Game of Thrones: Two Swords

gotKleiner

Chefredakteurin und GoT-Expertin Nadja, Buch- und Serienhybrid Jannik, Guckfan Lisa und Blogtechniker Timo schauen zusammen die vierte Staffel Game of Thrones und halten ihre Eindrücke zur jeweiligen Folge in einem Gespräch fest. Unsere illustre Runde setzt sich interessanterweise aus verschiedenen Wissensständen zusammen, weswegen Spoiler oder Träumereien im Folgenden dabei sein können.

Episodenüberblick

Nadja Und, was sagt ihr zur Folge? Enttäuscht oder begeistert?

Timo Vollkommen begeistert. Die Kulissen und Kostüme scheinen allesamt noch detaillierter, was der ganzen Sendung nochmals Tiefe verleiht. Wenn Computertechnik eingesetzt wurde, fiel das trotzdem manchmal auf, aber nicht so sehr wie in den vorherigen Staffeln. Und allein die Einführung von Oberyn Martell hat gezeigt, dass auch neue Charaktere unglaublich gut geschrieben werden. Und gut, dass nicht gleich die nächste Hochzeit kam, mein Herz muss sich immer noch etwas von der letzten erholen.

Jannik Ich bin trotz meiner hohen Erwartungen sehr zufrieden. Game of Thrones wird mit jeder neuen Staffel noch aufwendiger und noch imposanter. Ich denke, dass in den kommenden Folgen die Intensität noch deutlich erhöht wird, doch Two Swords war als Einstieg perfekt. Es gab ein freudiges, manchmal blutiges Wiedersehen mit den Schlüsselfiguren der Serie und ich hatte besonderen Spaß an den durchdachten, oft witzigen Dialogen. Herrlich, mit was für einer Spielfreude Peter Dinklage und Co. zu Werke gehen. Ich will noch einiges über das Schicksal vieler weiterer Charaktere erfahren, doch ich denke, das wird dann im Lauf der Staffel passieren. Ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht!

Lisa „Oh Gott, was ist da denn jetzt alles passiert!?“Es war für mich sehr viel für den Anfang. Als die Folge endete, dachte ich mir im ersten Moment nur „Oh Gott, was ist da denn jetzt alles passiert!?“. Ich musste das Gesehene erst Mal sacken lassen. Doch nun kann ich sagen: Two Swords war eine gelungene Einleitung für die vierte Staffel und hat noch einmal die typischen Eigenschaften der Serie aufgezeigt: Viel Gewalt und Erotik. Und Hass. Und Misstrauen. Und noch mehr Gewalt! Aber hey, deswegen lieben wir es ja so. Die einzige Person, an deren Geschichte diese Folge nicht angeknüpft hat und die mir ein wenig gefehlt hat (obwohl einige sagen werden „ach, ist doch egal“) wäre die von Bran gewesen. Das werden wir aber höchstwahrscheinlich in den nächsten Folgen erfahren. Ich brenne schon drauf!

Nadja Natürlich hätte die Folge noch intensiver sein können, einen omg-Moment gab es noch nicht – aber weniger ist ja bekanntlich mehr. Seien wir mal ganz ehrlich: Als erste Folge der Staffel hat Two Swords vorbildliche Arbeit geleistet. Als Exposition hat sie alle Regeln erfüllt: Sie hat die wichtigsten Personen dieser Staffel behandelt (Tyrion, Jamie, Jon, Daenerys, Sansa und Arya), gezeigt, wo diese nach der letzten Staffel stehen, und gleichzeitig schon den Plot für diese Staffel um die jeweilige Figuren eingeleitet: Jamie auf der Suche nach seiner Identität, Tyrion zwischen den Stühlen und seine Beziehung zu Oberyn, Sansa und Ser Dontos (die Halskette!!!), Jon als „Verräter“ und „Wildling“ unter den Brüdern der Nachtwache, Arya als heimatloser Racheengel, Daenerys Feldzug nach Meeren und ihre Beziehung zu Dario Naharris. Schließlich wollte die erste Folge ja auch der nächsten nicht die Show stehlen – ich kann den Aufschrei nächsten Sonntag schon förmlich hören!

Beste Szene

Nadja Eine schwere Entscheidung. Irgendwie ist jede Szene durch die unterschiedlichen Charaktere etwas besonderes und es ist schwer zu sagen, was die beste Szene ist. Aber besonders gut gelungen finde ich den Rahmen um die Episode: Mit der ersten Szene, der Einschmelzung von Ice, Ned Starks Großschwert, haben die Autoren mal wieder einen spektakulären Start hingelegt. Tywin fühlt sich siegreich über die Starks und sieht den Krieg gewonnen und damit die Regentschaft der Lannisters endlich gesichert. So einfach ist es (natürlich) aber nicht – das erzählen die Autoren, indem sie diese Szene wunderbar bedeutungsschwer in Kontrast setzen zu Oberyn Martell, „gleichmal ein paar Lannisters in Kleinfingers Bordell malträtiert“ der Rache an den Lannisters üben möchte und gleichmal ein paar Lannisters in Kleinfingers Bordell malträtiert, und zu der gemeinsamen Abschlachtung von Lannisters im „Inn at the Crossroads“ von Arya und The Hount und ihr siegessicherer Ritt durch die verwüsteten Flusslanden „nach dem Krieg“.

Lisa Da gebe ich Nadja mit der ersten Szene definitiv Recht. Sie war impulsiv und dynamisch, hat einen schon ziemlich mitgerissen. Eine rührende Szene war die Stelle, in der The Fool Sansa die Kette seiner verstorbenen Mutter aus Dankbarkeit schenkt. Somit vergisst sie für einen kurzen Augenblick die Tragödie, die ihrer Familie widerfahren ist und ein kleines, schönes Lächeln blitzt auf. Für viele Leute mag das ein recht unbedeutender Moment sein, aber mir tut die Kleine immer wieder Leid. Ihr miserables Leben und das andauernde Unglück lässt mich einfach nicht kalt.
Meine absolute Lieblingsszene – und ich denke das werden einige sagen – war die von Arya und Sandor – the Hound. Anders als bei Nadja war es für mich nicht unbedingt die Abschlachtung, sondern eher die Stelle, wo Arya ihr eigenes Pferd bekommen und ihr Schwert The Needle wieder in ihrem Besitz hat. Und zwar voller Stolz!

Jannik Die Szenen mit Brienne von Tarth fand ich durchweg stark. Nicht nur wegen ihr, sondern auch wegen der Reaktionen, die sie bei ihren Mitmenschen hervorruft. Sehr amüsant war zum Beispiel ihr Treffen mit Lady Olenna und deren augenzwinkernder Kommentar: “We know who you are, we’ve heard all about you, but hearing is one thing. Aren’t you just marvelous? Absolutely singular. I hear you knocked my grandson into the dirt like the silly little boy he is.” Zwei faszinierende Charaktere, von denen wir hoffentlich noch viel zu sehen bekommen werden.

Timo Jaimes Winken mit der goldenen Hand.

jamieWink

Interessantester Handlungsstrang

Nadja Da ich überzeugter Jaime-Fan bin, hoffe ich, dass sein Plot richtig gut wird. Er hat im Moment einfach die interessanteste Wandlung und die Buchleser wissen ja, dass einige Momente, in denen er weiterhin beweisen kann, dass er nicht nur ein inzestuöser Könismörder ist („Jamie! My name is Jamie!“), noch kommen. Ich bin auch gespannt, wie genau sie seinen Plot in den nächsten Folgen ausgestalten, da Jamie im Buch ja eigentlich zum Zeitpunkt der Purple Wedding noch gar nicht in King’s Landing angekommen ist. Solche Unterschiede zwischen Serie und Literaturvorlage weiß ich sehr zu schätzen, weil sie so dem Buchleser doch noch narrative Überraschungen bieten!

Lisa Leider muss ich sagen, dass mich die Storyline von Daenerys Targaryen, der großen Drachenkönigin, ziemlich enttäuscht hat. Bei den ersten beiden Staffeln war ich noch voller Euphorie und habe gehofft, dass sie so einige Ärsche versohlt, aber bis das soweit ist, muss man wohl bis zur hundertsten Staffel warten. Der vielversprechendste Plot… hmmm… Da Arya einfach von Beginn an meine Lieblings-Stark war, hoffe ich, dass sie ihre Familie rächt und ihre arme Schwester aus den Fängen dieser irrsinnigen und betrügerischen Heuchler in Kings Landing befreit. Jaja, man darf ja wohl noch träumen dürfen!

Jannik„Der spannendste Handlungsstrang ist für mich der von Arya und Sandor“ Oberyn Martell verspricht ein sehr interessanter Charakter zu werden, da er ja noch eine Rechnung mit den Lannisters zu begleichen hat. Abgesehen davon fiebere ich immer den Szenen an der Mauer entgegen, da der langsame, aber stetige Vormarsch der Weißen Wanderer in der Luft liegt und dem Game of Thrones ein jähes Ende bereiten könnte. In dieser Folge war aber nicht wirklich viel dort oben los – die Mauer legt eine Verschnaufpause ein. Der spannendste Handlungsstrang ist für mich der von Arya und Sandor, da man nicht weiß, ob zwischen den beiden so etwas wie eine Freundschaft entstehen kann, oder ob sich Arya doch noch an Sandor rächen wird. Zwei Menschen, die weder befreundet noch verfeindet sind, aber sich letzten Endes für eines entscheiden müssen.

Coolster Charakter

Timo Sandor Clegane! (Wobei Tyrion gewohnt coole Szenen hat.)

Lisa Ich schließe mich ohne mit der Wimper zu zucken an: The Hound! In dieser Folge hat dieser Charakter wirklich alles gegeben und die immer wachsende Loyalität Arya gegenüber macht ihn zu einem richtigen Bärchen – einem enorm gewalttätigen und übercoolen Bärchen, versteht sich.

Jannik Sandor Clegane entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingscharakter – nach Tyrion. In dieser Folge hat er den Lannister aber mit unvergesslichen Zitaten und Kampfesmut auf Platz zwei verdrängt. Dicht dahinter tummeln sich Oberyn, Lady Olenna und Jaime.

Nadja The Hound! Definitiv! Vor allem im Zusammenspiel mit Arya einfach sensationell, schon allein visuell! Obwohl Oberin natürlich auch als cooler Typ rüberkommt. Das göttliche Trio Tyrion, Podrick und Bronn – auch immer einen Badass-Spruch auf den Lippen – tritt leider nur zu kurz auf.

I understand that if any more words come pouring out your cunt mouth, I’m going to have to eat every fucking chicken in this room. – The Hound

Bester Spruch

Nadja Ich erinnere mich da an sowas wie „Yellow Balls?“ 😉

Timo „What the fuck’s a Lommy?“ – Sandor Clegane

Lisa „I don’t trust the bastard.“ – „He told the truth.“ – „You always know when a man is telling a lie, how did you acquire this magical power?“ – „I grew up in Kings Landing.“ – Maester Aemon

Jannik „Are you sure we’re not related? Ever since I’ve returned, every Lannister I’ve seen has been a miserable pain in my ass. Maybe you’re a Lannister too. You’ve got the hair for it. If not the looks.“ – Jaime

Erwartungen an die Staffel

Lisa Erwartungen? Ich lass mich da ganz einfach überraschen und lebe von Folge zu Folge!

Nadja Lisas Devise ist natürlich die beste. Aber als Buchleserin erwarte ich sehnlichst die großen Ereignisse purple wedding und der Kampf um die Mauer und bin absolut gespannt, wie das Ende ausgestaltet wird – omg, ich hoffe die letzte Szene der Staffel ist Lady Stoneheart! Auch gespannt bin ich auf die Plots um Bran und Theon, da dies die beiden Handlungen sind, die schon am weitesten entwickelt sind im Vergleich Stand der Serie zum Buch – ich hoffe überrascht zu werden!

Jannik Meine größte Erwartung ist, dass sich endlich bei Daenerys mehr tut. Auch in dieser Folge kam aus dem Osten nur ein laues Lüftchen. Wenn sie so weitermacht, sterben ihre Drachen noch an Altersschwäche, bevor King’s Landing überhaupt in Sichtweite ist. Abgesehen davon will ich unbedingt sehen, was aus Theon, Bran und natürlich Rickon geworden ist. An letzteren habe ich nämlich langfristig die Erwartung, dass er noch ganz groß rauskommen wird. König? Wer weiß.

Fazit

Nadja Generell herrscht in jeder Szene eine unterschwellige Spannung, die zeigt, dass diese Staffel, wie von den Autoren bereits betont, wirklich „intense“ wird. An Gewalt wird nicht gespart und zusammen mit einem herrlich subtilen Humor, wunderbaren Dialogen und effektheischenden Szenen wie z.B. Daenerys super annimierte Drachen gibt das eine Mischung ganz à la gewohnter GoT-Manier, die Lust auf mehr macht!

Lisa Sehr geil. Nur dieser arme, arme Jamie. Cersei macht ihm das Leben wirklich auch nicht leichter mit ihren Zickereien.
Hau mal auf den Putz, Khaleesi!!!
Der schwächste Charakter war in dieser Folge einfach Jon Snow. Es gab keine sonderlichen Plottwists oder Überraschungen, alles recht vorhersehbar.

Jannik Der Braten duftet schon sehr vielversprechend, doch aufgetischt wird später. Hoffentlich gibt es in der zweiten Folge schon einen ersten Bissen…

Timo Super Auftakt. Aber in der nächsten Folge können wieder mehr (bedeutende) Köpfe rollen!

12 Gedanken zu “Game of Thrones: Two Swords

  1. Fuck the King! Zuerst sehr unsymphatisch, steigt er auf zur Figur mit den geilsten Spruechen 😀
    Ich hoffe er schlaegt dem Koenig und noch paar dummen Arschloechern die Schaedel ein. Das waere durchaus befriedigend anzuschauen.

  2. The Hound ist schon ein sehr geiler Typ 😀
    „A lot of people name their swords.“
    – “ Lots of cunts!“ xDDD

  3. Ja der Daario-Wechsel war schon ziemlich krass. Vor allem wegen dem ganz anderen Personentyp. Fand den alten auch viel besser weil markanter, muss aber zugeben dass das einer Handlungsstränge ist der mich am wenigstens interessiert weil er zu schleppend voran geht 😛

  4. Schöne Gedanken, sehe es ähnlich, die Folge gehört trotz anderer Höhepunkte am Ende Arya und Sandor.

    Schade, dass ihr nichts zum „neuen“ Daario gesagt habt. Wer die Bücher gelesen hat, weiß, dass der vorherige Daario nicht nur etwas zu jung war, sondern auch vom Aussehen sehr weit entfernt vom Original war. Ein Aussehen, dass einprägsam war und ihn aus der Masse hervorstechen ließ, hatte er meiner Meinung nach aber trotzdem. Jetzt hätten sie die dadurch, dass der alte Schauspieler für Transporter 4 (Ugh) abgesprungen ist, die Chance gehabt die „neue“ Version noch besser darauf zuzuschneiden. Der neue Schauspieler passt zwar vom Alter her besser, aber er sticht im Gegensatz zu seinem Vorgänger einfach auch kein bisschen aus der Masse heraus und wirkt wie ein 0815-Westori. Da wäre auch vom Kostüm mehr drin gewesen. Wie sich der Wechsel sonst bemerkbar macht, kann man anhand der kurzen Screen-Time noch nicht wirklich ablesen, aber bisher ist das eher ernüchternd. Und das nachdem schon Strong Belwas gestrichen wurde ;____;

  5. „Are you sure we’re not related? Ever since I’ve returned, every Lannister I’ve seen has been a miserable pain in my ass. Maybe you’re a Lannister too. You’ve got the hair for it. You’ve got the looks“

    Es heißt am Ende „If not the looks“, nicht „You’ve got the looks“. Ansonsten würde doch die Pointe fehlen 😀

    Ansonsten: bin selbst gespannt, wie es weitergeht.

  6. Boah 😀 jetzt denkt er bestimmt, dass ich voll der Doofhans bin! Nur wegen dir! 😀

  7. Right. Danke! Obwohl es sicherlich mal spannend gewesen wäre, zu sehen, wie sich Pycelle an der Mauer schlägt.

  8. “I don’t trust the bastard.” – “He told the truth.” – “You always know when a man is telling a lie, how did you acquire this magical power?” – “I grew up in Kings Landing.” – Pycelle

    Es war nicht Maester Pycelle, sondern Maester Aemon.

Kommentar verfassen