Kaugummi #4: Continuity – oder die Sehnsucht nach Kohärenz

Als Gamer mit Vorliebe für actionlastige Angelegenheiten wird man mehr und mehr für dumm verkauft. Aktuelles Beispiel Call of Duty: Black Ops, das die Wesenheit von Spielen, die sogenannte Interaktivität, endgültig verspottet und scheinbar für die Bedienung (vom tatsächlichen Spielen kann man hier nicht reden) durch Primaten konzipiert ist.

Man bekommt genau vorgeschrieben was man wann wie zu tun hat. Keine Optionen, keine Konsequenzen, nur genau gekennzeichnete Wegmarken, die angesichts des linearen Leveldesigns eh obsolet sind, und immer wieder penetrante Hinweise, welche Knöpfe man zu drücken  hat. Einfach stupides Knopfdrücken und staunen wie dumm gehypte Gameblockbuster im Jahre 2010 sein können. Bei den guten alten Ego-Shootern musste man zumindest zum Kistenrücken, Schlüsselsammeln und Knöpfedrücken sein Gehirn immerhin partiell anstrengen. Abgesehen vielleicht von dem grandiosen Portal, das die aus dem Genre verdrängten Rätselprinzipien komprimierte und damit eine Gegenposition zu den kontemporären Entwicklungen des Mainstream Ego-Shooters darstellt und doch ein Hit wurde.

Wie man Raum im Computerspiel wirklich kreativ und nicht nur als Kulisse nutzen kann, zeigt z.B. das kostenlose Flash-Game Continuity. Entwickelt von vier Studenten der University of Technology in Göteborg, verlagert es das altbekannte Prinzip des Schlüsselsuchens in eine mehrdimensionale, Inception-artige Welt, wo man Räume nach belieben verschieben kann, sich seinen kohärenten Kosmos erst selbst konstruieren muss. Sogesehen auch eine sehr philosophische Spieleperle.

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