Dinner für Spinner

Wie viele Grenzen darf man übertreten, um die glücklich zu machen, die man liebt? In genau dieser Zwickmühle findet sich Tim Wagner (Paul Rudd) wieder, als sein Chef ihn zu einem Dinner einlädt, zu dem jeder einen Trottel mitzubringen hat, um das Amüsement der Firmenbosse zu gewährleisten.

1998 erschienen, wurde der französische Film Le Dîner de cons von Francis Veber gleich sechsfach für den César nominiert (siegreich in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Jacques Villeret), Bester Nebendarsteller (Daniel Prévost) und Bestes Drehbuch) – in den Kritiken wurde er allerdings meist als zähflüssig und zu leicht befunden. Ende September 2010 kommt nun das gleichnamige Remake in die deutschen Kinos und wir vom Dis+ haben den Film bereits für euch unter die Lupe genommen.

Cast: Besetzungstechnisch kann der neue Film von Austin Power- Legende Jay Roach mit anerkannten Größen wie Steve Carell (Date Night – Gangster für eine Nacht, Jungfrau (40), männlich, sucht, Bruce allmächtig), und Paul Rudd (Jungfrau (40), männlich, sucht, Nie wieder Sex mit der Ex) oder Zach Galifianakis (Up in the air, Hangover) aufwarten. Vor der Kamera wirken alle gewohnt souverän und ergeben zudem ein stimmiges Gesamtbild. Vor allem Julie-Darstellerin Stefanie Szostak und Rudd harmonieren nahezu ideal. Steve Carell spielt das, was er kann, und das gut – mehr muss man dazu wohl kaum sagen.

Plot: Tim Wagner sieht nach der Entlassung eines Kollegen die Chance auf der Karriereleiter eine Stufe aufzusteigen. Alles läuft scheinbar nach Plan, als ihn sein Chef ins Büro bittet. Doch bevor Wagner die Stelle bekommt, muss er zu einem monatlich veranstalteten Dinner einen Spinner mitbringen. Trotz mehrfachem Veto seiner Fast-Frau Julie ist er fest entschlossen sich diese Möglichkeit nicht entgehen zu lassen, um ihr weiterhin ein angenehmes Leben ohne finanzielle Nöte bieten zu können. Er trifft den Präparator Barry (Carell), der geradezu prädestiniert für den ersten
Preis beim Dinner für Spinner erscheint: er präpariert tote Mäuse. Doch Barry kreuzt einen Tag zu früh auf und Wagner bekommt ihn nun nicht mehr vom Hals. Es kommt wie es kommen muss und durch mehrere von Barry unwissentlich begangene Fauxpas verliert er seine Julie, und das Geschäft, das seinen Aufstieg bedeuten soll, droht zu platzen…

Umsetzung: Nach klassischem Muster muss der Protagonist alles verlieren, um hinterher alles zu gewinnen. Die viele Längen des Films können durch die zwar gut gesetzten aber oft zu flachen Witze nicht ganz aufgefangen werden, was gegen Mitte des Streifens zwangsläufig etwas Langeweile aufkommen lässt. Kleinere Continuity-Fehler (mehrmals vorbeifahrende Autos, kaputtes und wieder ganzes Regal) trüben zudem das Gesamtbild. Auf der anderen Seite wiegt das Detailverliebte Szenenbild – vor allem in Barrys Mäusewelt – einiges wieder auf und bekommt zweifelsohne die
Bestnote.

Fazit: Man kann die Kritiken von 1998 wieder aufgreifen und sagen, etwas zähflüssig und mit (zu) wenigen komödiantischen Highlights, gegen Ende hin allerdings besser – ein klassischer Hollywood- Streifen eben

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