Still missing – Kein Entkommen

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Thriller, geschrieben von Chevy Stevens. Sie lebt mit ihrem Mann auf Vancouver Island vor der kanadischen Westküste. Früher war sie Maklerin und während einer Open-House-Besichtigung kam sie auf die Idee zu dieser Geschichte.

Chevy Stevens

Der Hauptcharakter Annie O´Sullivan ist Maklerin. Sie hat sich gerade für ein großes Bauprojekt beworben und hat gute Chance diesen Auftrag zu bekommen. Deswegen hat sie leider wenig Zeit für ihren Freund Luke. Er besitzt ein italienisches Restaurant und ist ebenfalls vielbeschäftigt. Trotzdem geben die beiden ein gutes Paar ab und sind glücklich. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Annies Leben sind ihr Golden Retriever, Emma, und ihre beste Freundin Christina, ebenfalls Maklerin.

Mit ihrer Familie hat sie so einige Schwierigkeiten. Ihr Vater und ihre Schwester sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, seither ertränkt ihre Mutter, Lorraine, die Sorgen in Alkohol. Zu Wayne, dem neuen Mann ihrer Mutter, hat sie auch kein sonderlich rosiges Verhältnis. Doch die schlimmsten Probleme liegen wohl zwischen Annies Mutter und deren Schwester, Val. Schon seit sie klein waren versuchen sie sich gegenseitig zu übertrumpfen. Und da Vals Tochter, Tamara, auch Maklerin ist, tragen sie jetzt den Wettkampf über die Erfolge der Kinder aus.

Alles in allem ist Annie mit ihrem Leben zufrieden und plant nach Langem einmal wieder einen schönen Abend mit Luke. Sie hätte sich gern den ganzen Tag frei genommen, um die Sonne zu genießen, aber einen Termin muss sie wahrnehmen. Sie fährt also zu einer Open-House-Besichtigung und wartet auf Interessenten. Doch kein einziger kommt vorbei…bis fünf Minuten vor Ende. Ein sympathischer Mann mittleren Alters stolpert auf Annie zu und entschuldigt sich für sein spätes Erscheinen. Da sie schon den ganzen Nachmittag umsonst gewartet hat, entschließt sie sich den Herren durchs Haus zu führen, damit der Tag wenigstens nicht ganz verschenkt war. Doch schnell stellt sich heraus, dass der sympathische Mann nichts Gutes im Schilde führt. Er bedroht Annie mit einer Waffe und schafft sie nach draußen in sein Auto. Wenig später betäubt er sie mit einer Droge und Annie ist ihm völlig ausgeliefert.

Sie erwacht in einer Hütte, aus der einer Flucht unmöglich scheint. Der Fremde zwingt Annie dazu, nach seinen Vorstellungen zu leben und weiß beunruhigend viel über ihr Leben und ihre Vergangenheit. Ein Jahr lang ist Annie in der Gewalt des „Psychos“.

Doch auch nach ihrer Befreiung ist der Albtraum nicht vorbei. Der Entführer scheint einen Komplizen gehabt zu haben, denn bei Annie wird eingebrochen und dann findet auch ein erneuter Versuch statt, sie zu kidnappen. Die Polizei vermutet den Täter im direkten Umfeld von Annie und findet Erschreckendes heraus.

Das besondere an diesem Buch ist die Einteilung der einzelnen Sequenzen. Annie ist bei einem Therapeuten und spricht in den verschiedenen Sitzungen über das, was ihr widerfahren ist. Die klassischen Kapitel werden also durch die erste, zweite, dritte Sitzung usw. ersetzt. Das ist sehr interessant, da man die Therapeutin nie sprechen hört bzw. nie liest, was sie sagt, sie wird aber von Annie immer angesprochen. In welchem Abstand die Sitzungen liegen ist unklar, ab und zu wird nur mal vermerkt, dass Annie sich zum Beispiel bedankt, dass sie eine zusätzliche Sitzung nehmen durfte oder die Sitzung verlängert wurde. Daher ist die Reihenfolge auch nicht ganz chronologisch, da man am Anfang des Buches schon sicher weiß, dass Annie dem Entführer entkommt. Wenn man denkt, das würde die Spannung des Buches nehmen, wird man am Ende eines Besseren belehrt. Es folgen unerwartete Wendungen, mit denen man so niemals gerechnet hätte. Teilweise wird das Ende auch offen gelassen, so dass die Phantasie des Lesers angeregt wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Schreibstil des Buches recht außergewöhnlich ist, die Geschichte viele Überraschungen bereithält und einen definitiv in ihren Bann zieht!

Kommentar verfassen