Tatort: Bayreuth

Wagner-Festspielhaus_Bayreuth1995 Kopie

Zur Abwechslung mal nicht London, New York oder Paris – nein, in Bayreuth geschieht ein Mord!

„Ich hab ein Setting gebraucht – und hier kenn ich mich aus.“ „Ich hab ein Setting gebraucht – und hier kenn ich mich aus.“ Jacqueline Lochmüller hat ihn geschrieben, den Krimi, in dem mal das kleine Bayreuth im Mittelpunkt steht: Fränkische Verführung. Der Roman hat übrigens sogar einen Erotik-Aufkleber bekommen….“Das war keine Absicht!“, so die Autorin Jacqueline Lochmüller. Vor 49 Jahren ist sie in Bayreuth geboren, zwischendurch mal nach Hof gezogen und jetzt hat sie ihren allerersten Krimi herausgebracht: Fränkische Verführung

Kommissarin Benita Luengo ermittelt in einem Mordfall: eine Leiche mit verbrannten Händen ist in einem Wald am Grünen Hügel gefunden worden. Gruselig – das ist so nah! Unpraktisch nur, dass sie selbst etwas mit dem Toten verbindet…

Quelle: J. Lochmüller

„Zuerst war der Tote da. Dann der Grund, warum er getötet wurde. Und der Rest hat sich einfach entwickelt.“ Aber wie funktioniert das eigentlich? Schreiben? „Es ist wie ein Film, der in meinem Kopf abgespult wird – und ich muss es nur noch aufschreiben.“, sagt Jacqueline Lochmüller. Bis dahin war‘s aber ein weiter Weg – keiner war da, der was lesen konnte, nur Absagen, Frust. Aber aufhören ging natürlich nicht. Schreiben ist ihre Berufung! Ihre Tipps: Erstmal hinsetzen, ausprobieren und versuchen, die Gedanken aufs Papier zu bringen. „Ich wollte unbedingt schreiben und hab den Gedanken immer im Kopf gehabt“Ein Gegenleser ist wichtig. Und außerdem braucht man ganz viel Durchhaltevermögen und einen langen Atem – denn der Markt an Menschen, die schreiben möchten, ist sehr groß. Kritikfähig sein! Und nicht die Krise kriegen! Sie hat’s immer wieder versucht, mit Leuten geredet, sogar ein Fernstudium in Belletristik gemacht.

Autorin Jacqueline Lochmüller

„Ich hab mit 13 gewusst, was ich machen will. Ich wollte unbedingt schreiben und hab den Gedanken immer im Kopf gehabt.“ Zweifler gab‘s natürlich – aber jeder hat irgendwann mal angefangen. Wie hat‘s am Anfang geklappt? Gar nicht. Aber aufgeben kam nie infrage: es ist ein Drang zu schreiben, ein Zwang – es sitzt neben ihr und ist immer da. Erst ein Drama: abgeschmettert. Dann vielleicht Kurzgeschichten: schon besser. Vor allem True Stories. Aber die großen Projekte waren immer im Kopf. Vor einem Jahr dann: Tödliches Verlangen. Der Arbeitstitel vom Bayreuth-Krimi. Erst Exposé, dann steht der Rahmen, es wird wie verrückt in die Tasten gehauen und endlich: der Emons-Verlag sagt ja!

 

Seit Juli ist die Fränkische Verführung schon erhältlich. Aber bei der zweifachen Mutter geht’s natürlich weiter: Büro zuhause, jeden Tag wird von früh bis abends geschrieben – oder auch mal ein Interview gegeben. Ein neues Exposé steht auch schon in den Startlöchern. Was? Ein Krimi natürlich!

Bis dahin ist ihr aktuelles Buch übrigens das perfekte Weihnachtsgeschenk. Und vor allem für Bayreuther mal was anderes als der Standard-Beckett! Pflichttermin für alle, die das Buch mochten: am 6. Dezember gibt’s im Hugendubel in Bayreuth eine Lesung von Jacqueline Lochmüller – dafür ist sie auch schon fleißig am Üben. So ein Hörbuch wär doch auch mal was, oder?

Kommentar verfassen