Endstation „Bachelor of Arts“

Der Bachelorstudiengang „Theater & Medien“ wird in Bayreuth in Kombination mit einem Nebenfach angeboten, so dass man als Student des Studienganges gleich in drei unterschiedliche Gebiete schnuppern kann. Das kann von Vorteil sein aber auch zum Nachteil werden, denn immerhin kann ein breites Spektrum auch verunsichern. Nicht selten bleibt nach dem Studium die Frage offen: Wie geht es jetzt weiter?

Bei der Entscheidungsfindung kann auch der  Blick zu den Alumni helfen. Wir stellen euch in mehreren Artikeln  einige spannende Lebenswege vor. Eine der ersten Bachelorabsolventinnen des Studienganges Theater und Medien ist Jasmin Srouji, die ihren Bachelor 2008 absolvierte.

KW: Bereits an der Universität Bayreuth hast du dich im Bereich TV engagiert. Welchen Einfluss hatte das für deinen weiteren Lebensweg?

JS: Abgesehen von der praktischen (technischen) Erfahrung, wie der Umgang von Kamera und Schnitt, habe ich unglaublich viel in Sachen Teamführung und Organisation gelernt.
Ich selbst habe als Redaktionsmitglied bei CTV angefangen und durfte ein Jahr lang die Redaktionsleitung übernehmen. In diesen 2 Jahren habe ich gelernt im Team zu arbeiten, ein Team zu führen und gleichzeitig regen Kontakt mit der „Administration“ zu halten.
Nach meinem Studium an der UBT habe ich zwei Jahre in einem Medienbetrieb in Palästina (PYALARA.org) gearbeitet und konnte dort meine Erfahrung und gelernten Arbeitsmethoden als Fernsehproduzentin einbringen. Auch jetzt an der Filmakademie in meinem Studium zur Crossmedia Producerin kommen mir diese Erfahrungen zu Gute.

KW:  Was denkst du, inwiefern ist es wichtig/unwichtig, bereits während des Studiums einen Grundstein für die Zukunft zu legen?

Ich bin jemand, der während des Studiums als auch im privaten Leben Träume und Wünsche hat, aber nicht immer konkrete Ziele. Getreu dem Motto: der Weg ist das Ziel!
Unter „Grundsteine legen“ verstehe ich eigentlich Entscheidungen treffen, dazu stehen und voller Freude und Hingabe an ihnen zu arbeiten. So bin ich immer gut klar gekommen.
Als ich mich in Bayreuth beworben habe hatte ich den Traum, meine Heimat Deutschland und Palästina durch Medienprojekte einander anzunähern. Mit meinem Abschlussprojekt, dem Dokumentarfilm „Interchanges of Lives“, konnte ich mir diesen Traum in Zusammenarbeit mit Ramona Kambach und Kerstin Höfner (und unserem Mentor Markus Spona) erfüllen.

KW: Wie ging es bei dir nach dem BA weiter?

JS: Während meines Studiums habe ich jährlich beim Festival junger Künstler Bayreuth beim Videoworkshop teilgenommen. Dort bin ich auf junge Teilnehmer aus meiner zweiten Heimat Palästina gestoßen, über die ich dann mein Bachelorabschlussprojekt gedreht habe. So habe ich erste Kontakte zur palästinensischen Jugendorganisation PYALARA knüpfen können und habe nach meinem Studium eine Festanstellung als Fernsehproduzentin angeboten bekommen.
Für mich als Deutsch-Palästinenserin ein lang ersehnter Traum.
Zwei Jahre habe ich dann in Ramallah gelebt und gearbeitet. Seit Oktober 2009 studiere ich nun „Interaktive Medien“ mit  Schwerpunkt Crossmedia Production an der Filmakademie Baden-Würtemberg. Als studentische Produzentin betreue und organisiere ich viele spannende Projekte und auch hier verfolge ich wieder meinen großen Traum, während und nach meinem Studium meine Heimat Deutschland und Palästina durch Medienprojekte anzunähern. Momentan arbeite ich an der Entstehung des ersten interaktiven Museums für Kinder und Jugendliche in Palästina mit und bin davon überzeugt, dass auch dieses Projekt wegweisend für mich sein wird.

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