wie Maniac Mansion, Monkey Island und Zack McKracken das Genre der benutzerfreundlichen Point & Click – Adventures. Bis heute gelten die „Lucas Arts – Adventures“ als legendäre Meilensteine der Spielegeschichte, die man gespielt haben muss.

Durch die Schließung des Studios stehen auch die momentanen Projekte vorerst vor dem Aus. So ist auch die Zukunft des vielversprechende Star Wars 1313, das nach neusten Informationen von Boba Fett handeln sollte, ungewiss. Zwar besteht generell die Möglichkeit die Entwicklung von einem anderen Studio fortsetzen zu lassen, ob es aber soweit kommt, ist noch unklar.

Entwicklerlegenden wie Ron Gilbert (links) und Tim Schafer (rechts) bot Lucas Arts ein Zuhause

Ich persönlich bin sehr traurig über die Schließung von Lucas Arts. Es war ein Studio, das meine Zockerkarriere maßgeblich beeinflusst hat. Maniac Mansion war mein aller erstes Videospiel, das ich zusammen mit meinen Vater gespielt habe. Das geniale Day of the Tentacle nahm mir durch seine komplett Vertonung das lästige Lesen ab. Und Monkey Island begleitete mich meine ganze Kindheit lang bis noch ins Teenager-Alter. Auch meine frühe Liebe zum Star Wars-Franchise bescherte mir viele tolle Stunden mit Lucas Arts Spielen.

Wer den Dispositiv-Podcast gehört hat, der wird wissen, dass ich eigentlich begeistert von der Nachricht war, dass Disney Star Wars gekauft hat. Für mich erschlossen sich dadurch ungeahnte Möglichkeiten. Doch jetzt sehe ich das Ganze in einem anderen Licht. Denn die Schließung von Lucas Arts ist mehr als nur ein Verlust für die Spielebranche. Es zeigt was Disney wichtig ist. Nämlich das Geld! Und nur das Geld! Natürlich muss ein Unternehmen auf seine Bilanzen achten, aber die erbarmungslose Schließung eines solchen bedeutenden und einflussreichen Studios zeigt, dass Disneys einziges Interesse dem Profit gilt. Das lässt mich jetzt bangen und hoffen, dass diese Profitgier keinen, der Massentauglichkeit wegen, absolut vereinfachten und beschnittenen Star Wars-Film hervor bringt. Einen Film, der zwar solide Zahlen im Box-Office schreiben, aber nicht mehr als ein schnöder Mittelklassefilm werden wird. Einen Film zwar einen gemütlichen Abend zu Hause bieten, aber keine Leben verändern und die Gesellschaft beeinflussen wird.

Natürlich waren Episode I und II schlecht. Doch sie brachten wenigstens Diskussionspotential. Sie brachten Emotionen. Ein typischer Disney Mittelklassefilm wird kurz aufleuchten und dann schnell wieder verblassen… er wird eher einem abgeschossenen Tie-Fighter gleichen als der Explosion eines Todessterns. Also bitte Disney! BITTE!!! Versaut das nicht! Durch die Schließung von Lucas Arts habt ihr gemerkt wie wichtig den Fans das Franchise und alles was damit zu tun hat ist. Also traut Euch was, liefert tolle Arbeit ab und stellt zu allererst die Fans zufrieden und denkt erst dann an das Geld… von dem habt ihr ja wahrlich genug.

Was haltet Ihr von der ganzen Sache? Seid Ihr auch traurig? Welche guten Erinnerungen verbindet Ihr mit Lucas Arts?
Nutzt doch mal die, übrigens viel zu wenig gebrauchte Kommentarfunktion…

3 Gedanken zu “Tod einer Legende: Ein Nachruf für Lucas Arts

  1. Naja ich finde man hätte wenigstens die noch ausstehenden Projekte beenden können. 1313 sah ja echt interessant aus…

  2. Ich kann Disney da jetzt nicht den größten Vorwurf machen. Klar hätten sie LucasArts noch eine Chance geben können, zumal Point & Clicks ja seit ein paar Jahren wieder im Kommen sind. Aber wie Timo schon sagte: Was hat LucasArts in den letzten Jahren denn schon großartiges gemacht? Ich denke, die meisten sind zum Großteil wegen des Nostalgiefaktors so traurig. Schade ist es natürlich trotzdem, zum einen für die Mitarbeiter, und zum anderen, weil man nicht weiß, was sonst gewesen wäre.

  3. DIe haben seit 10 Jahren nichts mehr gemacht was mich wirklich interessiert hat. Und Schafer und Gilbert machen doch eh schon ihr eigenes Ding. Schade für die rund 150 Mitarbeiter ohne Job, aber vielleicht lässt Micky Maus die ja an den Special Effects von Star Wars 7 rumbasteln.

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