The Christmas Company

Geschrieben von Sophia, vor etwa sieben Jahren,  als sie selbst erst 13 war.

„Ahh, was für ein wundervoller Adventsmorgen!“ rief der Weihnachtsmann, sprang aus dem Bett und riss die Vorhänge des Fensters zurück.“ Und wieder muss ich einen Berg von Papierkram erledigen und in der Firma nach dem Rechten sehen!“ brummte er und setzte sich an seinen Schreibtisch.

„Also, was haben wir denn da? Einen Lagebericht vom Kobold – Kontrolldienst, einen Berg von Wunschzetteln… oh mein Gott, es ist ja schon 10.00Uhr, ich muss los!“ rief er erschrocken. Schnell sprang er in die weiche rote Hose, streifte sich die rote Jacke und den ebenfalls roten Mantel über, packte die Wunschzettel und die restliche Post in seinen Sack und hastete mit den Pantoffeln noch an den Füßen zur Tür hinaus.

Er rannte durch die Straßen des kleinen Dörfchens Himmelpfort, wo er wohnte und wo die Christmas Company Ihren Sitz hatte. Die Christmas Company, das war das riesige Unternehmen des Weihnachtsmannes. Diese Firma machte es möglich, dass alle Kinder an Weihnachten Geschenke bekamen. In ihr wurde alles hergestellt, was Kinder sich wünschen.

Für normale Menschen war sie unsichtbar und alle Mitarbeiter brauchten eine Chipkarte um hineinzukommen.

Nachdem der Weihnachtsmann seine Karte zwischen das 5. und 6. Brett des alten, morschen Eingangstor gesteckt hatte, betrat er die wunderschön geschmückte Eingangshalle und ging direkt auf die Aufzüge zu. Von allen Seiten kam von den kleinen Zwergen und Kobolden, die durch die Halle wuselten, ein piepsiges: „Guten Morgen, Sir!“ und ein Kobold von der Neulinge-Einweisungs-Zentrale sagte zu den verängstigten Lehrlingen hinter ihm: „Das ist euer Chef!“.

Er konnte sich gerade noch in einen überfüllten Aufzug quetschen, als schon die Türen zuratterten. Alle Wesen im Aufzug piepsten gleichzeitig: „Guten Morgen, Sir!“ Es war auch eine Gruppe Lehrlinge dabei. Diese hatten auf den Knopf zum 2. Untergeschoss gedrückt. Also fuhren sie erst einmal nach unten. Als der Aufzug hielt und die Türen aufgingen, sagte eine hohe, piepsige Elfenstimme, die aus den Lautsprechern kam: „2.Untergeschoss: Neulinge-Einweisungs- Zentrale!“ Die Gruppe Lehrlinge wuselte hinaus. „Jeder Knopf ist heute wieder gedrückt! Hätte ich doch bloß die Treppe genommen!“, dachte der Weihnachtsmann verärgert. Nun hielten sie im 1. Untergeschoss und die Elfenstimme verkündete: „1.Untergeschoss: Fertige-Geschenke-Aufbewahrungsabteilung!“ Zwei Zwerge, die Arme voller Geschenke, trippelten hinaus. „Erdgeschoss: Halle mit Empfangsschalter, sowie Wunschzettelannahmestelle!“ Und so ratterte der Aufzug immer weiter nach oben. An den verschiedensten Abteilungen vorbei – Elektronik, Spiele, Bücher, Schmuck, Haustiere, dem Kobold-Kontrolldienst mit der Notfall – und Postengelzentrale – bis endlich aus dem Lautsprecher kam: „DAS BÜRO DES WEIHNACHTSMANNES!!!“ Als der Weihnachtsmann ausstieg, trippelte sofort ein Zwerg auf ihn zu und rief fröhlich: „Einen wunderschönen guten Morgen, Sir! Darf ich ihnen den Mantel abnehmen?“ „Ja dankeschön, Karl!“, antwortete der Weihnachtsmann, gab Karl den roten Mantel und dieser hängte ihn, als ob er aus Glas wäre, an einen Ständer neben der Bürotür.

Kaum hatte sich der Weihnachtsmann in den Sessel hinter seinem Schreibtisch fallen lassen, klingelte auch schon das Telefon.

„Ja, Weihnachtsmann am Apparat!“

„Weihnachtsmann, wie viele Hamster sollen wir bestellen? 10 oder 20 Millionen?“ piepste eine aufgeregte Stimme. „Nehmt 20 Millionen!“, sagte der Weihnachtsmann ärgerlich und legte auf. „Warum fragen sie da mich? Nichts können sie selber machen!“ dachte er wütend. Doch er konnte sich leider nicht bis zum Ende über diese Unselbstständigkeit aufregen, denn in der nächsten Sekunde klopfte es an der Tür und Karl kam schweißüberströmt herein. „Weihnachtsmann, draußen zerdrücken sich die Elfen, Zwerge und Kobolde gegenseitig, um mit dir zu sprechen!“

„Oh nein! Noch mehr Arbeit! Naja es muss ja sein! Lass sie alle zu dritt oder zu viert hereinkommen und beruhige die anderen!“, seufzte der Weihnachtsmann.

Und so verlief sein restlicher Tag. Er hörte sich die Probleme seiner Mitarbeiter an, beendete Streitereien und klärte aufgeregte Fragen.

Als er an diesem Tag nach Hause ging, fühlte er sich elend. Sein Kopf dröhnte, er hatte Rückenschmerzen, seine Nase lief und sein Hals schmerzte. Als er in seinem Haus angekommen war, ließ er sich, mit den Klamotten noch am Leib, ins Bett fallen und schlief sofort ein.

Am nächsten Morgen fühlte er sich nicht besser, sondern schlechter. Sein Kopf fühlte sich an, als würde er jeden Moment zerplatzen und ihm war so schlecht, dass er das Gefühl hatte, sich gleich übergeben zu müssen. Als er aufstand, um ins Bad zu gehen, drehte sich alles um ihn herum und so ließ er sich wieder ins Bett fallen und dabei schmerzten seine Glieder so furchtbar, dass er aufschrie. Doch kaum im Bett, schlief er wieder ein. Er hatte einen furchtbaren Traum: Er fiel in ein tiefes, schwarzes Loch… immer tiefer und tiefer… doch dann sah er ein weißes Licht… er wollte zu diesem Licht hin, doch jemand hielt ihn fest. Er schrie und versuchte sich aus dem Griff herauszuwinden, doch es gelang ihm nicht. Aber plötzlich ertönte eine leise Stimme aus der Ferne, die immer näher zu kommen und lauter zu werden schien: „Weihnachtsmann, Weihnachtsmann… aufwachen!“ Und da schlug er die Augen auf und sah, dass alle Notfallengel um ihn herum standen. Einer beugte sich über ihn und fühlte an seiner Stirn.“Oh mein Gott. Auf ihrer Stirn könnte man ja Spiegeleier braten und das an Weihnachten… und was sehe ich da… ihr Hals ist ja so rot wie eine Tomate und Ihr Gesicht erst… schrecklich. Ich muss Ihnen leider sagen, dass sie die Grippe haben, Sir. Ich verordne strenge Bettruhe – obwohl ich nicht weiß, wer dann die Geschenke austrägt – und diesen Saft viermal täglich einzunehmen.“

„Aber… aber, wenn ich im Bett bleiben muss, wer bringt den Kindern dann ihre Geschenke?! Wenn ich krank bin, dann fällt Weihnachten aus! Das geht nicht! Und mir geht es schon viel besser, siehst du!“, rief der Weihnachtmann und versuchte sich aus seinem Bett hochzustemmen. Doch als er stand wurde ihm so schwindelig, dass er sofort wieder umfiel. „Ihnen soll es besser gehen, dass ich nicht lache. Nein, nein, Sie bleiben im Bett. Und falls Sie sich heute abend doch noch entschließen, auf Ihren Schlitten zu steigen, dann holen Sie sich den Tod und dann wird es nie mehr ein Weihnachten geben. Merken Sie sich das!“ mahnte ihn der Engel und ging mit seinen Kollegen hinaus.

„Oh nein, das darf doch nicht wahr sein! Heute ist Weihnachten und ich bin krank! Was wird aus den Kindern, die auf ihre Geschenke warten!“ Viele, viele Gedanken surrten dem Weihnachtsmann da durch den Kopf und bereiteten ihm so noch mehr Kopfschmerzen. Und schlafen konnte er nun auch nicht mehr. Also saß er auf der Bettkante und blickte betrübt auf die Uhr. Es war 12.00 Uhr. „Ach, in zwei Stunden würde ich meinen letzten Kontrollgang durch die Firma machen und dann auf meinen Schlitten steigen und davonbrausen, um Kinder glücklich zu machen. Aber das fällt dieses Jahr ja aus!“ dachte er schwermütig.

Doch plötzlich sprang er zornig auf, ohne auf seine Rückenschmerzen zu achten: „Das darf ich nicht zulassen! Alle Kinder auf der Welt würden traurig sein. Das darf nicht geschehen! Doch wie kann ich es verhindern?“ Sein Zorn verwandelte sich in Ratlosigkeit. Er überlegte hin und überlegte her, doch dann fiel es ihm ein: „Jaaa… die alte Zeitreiseuhr von meinem Urgroßvater! Mit ihr kann ich die Zeit zurück stellen, gesund werden und dann an Heiligabend doch noch pünktlich die Geschenke austragen!“ rief er begeistert.“ Die Uhr steht, wenn ich mich recht erinnere, auf dem Dachboden… ja… das letzte mal habe ich sie vor ungefähr acht Jahren benutzt, weil die Hälfte der Geschenke noch nicht fertig war!“

Er hastete, ohne auf seine Schmerzen und seine triefende Nase zu achten, die Treppe zum Dachboden hinauf. Dort oben war es staubig und dunkel, dennoch konnte er die Zeitreiseuhr auf Anhieb sehen, denn sie war der einzige Gegenstand hier oben der so hell leuchtete, dass es in den Augen weh tat. Er ging vorsichtig auf sie zu, nahm sie behutsam hoch und schlich die Treppe wieder hinab. Dann stellte er sie auf den Boden, ging hinüber zu seinem Schreibtisch,

nahm ein Blatt Papier und schrieb:

An alle Mitarbeiter der Christmas Company,

ich, der Weihnachtsmann, habe eine Lösung für unser

Problem gefunden. Ich werde mit Hilfe der für den

Notfall bestimmten Zeitreiseuhr, die Zeit um zwei Wochen

zurückstellen, um gesund zu werden und die

Geschenke pünktlich auszutragen.

Euer Weihnachtsmann

Dieses Blatt steckte er in einen Schlitz und drückte auf „Eilmeldung senden“. So würden alle Mitarbeiter erfahren, dass sie jetzt in die Vergangenheit zurück reisten. Dann ging der Weihnachtsmann auf die Uhr zu, stellte die Wochenangabe auf „2 Wochen zurück“ und drückte auf den großen roten Knopf in der Mitte des Zifferblattes.

Er fiel in einen mächtigen Tornado aus Farben und Schatten, der ihn wieder und wieder um ihn selbst wirbelte. Und plötzlich stand er vor Karl und sagte: “ Karl, ich fühle mich nicht gut, ich glaube ich bekomme die Grippe! Aber bis Weihnachten geht es mir sicher wieder gut, ich brauche jetzt nur ein wenig Ruhe, damit ich am großen Tag fit bin. Ihr kommt hier schon ohne mich zurecht, es ist ja nicht mehr viel. Dann wandte er sich ab und ging.

Und am Ende wurde der Weihnachtsmann rechtzeitig wieder gesund und konnte alle Kinder auf der Welt glücklich machen.

THE END

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