Game of Thrones: Mockingbird

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Guckfan Lisa und Buch- und Serienhybriden Jannik und Timo schauen zusammen die vierte Staffel Game of Thrones und halten ihre Eindrücke zur jeweiligen Folge in einem Gespräch fest. Unsere illustre Runde setzt sich interessanterweise aus verschiedenen Wissensständen zusammen, weswegen Spoiler oder Träumereien im Folgenden dabei sein können.

Episodenüberblick

Lisa Es ist viel passiert (wie immer) und ich musste erst wieder durch die Folge zappen, um jede Handlung noch einmal aufgreifen zu können. Tyrion fürchtet um sein Leben und selbst seine engsten Freunde können ihm hierbei nicht zur Seite stehen. Unser sonst so „Bad Ass Hound“ wird in dieser Folge mal zum sentimentalen Steinbrocken, Jon Snow bleibt eben Jon Snow und Daenerys hatte endlich mal wieder Sex, vielleicht geht’s ja jetzt endlich wieder rund!? Aber außer dem sind noch tausend weitere Dinge geschehen, die im Laufe des Artikels noch oft genug erwähnt werden. Auf jeden Fall wieder eine Folge mit Höhen und Tiefen, aber trotzdem unterhaltsam und seeeehr cool.

Jannik Nach der eher enttäuschenden Folge der letzten Woche hat mich Mockingbird wieder überzeugt und das gehalten, was Game of Thrones seit eh und je verspricht. Auch für die meisten Charaktere war es ein ganz besonderer Spaß: Daenerys gönnt sich endlich mal was. Kleinfinger verteilt Küsse. Tyrion findet einen neuen Freund. Gregor Clegane vergnügt sich mit Männern. Und Lysa Arryn fliegt sogar vor lauter Liebesglück. Es scheint fast so, als würden Friede, Freude und Eierkuchen in Westeros herrschen.  Aber nein – in Mockingbird ist doch recht viel passiert und wenn bei Game of Thrones viel passiert, dann fließt automatisch Blut. Die Serie nimmt nun gottseidank wieder richtig Fahrt auf. Eine der stärksten und facettenreichsten Episoden der vierten Staffel.

Timo Ihr beiden fasst das ja schon gut zusammen. Da ich bis ungefähr zu diesem Punkt damals gelesen habe und in der Vorschau der Flug von Lysa Arryn schon angedeutet wurde, habe ich mich die ganze Folge eigentlich nur darauf gefreut und alles andere nur so mitgenommen. Obwohl die Ereignisse um Brienne und Pod mir neu vorkamen, daher für mich auch eine kleine Überraschung. (Oder kam es doch vor, ich hab es vergessen und mich jetzt vor den Buchfreaks blamiert?). Und Tyrions Szenen waren natürlich gewohnt stark.

Lieblingscharakter

Lisa Meinen Lieblingscharakter dieser Folge zu bestimmen ist recht schwer. Zum einen mochte ich die sensible Seite vom Hound, andererseits würden natürlich viele für Oberyn Martell oder Little Finger stimmen. Das sind auf jeden Fall die besten Charakter und ich entscheide mich letzten Endes für Littlefinger, dem auch der Titel dieser Folge gehört. Seine bösen und betrügerischen Züge machen mich ziemlich an (hrhr)!! Mir gefällt wir er mit Sansa spielt, diese Spannung zwischen den beiden ist kaum noch zu übersehen. Ja ja, ich weiß er ist zu alt für Sansa, aber doch finde ich, dass sie ein gutes Paar abgeben. Sansa braucht jemanden, der ihr zeigt, wo es lang geht und vor allem wie man hinterlistige Pläne schmiedet. Little Finger hat mich in dieser Folge am meisten überzeugt und macht sich damit für mich zum Lieblingscharakter.

Timo Petyr und Sansa ein Paar?? Davon abgesehen, dass das ziemlich eklig wäre wegen des Altersunterschieds und auch seiner Aussage, „du könntest meine Tochter sein“, glaub ich, dass Petyr wirklich nur Catelyn Stark jemals wirklich lieben wird und daher kein wirkliches Interesse an Sansa als Gemahlin hat. Sicher ist sein politisches Interesse an ihr. Er ist ja jetzt schon Herrscher auf Hohenehr, mit Sansa besitzt er nun auch Anspruch auf Winterfell. Wenn man schon nicht Catelyn Stark besitzen kann, dann halt eben alle Stark und Tully Ländereien! Achso, Lieblingscharakter der Folge: Bron, so berechnend und glaubhaft wie man ihn kennt – ich wäre auch für kein Geld der Welt gegen dieses Monster Gregor Clegane ins Duell gegangen.

Jannik Pedro Pascal hat schon in der gesamten Staffel als Oberyn Martell überzeugen können. Der Moment, in dem er Tyrion von ihrem ersten Treffen berichtet und davon, wie sehr Cersei sich  schon damals den Tod des kleinwüchsigen Bruders wünschte, ist aber bis jetzt die mit Abstand stärkste Szene von ihm gewesen. Indem er nun als Tyrions Champion antritt, kann er Rache für den Mord an seiner Schwester und deren Familie üben und gleichzeitig sicherstellen, dass der Wille von Cersei auch nach vielen Jahren nicht in Erfüllung geht. Er scheint darüber hinaus Tyrion so sehr zu schätzen, wie er den Rest des Lannister-Clans verabscheut. Oberyn bereichert die Staffel ungemein, da sein Motiv der Rache an den Lannisters glaubhaft rübergebracht wird und er auch fähig wirkt, den Löwen gefährlich werden zu können.

Bestes Zitat

Lisa „…Lord Baelish“ – „Call me Peter.“ – Little Finger zu Sansa bevor er sie küsst!

Jannik „I have only loved one woman, only one my entire life. Your sister.“ – Little Finger zu Lysa Arryn. Das „This is Sparta!“ von Westeros.

Timo „When you want justice, you’ve come to the wrong place“ – Tyrion zu Oberyn, genau mit seiner Betonung gelesen.

Interessantester Handlungsstrang

Lisa Für mich ganz klar: Tyrion. Darauf arbeitet die Staffel ja hin und ich kann es kaum erwarten diesen Kampf zu sehen. Sir Gregor sieht eher wie eine abgerichtete Kampfmaschine als ein würdiger, ritterlicher Gegner aus, aber ich hoffe Oberyn Martell wird schon wissen, was er da tut. Ich bin so gespannt, was uns hier noch erwartet. Ich lass mich überraschen und hoffe nur, dass Game of Thrones dies auf eine ganz positive Art und Weise tun wird… (yeah right..)

Jannik Da stimme ich der Lisa voll und ganz zu – Tyrions Handlungsstrang steht auch dank Peter Dinklage eindeutig im Mittelpunkt. Kein Wunder, dass sich in der nächsten Folge dann alles um den Kampf zwischen Gregor und Oberyn dreht und die Episode „The Mountain and the Viper“ heißt, schließlich wird dort über Tyrions Schicksal entschieden. Der Kampf wird episch, gar keine Frage. Nur will ich ehrlich sein: Weder Tyrion und Oberyn, noch Gregor möchte ich in der Serie wirklich missen. Gregor ist für mich die personifizierte Killermaschine und gigantisch groß, was ihm 140 Sympathiepunkte bei mir einbringt.

Timo Da ich weiß wie der Kampf ausgehen wird (sofern sich die Serie ans Buch halten wird), schweige ich lieber einmal über diesen Handlungsstrang. Auf der Mauer dürfte es diese Staffel noch interessant werden, wenn die Wildlinge eintreffen. Auch bin ich gespannt was Petyr nun als nächstes machen wird.  Die Personen, die sich bislang im Schatten aufgehalten haben, trumpfen in der aktuellen Staffel ja so richtig auf. Da verspreche ich mir noch so einiges.

Coolste Szene

Lisa Ich muss einfach bei meiner Meinung bleiben, und finde die ganzen Szenen am Ende, von Sansas Bitchslap an Robin, dem etwas obskuren Kuss bis hinüber zum Stoß von Tante Lysa super!! Ich schwärm ja heimlich von Littlefinger und Sansa, vielleicht als Paar oder auch als gutes, heimtückisches, zurückschlagendes Team und brenne schon darauf, wie es bei den beiden weitergehen wird. Die letzten Szenen haben mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten. Auch wenn das Brett für Aunt Lysa vorhersehbar war, war es doch irgendwie befriedigend für mich zu sehen, wie ihre Welt innerhalb von zwei Sekunden mit den Worten „Your Sister“ zerbricht. Die Alte war ja sowieso nicht mehr ganz sauber und auch wenn der Sturz etwas übertrieben war, hat es mich nicht sonderlich überrascht. Das Ende hat es mir wirklich angetan.

Jannik Ich möchte mich hiermit ausdrücklich von Lisas Meinung distanzieren. Blutjunge Mädchen küssen, weil sie ihrer Mutter ähneln und anschließend die Tanten der Mädchen in den Abgrund schubsen, weil sie eben nicht der Mutter ähneln – das ist doch alles völlig gestört, brutal, krank! Viel besser gefallen hat mir da die anmutige Trainingseinheit von Gregor Clegane. Der Mann redet nicht lange um den heißen Brei herum und das ist doch eine willkommene Abwechslung. Aber ganz knapp liegt dann doch der Dialog von Tyrion und Oberyn vorne. Herausragende Schauspielkunst, unverzichtbare Charaktere.

Timo **BITCHSLAP** Endlich wird mal nach Joffrey wieder ein Bengel geohrfeigt.

Fazit

Jannik Mockingbird ist insgesamt mal wieder eine sehr gute Episode mit einigen Höhen und Tiefen. Das liegt nicht wirklich an der Folge selbst, sondern viel mehr am Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen. Manche, wie zum Beispiel Tyrion, liefern ein Highlight nach dem anderen ab, während man im Osten schon froh ist, wenn die sitzende Königin mit einem galanten Schurken liegen lernt. Es wird schwer sein, den qualitativen Kontrast zwischen den Handlungssträngen wieder zu verringern. Wenn das weiterhin nicht gelingt, bin ich dafür, dass Daenerys nicht nur liegen, sondern auch fliegen lernt.

Timo Dany muss wirklich aufpassen damit sie nicht in die Belanglosigkeit abdriftet. Nächste Folge muss mal wieder was passieren. Auf jeden Fall sind jetzt einige Grundsteine gelegt für die 8. und 9.(!) Folge, die uns leider erst nach einer einwöchigen Pause bevorstehen.

Lisa Sansa, wehr dich endlich mal!! Und nochmal – und nochmal – UND NOCHMAL!
Sansasmall

3 Gedanken zu “Game of Thrones: Mockingbird

  1. Ja, ich glaube echt, dass die Männer das nicht nachvollziehen können 😀 Little Finger als Villain ist denen perfekt gelungen, und genau die beiden zusammen machen so eine unwiderstehliche Mischung aus 🙂

  2. Meine Schwester, die alle Bücher gelesen hat, hat GoT letztens auch als Seifenoper beschrieben. Eine Menge Personen, viel Gerede und der Cast ist nach vier Staffeln überhaupt nicht mehr der selbe wie am Anfang 😀

  3. Wirklich eine gute Folge, das muss ich nach dem zweiten Mal
    Anschauen zugeben. Game of Thrones gehört eindeutig nicht nur zu den Serien,
    die von Staffel zu Staffel besser werden, sondern auch zu denen, deren Folgen
    nach mehrmaligen Schauen immer noch besser werden.

    Generell muss ich Lisa zustimmen. Petyr ist der perfekte Bösewicht, nicht
    unbedingt ein sympathischer, dafür wissen wir einfach zu wenig über seine
    wahren Motive, sondern fällt eher in die Kategorie Bad Boy, in den sich Frauen
    eben gerne mal verschauen. Das können Männer natürlich nicht verstehen^^. Ich
    selber finde die Kombination von Sansa und Kleinfinger einfach genial und bin
    auf jede weitere Szene und jedes weitere Kapitel im Buch gespannt. Das naivste
    und unschuldigste Mädchen und der absolute Villain – extremer geht es nicht
    mehr. Eins ist klar: Nur Kleinfinger kann Sansa endlich mal Selbstvertrauen
    lehren. Ich hoffe nur, dass er sich ihr nicht auch irgendwann so entledigt wie
    er es mit allen Menschen, die glauben, ihn als Freund zu haben, tut. Lieber
    würde ich sie als Verschwörerpärchen sehen.

    Ebenso wie Timo bin ich über die weiteren Entwicklungen bei Brienne gespannt,
    da dieser Plot eigentlich erst in Buch 4 (engl.) vorkommt bzw. anscheinend
    stark abgewandelt ist – dafür bin ich dankbar, da Briennes Suche im Buch bis
    zum Ende hin schon schwer langweilig war.

    Einen kleinen Diskussionspunkt habe ich jedoch nocht: Irgendwie hat Staffel 4
    zu viele Cliffhanger. Langsam fühle ich mich wirklich wie in einer Seifenoper.
    War das schon immer so? Ich meine nicht. Alle 9er Folgen hatten natürlich
    einen, aber die vorhergehende Folgen hatten das mit den Enden glaube ich besser
    drauf. Ich erinnere nur an Staffel 3 „The Climb“ deren Ende
    Kleinfingers „Chaos is a ladder“-Belehrung plus das Ankommen von Jon
    und Ygritte auf der Mauer ist – das waren noch Enden!

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