Gamescom 2012 Splitter

Assassins Creed: Liberations

Das mobile Pendant zum dritten Teil der Reihe versetzt den Spieler erstmals in die Rolle einer weiblichen Assassine. Spielerisch bleibt alles beim alten, es wird also immer noch im gleichen Stil über Dächer gesprintet, simpel aber ästhetisch das Schwert geschwungen und möglichst lautlos Jagd auf die Templer gemacht, gegen welche die Assassinen auch während dem amerikanischen Bürgerkrieg wieder zu kämpfen haben. Grafisch gab sich das Spiel sehr gut, erkauft sich dies aber scheinbar auch durch eine begrenzte Freiheit und wenig bis gar keine Neuerungen.

Dishonored

Gegentrends zu den Fortsetzungen konnten neue Marken wie Dishonored setzen, das lange als Geheimtipp unter den großen Titeln galt und nun erstmals für die breite Öffentlichkeit anspielbar war. Der Spieler wird dabei in die Rolle eines rachsüchtigen Ex-Bodyguards mit übernatürlichen Fähigkeiten versetzt. Einzigartig ist dabei vor allem der Stil. Er orientiert sich am viktorianischen Zeitalter, erweitert dieses aber um einige fantastische Elemente. Der teilweise hohe Gewaltgrad könnte den einen oder anderen Interessenten abschrecken. Dafür konnte das Spiel aber mit der großen spielerischen Freiheit innerhalb der Missionen sowie spannenden Säbelgefechten aus der Ego-Perspektive überzeugen.

X-Com

X-Com: Enemy Unknown ist ein rundenbasierter Strategiespiel , das der beliebten Serie aus den 90ern wieder neues Leben einhauchen soll. Auch diesmal stehen Aliens und Verschwörungstheorien im Mittelpunkt. In einer ersten Mission erlebt man die Landung von Aliens in Berlin und wird langsam an die Spielmechanik herangeführt. Dabei arbeitet das Spiel mit einem dynamischen Sichtfeld, kleinen Filmeinspielern und einer zerstörbaren Umgebung. Man kontrolliert dabei ein ganzes Squad aus internationalen Soldaten, di in unterschiedliche Richtungen wie Scharfschütze oder Sanitäter ausgebildet werden können. Wenn sich die taktischen Möglichkeiten noch weiter entwickeln und es auch langfristig genügend neue Aliens zu entdecken gibt, könnte X-Com der geplante Neubeginn gelingen.

Injustice

Batman gegen Superman? Flash gegen den Joker? Diese und zahlreiche weitere Duell aus dem DC-Comic-Universum lässt einen das neue Prügelspiel der Mortal-Kombat-Macher austragen. Es fühlt sich aber nicht wie ein frischer Titel an sondern eher wie eine inoffizielle Fortsetzung der für ihre Brutalität bekannten Serie. Man prügelt sich ebenfalls in einer zweidimensionalen Umgebung mit einfachen Kombinationen, die schnell erlernt werden können und muss seine Angriffe gut timen. Teilweise wirkt das Spiel noch recht behäbig, überzeugt aber mit einer liebevollen Umsetzung der Superhelden.

DUST 514

Der innovative Multiplayer-Shooter, der mit dem Online-Rollenspiel Eve Online verknüpft werden soll, machte es den Besuchern schwer Zugang zu finden. Die Grafik wirkte nicht mehr zeitgemäß und das Shooter-Gameplay nach den ersten Eindrücken nur zu bekannt. Die Demo konnte so leider keinen überzeugenden Eindruck hinterlassen, langfristig dürfte das Spiel aber auf jeden Fall seine Stärken zeigen. So dürfen Spieler sich als Söldner anheueren lassen und sich von Spielern des Rollenspiels mit Gefährten und Waffen sowie Geld unterstützen lassen. Vor allem wird dort dann auch koordiniertes Zusammenspielen möglich und wichtig sein.

Hitman: Absolution

In der Demo war ein spezieller Modus anspielbar, in dem man möglichst schnell und unerkannt verschiedene Ziele eliminieren musste. Der Punktestand konnte anschließend mit anderen Spielern verglichen werden. Wie sich das als ausgebildeter Meuchelmörder gehört, kann man sich nicht nur verkleiden, sondern auch die Umgebung gezielt nutzen, um etwa Stromleitungen zu kappen oder Bomben detonieren zu lassen. Die Möglichkeiten wissen zu gefallen, auch die KI wirkt aufmerksam und nicht unnatürlich schlau. Nur scheint der Hitman noch etwas zu stark zu sein, er kann es derzeit zu einfach mit mehreren Gegnern aufnehmen.

Dark Souls

Die „Prepare-To-Die“ betitelte Edition, soll nun mit erweiterten Gebieten auch PC-Spieler in die mittelalterliche Welt von Dark Souls eintauchen lassen. Obwohl das mehr als schwer ist. Viele Messebesucher suchten schon nach wenigen Minuten das Weite, nachdem sie einen Tod nach dem anderen ertragen mussten. Geändert hat sich also wenig. Der Spieler muss bei jeder seiner Aktionen mit dem sofortigen Tod und dem Verlust wichtigen Fortschritts rechnen und sich im taktischen Kampf zahlreichen Monstern stellen. Erweitert wird das Spiel um verschiedene Mehrspieler-Möglichkeiten. Wer sich länger mit dem Spiel auseinandersetzt, wird wohl auch dieses mal wieder mit dem ein oder anderen Glücksmoment versorgt werden.

Pro Evolution Soccer 2013

In den letzten Jahren hatte FIFA das Duell um die Gunst der Fans eindeutig für sich entschieden. Nun meldet sich PES aber mit einem ruhigen und auf Teamwork fokussierten Ansatz zurück, der zu großen Teilen auch ein realistischeres Gefühl vermittelt als der Konkurrent. Aber leider plagen den neuesten Vertreter der Serie immer noch die alten Probleme. So fehlt beispielsweise die Bundesliga bis auf die Champions League-Teilnehmer komplett, auch die Animationen wirken noch nicht ganz rund. Insgesamt hat PES dieses Jahr überraschend deutlich aufgeholt und stellt sich FIFA auf Augenhöhe, die Entscheidung bleibt somit wohl Geschmackssache. Nett: Konami streamte ausgewählte Matches live ins Netz, damit Interessierte aus aller Welt die neue Demo live mit erleben konnten.

DayZ

Ein kleiner Stand am Rande der Halle. Ungefähr 10 Bildschirme – mickrig wenn man mit den Nachbarständen vergleicht. Im Gepäck hatte Bohemia Interactive Arma 3 mitsamt dem neuen DayZ Patch. Größte Neuheit war der Hund als Begleiter, der vor Zombies warnt und Wache schieben kann. Alles im allem wirkt alles Flüssiger, in der bald erscheinenden Standalone-Version soll es Möglich sein, eigene Camps zu errichten und sie dann anschließend vor anderen Spielern zu verteidigen. Die Neuerungen lassen den Spieler noch mehr in die Zombie-Welt eintauchen weshalb die neue Version des Spiels für alle ein Muss ist, die vor der bisher komplizierten Installation der Modifikation abgeschreckt wurden.

FIFA 13

Der neue Teil der jährlich fortgeführten Reihe will sich realistischer Spielen lassen. Daher wurde die Ballanahme erschwert – war der Pass zum Mitspieler zu hart, springt der Ball von dessen Fuß mehrere Meter weit weg. Dadurch wirkt das Spieltempo gemächlicher, größere Innovationen sucht man aber vergebens. Laut Entwickler ist das Spiel nun weniger fehlerhaft, die Animationen sollen flüssiger sein und natürlich wird alles dynamischer. Nichts was man also nicht für Käufer des Vorgängers in Form eines Updates nachliefern hätte können. Alle die bis jetzt noch nicht vom Fußball-Fieber gepackt wurden, werden auch von FIFA 13 kalt gelassen. Fans der Serie werden aber sowieso wieder die 50 Euro an der Kasse hinlegen.

Lost Planet 3

Der dritte Teil der Eisplaneten Serie von Capcom führt die Marke konsequent weiter. Mehr Action, größere Welten und mächtigere Gegner. In der Messedemo konnte man nicht allzuviel entdecken. Im Schnee schießt man sich den Weg frei und am Ende muss ein Krabben-ähnlicher Endgegner dran glauben, dessen Schwachstellen orange leuchten. Für Action-Fans auf jeden Fall eine Überlegung wert, interessant wird ob es sich gegen die viele Konkurrenz abheben kann. Größtes Alleinstellungsmerkmal werden auf jeden Fall die Mechs sein – Kampfroboter, die bemannt werden können und die gegnerischen Aliens noch schneller vernichten.

Devil May Cry

Der zweite spielbare Titel von Capcom ist ebenfalls eine Fortsetzung. Dante, der Held aus den alten Teilen ist Geschichte, stattdessen schießt und schlägt man sich mit einem jüngeren Hauptcharakter über den Bildschirm. Großer Wert wird auf die Inszenierung gelegt – im Demo-Abschnitt springt man über die einzelnen Bodenplatten, nachdem die Spielwelt auseinandergebrochen ist. Der Coolnessfaktor steht im Vergleich zum Vorgänger in nichts nach. Lässige Sprüche und abgefahrene Moves stehen an der Tagesordnung und sollen Devil May Cry von den anderen Action-Adventures abheben. Nach den eher schlechten Vorgängern ist DMC auf jeden Fall ein Tipp für jeden Action Fan.

Zombie U

Nintendo selbst war auf der Messe nicht vertreten, zum Glück hatte Ubisoft die neue Konsole Wii U im Gepäck, zusammen mit ein paar eigens produzierten Spielen. Zombie U hat besonders herausgestochen, da der Einsatz des neuen Tablet-Controllers sehr innovativ war. Will man beispielsweise in den Rucksack schauen, wird der Inhalt auf dem zweiten Bildschirm angezeigt, das Geschehen auf dem Fernseher läuft aber weiter. Dadurch muss man jederzeit die Situation einschätzen und im Auge behalten, denn wenn man sich zu sehr auf das Tablet konzentriert, können schon die Zombies vor einem stehen. Mit diesem Mittel wird Spannung erzeugt – während man auf dem Tablet-Bildschirm z.B. ein Schloss knackt, schaut man immer wieder nervös hoch, um nicht von den Untoten überrascht zu werden. Zombie U ist bis jetzt der einzige Titel, der den Kauf der neuen Wii U rechtfertigen würde, jetzt muss Nintendo selbst nachziehen um ihre Konsole interessant zu machen.

Awesomenauts

Die Internet-Patform Steam war ebenfalls auf der Messe vertreten, wenn auch nur mit einem überschaubaren Stand. Präsentiert wurden einige aktuelle Titel, die vor kurzem oder demnächst erscheinen, z.B. der 2D DotA-Klon Awesomenout. Vor jeder Partie wählen die Spieler einen Charakter mit besonderen Fähigkeiten – idealerweise jeweils einen zum Heilen, Schaden aushalten und austeilen. Nachdem man auf der Karte gelandet ist gilt es, die gegnerische Basis zu zerstören. Geschütztürme und gegnerische Charaktere wollen das verhindern. Spielte sich gut und ist eine gelungene Mischung aus Taktik und Action, erhältlich auf Steam für rund zehn Euro. DotA und Strategie Fans können ohne Gefahr zugreifen, ein Pflichtkauf ist Awesomenauts aber dennoch nicht.

Tink

Am Stand der Mediadesign Hochschule München findet man Tink. Das von Studenten entwickelte Jump ’n‘ Run arbeitet mit Emotionen – Wut lässt störende Fenster zuschlagen, durch Hass können Gegner aufeinander gehetzt werden. Das restliche Gameplay gestaltet sich konventionell. In bester Mario-Manier bewältigt man Sprungpassagen, im Stile von Batman lässt man die Fäuste kreisen. Finanziert werden soll das Projekt durch Spenden über Gambitious, eine Art Kickstarter bei dem das selbst gesteckte Ziel bei 350.000 Euro angesetzt ist. Der geplante Erscheinungstermin ist Ende nächsten Jahres, Spender werden aber mit frühen Versionen des Spiels versorgt. Auf jeden Fall ein gutes Beispiel für die fortschreitende Weiterentwicklung der deutschen Indie-Szene.

Tiny & Big

Das aus Deutschland kommende 3D-Jump ’n‘ Run war ebenfalls auf dem Steam Stand an zufinden und wartete mit der wahrscheinlich skurrilsten Story auf: Der Erzfeind Big stiehlt einem das letzte Überbleibsel des Großvaters, die Unterhose. Auf dem Weg, dieses Erbstück wieder zu beschaffen, verändert man die Welt durch einen Laserstrahl. Fast alles kann nämlich mit dem Laser zerschnitten werden, manchmal sogar der Level-Boden, was aber das Weiterkommen unmöglich machen kann. Diese Kompromisslosigkeit könnte für den Massenmarkt ungeeignet sein, wer aber auf der Suche nach Experimenten in der Spiele-Landschaft ist, für den sind hier die zehn Euro auf Steam gut investiert.

Sleeping Dogs

In der anspielbaren Demo des Gangster-Spiels aus dem Hause Square Enix musste die Hauptfigur Wei Chen, ein Polizist, der verdeckt in der Gangsterszene ermittelt, einen Flüchtigen zu Fuß durch die Straßen von Hongkong verfolgen. Die Großstadt-Atmosphäre in den Abendstunden ist gut gelungen, man musste sich durch das Gedränge und durch die Gassen der neon-beleuchteten Gebäude kämpfen. Das Spiel wurde mit der sog. Nvidia 3D Vision Surround-Technologie präsentiert. Mit insgesamt drei Bildschirmen kann man nun auch aus dem Augenwinkel die Geschehnisse in der unmittelbaren Umgebung sehen. Das Spiel sowie die Surround Vision haben einen guten Eindruck hinterlassen und Sleeping Dogs machte Lust auf mehr. Erscheinungstermin war bereits der 17.08.2012 für Playstation 3, Xbox 360 und PC

God of War: Ascension Mehrspieler-Modus

Im neuen Mehrspieler-Modus im mittlerweile vierten Ableger der God-of-War-Reihe treten zwei Teams gegeneinander an. Beide hatten in dieser Demo das Ziel, eine besondere Waffe zu erhalten, mit der sie dann den Hauptgegner besiegen können. Das schnellere Team gewinnt hierbei. Das Kampfsystem aus den vorherigen Teilen wurde beibehalten, außerdem erstreckt sich das Kampffeld über mehrere verschiedene Ebenen im Raum. Der Mehrspieler-Modus beeindruckte in der Ausführung, jedoch bleibt abzuwarten, wie er sich über einen längeren Zeitraum hält, oder ob er nach einer gewissen Spielzeit zu monoton wird. God of War: Ascension erscheint am 12.03.2013 für die Playstation 3.

Doom 3

Neben Dishonored war bei Bethesda Softworks auch eine aufgebesserte Version von Doom 3 ausgestellt. Das Gameplay wurde für die sogenannte BFG Edition kaum verändert, jedoch wurde sie grafisch verbessert. So sind mehr und bessere Schatteneffekte vertreten, die Texturen sehen deutlich besser aus, außerdem ist die BFG Edition 3D-fähig, welches in der Demo allerdings nicht berauschend aussah. Für Fans der Doom-Reihe ist dieses Re-Release bzw. Remake sicher eine Überlegung wert, wer aber nach etwas innovativerem Gameplay sucht, dürfte bei Dishonored eher fündig werden. Doom 3: BFG Edition erscheint am 19.10.2012 für Pc, Playstation 3 und Xbox 360.

Borderlands 2

 

Der Nachfolger des 2009 erschienenen Borderlands kommt im gleichen Grafikstil daher wie sein Vorgänger, hier hat man nur wenig verändert. Ebenso verhält es sich beim Gameplay. Man kann zwischen verschiedenen Charakteren wählen, die wiederum verschiedene, klassenspezifische Fähigkeiten besitzen, allerdings stehen diesmal mehrere Untereigenschaften zur Verfügung, aus denen man wählen kann. Leider ließ sich der Mehrspieler-Modus nicht testen, was aber eigentlich schon beim Vorgänger den Reiz ausmachte.

PS Vita augmented reality

Am Sony-Stand gab es neben den regulären Spielen für die Playstation Vita auch das Phänomen der augmented reality zu bewundern. Auf eine ebene Oberfläche werden kleine Kärtchen ausgelegt. Anschließend gibt die Vita durch ihre Kamera das aufgenomme Bild auf ihrem Bildschirm wieder und dort wo sich jene Kärtchen befinden, sind nun animierte Objekte wie z.B. Häuser sichtbar. Die dazugehörigen Spiele waren allerdings zum größten Teil nur witzige Animationen, so beispielsweise „Fireworks“, bei dem man durch Druck auf das Display Feuerwerkskörper zünden lässt. Für sich genommen ein nettes Gimmick, man muss jedoch abwarten, wie sich das in reguläre Games einbetten lässt, die nicht nur als Minispiele gelten.

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