Hitman: Absolution – Tagebuch eines Killers

Oh Diana… was ist nur passiert?

Wer auch immer diese Zeilen hier liest, der wird sich sicher fragen, wer ich bin. Doch ich habe keinen Namen, keine Familie, keine Freunde, nichts. Alles was ich habe ist ein Auftrag und eine Nummer… 47. Ich bin ein Killer, ein Klon, der aus der DNA der fünf gefährlichsten Männer der Welt gezüchtet wurde. Ich töte für Geld und ich töte viel. Meine Aufträge führten mich von den USA über Europa bis nach Asien.

Doch diesmal ist es anders diesmal ist kein Geld im Spiel, keine Agentur die hinter mir steht und mir sagt was ich zu tun habe. Oh Diana! Wo hast du mich da nur hineingezogen? Das Mädchen, es wurde entführt von diesem schleimigen Texaner Blake Dexter. Doch ich werde sie retten. Nicht weil ich eine Bindung zu ihr habe. Nein, so etwas ist mir völlig fremd. Ich rette sie, weil ich es versprochen habe. Und dieses Versprechen halte ich. Bis nach Hope haben mich die Spuren geführt. Dem Heimatort von Dexter. Doch dieser Bastard ist sicher nicht hier. Oh nein. Mein Ziel ist Lenny, sein Sohn. Er und seine Gang aus halbstarken Schlägern halten diese Kleinstadt fest im Griff. Die von Vati gekaufte Polizei ist dabei sicher kein Nachteil. Die ganze Stadt stinkt nach Angst und Korruption. Doch nicht mehr lange. Ich muss Lenny finden. Er ist meine einzige Verbindung zum Mädchen. Doch obwohl mir andere Menschen und vor allem dieses Drecksloch eigentlich scheiß egal sind, habe ich doch dieses unlogische Bedürfnis die komplette Gang auszuschalten, auch wenn es meinen Zielen in keinster Weise zuträglich ist und wahrscheinlich nur zu unnötigen Komplikationen führt. Aber egal immerhin sollte es nicht langweilig werden.

Hope, trotz der verängstigten Bürger und der Privat-Armee aus Polizisten, die sich das Schwein Dexter hier aufgebaut hat, muss ich doch zugestehen, dass dieser Ort etwas hat. Er versprüht richtigen Südstaaten-Flair und wenn die Sonne richtig steht, könnte ich mich leicht in der Schönheit der Silhouetten und der Lichteffekte verlieren… wäre ich kein gefühlsloser Killer. Obwohl die Kleinstadt bei meiner Ankunft doch von beträchtlicher Größe schien, habe ich anscheinend Glück gehabt. Alle fünf Mitglieder von Lennys Gang scheinen sich in einem sehr begrenzten Bereich aufzuhalten. Drei von ihnen halten sich auf einer Straße auf, die restlichen zwei befinden sich im Clubhaus der Gang. Anscheinend veranstalten sie dort ein BBQ mit Freunden. Ich hoffe sie sind nicht böse, wenn ein Gast mehr kommt.

Zu diesem BBQ lade ich mich selbst ein…

Tia und dann ist da noch der Kopf der Bande, der sich ebenfalls im Clubhaus aufhalten soll. Doch ihm darf nichts geschehen. Ich muss ihn mitnehmen und in Ruhe verhören. Nur so kann ich da Mädchen finden.
Ich begebe mich also zur Straße, in der sich die Gangmitglieder aufhalten. Trotz meiner Glatze und dem schicken italienischen Anzug scheinen mich die doch recht simplen Bewohner der Stadt nicht weiter zu beachten.

Nur wenn ich ihnen zu sehr auf die Pelle rücke, bitten sie um etwas mehr Diskretion. Kaum habe ich die Straße betreten, erspähe ich schon eines meiner Opfer. Tyler Colvins lehnt an einem pinken Auto und tut so als gehöre ihm die Welt. Natürlich könnte ich einfach meine mitgebrachten Silverballer auspacken und sein armseliges Leben sofort beenden. Doch das würde unwiderruflich in einer Schießerei mit der halben Stadt führen. Und so etwas ist nicht mein Stil… Ich verschaffe mir also erst einen groben Überblick. Wieso nur habe ich keine Karte von diesem Ort mitgenommen? Ach egal.

Die zwei weiteren Bandenmitglieder sind nicht weit entfernt. Der eine patrouilliert scheinbar aus völliger Langeweile immer dieselbe Route über den Schrottplatz und der andere schraubt, eine Zigarette rauchend an einem alten Muscelcar. Doch wo ist Tyler? Er steht nicht mehr bei dem pinken Wagen. Sollte ich ihn aus den Augen verloren haben? Doch da sehe ich im letzen Moment wie er in einen kleinen Laden spaziert. Ich folge ihm. Schleichend bewege ich mich durch die Tür.  Dann ein kurzer Moment der Panik! Mein Opfer steht direkt vor mir. Keine zwei Meter trennen mich und Tyler Colvins, der sich mit der Ladenbesitzerin, die augenscheinlich seine Freundin ist, über eine gemeinsame Zukunft unterhält. Scheinbar völlig in ihr Gespräch vertieft, bemerken die beiden nicht, wie ich, ganz knapp an ihnen vorbei, in das Hinterzimmer des Geschäfts schleiche. Langsam bewege ich mich die Treppe hoch in die Wohnung, welche sich über dem Laden befindet. Aus irgendeinem Grund sagt mir mein Instinkt, dass Tyler gleich hier herauf kommen wird. Es ist fast so als würde mir eine Linie aus kleinen Flammen seinen Weg anzeigen. Die Wohnung selbst ist zwar nicht besonders schön, aber dennoch detailvoll eingerichtet. Neben einigen Pflanzen, Tellern mit Essenresten auf dem Tisch, einem Sofa, einem Schrank und zahllosen anderen kleinen Details, fällt mir sofort der Gasherd auf. Schön aus früheren Aufträgen weiß ich, dass ein Gasherd schnell zu einem Unfall führen kann. Gekonnt manipuliere ich die Gasleitung und höre plötzlich Schritte auf der Treppe.

Mein Ziel scheint sei Gespräch beendet zu haben und kommt nun wie erwartet in die Wohnung. Schnell verstecke ich mich im Schrank und beobachte den Jungen wie er per Handy einen Deal zu klären scheint. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, bis er endlich auflegt und sich langsam in Richtung Wohnungstür begibt. In der Sekunde, in der er dem Schrank den Rücken kehrt, springe ich aus meinem Versteck, ziehe meine schallgedämpfte Waffe und schieße. Nicht auf seien Kopf, sondern auf den Gasherd.  Der daraus entstehende Funkenschlag entzündet das entwichene Gas in einer lauten Explosion und beendet das Leben von Mr. Tyler Colvins. Doch auch ich selbst habe einiges abbekommen. Ein stechender Schmerz fährt mir durch den Körper und es fällt mir schwer meine Augen offen zu halten. Mit klingenden Ohren laufe ich zum leblosen Körper und ziehe ihn in Richtung Schrank. Mir ist klar, dass diese Explosion irgendwer gehört haben muss. Ich wuchte mein Opfer in den Schrank und schließe die Tür hinter uns. Und das keine Sekunde zu früh. Denn genau in diesem Moment kommt die Freundin ins Zimmer gestürzt, um zu sehen was vorgefallen war. Doch anscheinend ist sie keine der klügsten Sorte, denn obwohl sie ihren Freund nach ihrem Gespräch in die Wohnung laufen haben sehen muss, scheint sie sich nach dieser Explosion nicht zu fragen, wo er ist. Stattdessen begnügt sie sich damit sich kurz in der Einzimmerwohnung umzusehen und zieht sich dann wieder zurück als wäre nichts geschehen.Ich husche aus dem Schrank und schleiche ungesehen wieder zurück auf die Straße.

Mein nächstes Opfer soll der ständig rauchende Landon Metcalf sein, der gerade vor einer Werkstatt an seinem Wagen schraubt. Völlig unbeirrt laufe ich über den Hof, vorbei an gekauften Polizisten und Freunden der Gang. Keinen scheint es zu stören, dass ich mich an der Tankanlage der Werkstatt zu schaffen mache und so eine große Pfütze Benzin direkt hinter Landon entstehen lasse. Schnell begebe ich mich außer Reichweite und kann noch im Augenwinkel erkennen wie mein zweites Opfer seine Zigarette fallen lässt und sofort in Flammen aufgeht. Das war leichter als gedacht. Ich nutze die durch die menschliche Fackel entstandene Aufregung und schleiche mich durch die Werkstatt auf den schwer bewachten Schrottplatz, durch den das Clubhaus der Gang erreichbar scheint. Doch ein weiteres Opfer fehlt noch. Gavin LeBlond, der noch immer völlig unbeirrt über den Schrottplatz wandert wird mein schwerstes Ziel werden. Mir ist klar, dass sobald eine Wache merkt, dass ich hier bin, sie mich bestenfalls verhaften, wenn nicht sofort das Feuer eröffnen, würde. So leise wie möglich schleiche ich mich also von Autowrack zu Autowrack. Dabei fällt mir auf, dass Gavin auf jedem seiner Patrouillengänge durch eine Maschendrahttür muss. Der nebenbei stehende Starkstromgenerator beflügelt meine Fantasie. Mit einem kräftigen Ruck löse ich die Kabel aus ihrer früheren Verankerung und verbinde sie mit dem Gitter der Metalltür. Generator an und schnell verstecken. Leider ist diesmal kein schützender Schrank vorhanden. Verzweifelt suche ich nach einem Versteck als plötzliche ein lautes Zischen zuhören ist. LeBlond hatte die Tür berührt und war wie eine Fliege gegrillt worden. Ein Lächeln huscht mir über das Gesicht. So einfach hatte ich mir diesen Job nicht vorgestellt. Doch meine Freude hält nicht lange, dann die Wachen scheinen das kleine Feuerwerk bemerkt zu haben.

Maschendrahtzaun in the morning

Ich höre Schreie und sehe,wie zwei Polizisten mit erhobener Waffe auf mich zukommen. Mir ist klar, dass ich tot sein würde, ehe ich meine Waffe gezogen habe, darum hebe ich langsam die Hände und hoffe, dass die gekauften Ordnungshüter darauf eingehen würden. Mein Plan scheint aufzugehen, denn ein Polizist nähert sich mir langsam, um mich zu verhaften. Der andere steht immer noch auf mich zielend einige Meter von mir entfernt.

Als der erste Polizist nach seinen Handschellen greift, wirble ich herum, reise ihm blitzschnell die Waffe aus der Hand und schlage ihn damit K.O. Sein Kollege, der gar nicht weiß, wie ihm geschieht, schaut nur verdutzt, als ich die Pistole seines Kollegen auf ihn richte und zwei mal abdrücke. Leblos sackt mein Widersacher zu Boden. Doch ich hatte nicht bedacht, dass die Polizeiwaffe nicht schallgedämpft war. Schnell hechte ich zur nächsten Deckung, denn ich sehe bereits den Rest der Polizisten zur Hilfe eilen. Jetzt bleibt mir nur die Flucht nach vorne. Aus der Deckung heraus feuere ich immer wieder und schalte nach und nach alle Polizisten aus. Als ich keinen weiteren Gegner mehr erkennen kann, sprinte ich quer über den Schrottplatz und stürme durch die Tür, hinter der ich das Clubhaus der Gang vermutete.

Ein kurzes Flimmern in meinem Blick und ich finde mich im Garten des Clubhauses wieder. Anscheinend völlig unbeirrt von der Schießerei und dem Lärm, der einige Sekunden zuvor noch herrschte, scheint hier in aller Gemütlichkeit ein BBQ gefeiert zu werden. Völlig verdutzt schleiche ich mich an einer kleinen Mauer entlang und sehe eine Axt, die in einen Hackstock steckt. Ich ziehe sie heraus und schabe mit ihr, ohne zu wissen, warum genau, die Isolierung einiger Stromkabel an der Hauswand ab. Während ich dies tue, fällt mir ein Regenrohr auf, über welches ich, ohne die Partygesellschaft stören zu müssen, in den ersten Stock des Hauses gelangen sollte. Am Ende meines gerade entdeckten Weges angekommen finde ich mich in einem verlotterten Zimmer des Clubhauses wieder, als ich plötzlich ein Zischen und Schreie vernehme, die ich so ähnlich erst einige Minuten zuvor gehört habe. Ich stürze zum Fenster und sehe gerade noch wie Mason McCready, ein weiteres Gangmitglied, in einem Meer von elektrischen Blitzen zu Boden fällt. Der Jungspund hatte anscheinend gegen die von mir abisolierten Stromleitungen gepinkelt. Ohne es zu beabsichtigen, habe ich also das nächste Opfer auf meiner Liste erledigt. Ich begebe mich aus dem Zimmer und traue meinen Augen nicht. Luke Wheeley, mein vorerst letztes Todesopfer, steht ein Stockwerk unter mir direkt unter einem Kronleuchter, der nur lose an der Decke befestigt ist. Instinktiv zücke ich meine Silverballer und löse mit einem gezielten Schuss das schwere Metallgestell aus seiner Verankerung, das sofort zu Boden rauscht und das letzte Gangmitglied unter sich begräbt. Die daraus entstandene Panik, in der ich unter anderem auch Dexters Sohn Lenny ausmachen kann, legt sich schnell wieder und die Besucher gehen, trotz der Leiche im Wohnzimmer, weiter ihren Tätigkeiten nach. Durch eine Tür höre ich gedämpft Stimmen, die sich allem Anschein nach über Haare unterhalten. Ich konzentriere mich und versuche besser hinzuhören. Die beiden Männer unterhalten sich über Lennys Frisur, und dass sein persönlicher Barbier heute krank sei und eine Aushilfe schicken würde.

Als Barbier mach ich mich auch nicht schlecht

Da wittere ich meine Chance. Ich schleiche mich von Zimmer zu Zimmer und habe endlich Glück. In einem grauen Leinensack finde ich die Klamotten seines Friseurs. Mit leichtem Bedauern lege ich meinen teuren Anzug ab und wechsle in die gerade gefundene Verkleidung. Mir ist klar, dass ich mich nun völlig frei durch das Clubhaus bewegen kann. Ich nähere mich dem Kopf der Bande, der mich sogleich anspricht und mir eröffnet, dass er im Nebenzimmer warten würde, bis ich bereit wäre ihm die Haare zu schneiden. Schweigend folge ich ihm. Nebenan angekommen setzt sich mein Opfer, völlig unwissend darüber was ihn erwartet, in einen bereitstehenden Stuhl. Jetzt ist es soweit. Ein gezielter Griff und Lenny Dexter sackt bewusstlos zusammen. Wie ich seinen Körper anschließend aus dem Haus, durch die korrupte Stadt und in ein Auto gebracht habe, kann ich leider nicht sagen…
Alles was ich weiß ist, dass er mir einen Ort gegeben hat… den Ort an dem das Mädchen versteckt sein soll. Und dahin fahre ich jetzt.
Denn ich habe es versprochen…

2 Gedanken zu “Hitman: Absolution – Tagebuch eines Killers

  1. „True! –nervous –very, very dreadfully nervous I had been and am; but why will you say that I am mad? The disease had sharpened my senses –not destroyed –not dulled them. Above all was the sense of hearing acute. I heard all things in the heaven and in the earth. I heard many things in hell. How, then, am I mad? Hearken! and observe how healthily –how calmly I can tell you the whole story.“

  2. sehr gut geschrieben, bringt perfekt das Feeling einer typischen Hitman-Mission rüber 🙂

Kommentar verfassen