Kaugummi #7: Am Anfang war das Wort

Und das Wort hieß: „Action“. Oder „Bitte“, wie es hierzulande vielleicht eher üblich ist. Natürlich beginnt der Prozess des Filmemachens schon lange vor diesen fast mystischen Klängen.

Aber wie bitte schafft man eine Einleitung, die gleichermaßen auf das handgemachte Filmemachen (im Gegensatz zur an dieser Stelle schon des Öfteren präsentierten Digitalität in der Herstellung und als Teil der Ästhetik) sowie auf eine der Geburtsstätten der Kinofaszination unserer Generation verweist? Ein Blick auf den Beginn der Ära Martin Scorsese.

Die Auswirkungen dieses besagten Anfangs lassen sich in ihrer aktuellsten Erscheinung wohl mit der gerade mit dem Golden Globe ausgezeichneten Serie Boardwalk Empire belegen. Martin Scorsese inszenierte die Pilotfolge und nahm als Producer maßgeblichen Einfluss auf den Look und das Casting der Serie.

Die im folgenden eingebetteten Kurzfilme reichen dagegen fast schon ein halbes Jahrhundert zurück.  „What’s a Nice Girl Like You Doing in a Place Like This“, zu dem auch das obige Produktionsfoto gehört, stammt aus dem Jahr 1963, aus der tiefsten Studentenzeit Scorseses in New York. Scorsese dazu selbst: „[It had] more to do with the way the film looked and was cut than anything else“ (Scorsese on Scorsese). Der bekannteste Kurzfilm dieser frühen Tage trägt den Titel „The Big Shave“, stammt aus dem Jahr 1967 und ist als Kommentar auf den Vietnam-Krieg zu lesen. Auch hier nähert sich der Film eindeutig über die visuelle Ebene.

Und so kann man bezüglich Scorsese vielleicht sagen, dass es bei ihm von Anfnag an vor allem die Bilder und Bildersequenzen waren, die da ganz am Anfang standen.

P.S.: Auf der Suche nach (frühen) Kurzfilmen anderer Regie-Institutionen bin ich auch auf einen Film David Lynchs gestoßen, der für seinen persönlichen Stil irgendwie ebenfalls sehr bezeichnend ist…

3 Gedanken zu “Kaugummi #7: Am Anfang war das Wort

  1. Habt ihr schonmal „Nora“ angeschaut? Über James Joyce mit Ewan McGregor? Ich weiß nicht, wie’s da mit den Tiefen steht, fand ihn einfach nur grauenhaft.

  2. Es beweist sich einmal mehr, dass Lynch-Filme nun mal eine besondere Form der Aufmerksamkeit erwarten. Die apltraumhaften Untiefen und Zwischenwelten sind eben nicht für jedermann zugänglich oder überhaupt sichtbar…

  3. Einige Kurzfilme, auch den von Lynch, findet ihr auch bei eurem Movie-Dealer oben am GSP. Dabei ist die Rede nicht von Michi. Also, wendet euch einfach vertrauensvoll an mich 😉
    Ich helfe euch weiter.

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