Der wirklich letzte Film

14 Jahre, 7 Bücher, 8 Filme – und alles hat ein Ende. Die Ära Harry Potter schließt mit dem heißersehnten und doch gefürchteten letzten Teil.  Nun kann man nicht mehr aus dem Kino gehen und sich auf den nächsten Teil freuen.


Im 2. Teil von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes geht die Suche nach den Horkruxen von Harry (Daniel Radcliff), Ron (Rupert Grint), Hermine (Emma Watson) weiter. Doch während die drei bei ihrer Suche durch Großbritanien reisen, hat sich in Hogwarts einiges verändert, denn Severus Snape ist nun Schulleiter und weitere Todesser sind in der Lehrerschaft.

Dort treffen zum Schluss, im finalen Kampf zwischen Gut und Böse alle aufeinander. Es ist der kürzeste Film der Pottergeschichte und sollte der krönende Abschluss werden, doch leider wird er diesem Anspruch nicht vollkommen gerecht. Denn einerseits schafft es Steve Kloves mit seinem Drehbuch so nah am Buch zu bleiben, wie noch nie ein Teil davor und überzeugt durch einige komische Unterbrechungen, die die absolut düstere Grundstimmung auflockern und Abwechslung schaffen. Andererseits lässt er immer noch einige wichtige Dinge weg (zum Beispiel Kreacher, der mit den anderen Hauselfen in den Kampf für das Gute zieht), kürzt wichtige Szenen, so dass sie einen Teil ihres Inhaltes verlieren (Kampf zwischen Mrs. Weasley (Julie Walters) und Belatrix Lestrange (Helena Bonham Carter)) und einer unteridrisch schlechten digitalen Bearbeitung an der ein oder anderen Stelle (Severus Snape (Alan Rickman) als junger Mann und die letzte Szene – aber dazu später mehr). Ein vollständiger Inhalt scheint da eher Wunschdenken, denn wie soll man so viel nachholen, was die letzten sieben Filme vergessen haben.

Die Regie hat mal wieder David Yates, wie schon in den letzten 3 Filmen. Und seine Handschrift ist auch zu erkennen, wenn man meiner Meinung nach auch sagen kann, dass es wohl sein bester Potter Film ist. Es ist also mal wieder großes Hollywoodkino, das wunderbar für 3D gedreht wurde (wenn man schon mal die Möglichkeit einer Kamerafahrt hat, dann kann man sie doch gleich ins schier Unendliche ausdehnen, oder schnappende Tiere immer aufs Publikum loslassen, und wenn die Bösen sterben, dann doch bitte so, dass auch alle was davon haben, z.B. als Papierschnipsel!?).

Es gibt, wie schon im Buch, viel Action, Kampfszenen und Düsternis, aber auch Liebe, Ferundschaft und Zusammenhalt kommen nicht zu kurz. Sodass der Film abwechslungsreich und tiefgründig wird, was wohl auch an der genialen Besetzung von Nebenrollen liegt, von denen einige einen großen Auftritt haben, wie Helena Bonham Carter, die mal eben eine der Hauptrollen übernimmt.

Oder Alan Rickman mit brillianten Szenen als Severus Snape, wo er auch noch für einige Überraschung sorgt, zumindest für alle, die die Bücher nicht kennen und einem mit nur einem Blick die Tränen in die Augen treibt. Und auch Maggi Smith, als Professor Mc Gonagall, darf nicht vergessen werden, die mit unglaublicher Situatioskomik und guten Texten überzeugt. Diese Liste könnte ich ewig weiterführen, da inzwischen fast alle großen britischen Schauspieler, auch in noch so kleinen Rollen zu finden sind. All die Szenen werden brillliant von der Musik unterstützt, die  aber nicht negativ heraussticht, sondern an den richtigen Stellen zurckhält und auch mal Stille zulässt, wenn es nötig ist.

Bei der Symbolik kann man für die Todesser parallelen zu Nazis sehen, aber wie will man sie auch anders darstellen, wenn die Geschichte solch Grausamkeit schon erlebt hat.

Doch im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es ein großartiger Film ist, der die Fans begeistern wird und sicher auch einige mehr. Bis zur letzten Szene ist es auch ein würdiger Abschluss, den man gerne in Erinnerung behält. Und die Produzenten und Macher zeigen mal wieder, was sie alles in Sachen Marketing drauf haben (Nur für euch veröffentlichen wir vorab eine Szene aus dem Film, die wir an der spannendsten Stelle abbrechen, damit ihr auch ja kommt). Doch eigentlich haben sie es nicht mehr nötig, denn mit rund 6,4 Milliarden ist es die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten. Und die riesige Fangemeinde kommt so oder so.

Doch es gibt ja leider die schon mehrmals erwähnte letzte Szene, die 19 Jahre später spielt. Schon im Buch sehr umstritten, da es doch sehr kitschig ist, aber irgendwie auch passt. Doch wie Warner Bros sie umsetzt – da fehlen einem die Worte. Wirklich – ist es denn so schwer, bei diesen Unmengen an Geld die verdient wurden, ein wenig für eine gute Maske oder gute Nachbearbeitung zu verwenden? Während man noch etwas verdutzt über die schlechte Verjüngung von Snape ist, so kann man nicht anders als entsetzt sein, wenn man die angeblich gealterten Schauspieler als Familien mit Kindern sieht. Sie sehen einfach genauso alt aus wie immer. So wäre es leider nur ein schöner Abschied einer Ära gewesen, der Abschied für den ein oder anderen von seiner Kindheit, einer der gelungen gewesen wäre, an den man gerne zurück gedacht hätte, aber das hat Warner Bros gekonnt versaut – VIELEN DANK!

Also die Empfehlung an alle Fans, geht einfach vor der letzten Szene, tut euch das bitte nicht an. Es tut wirklich weh, das zu sehen. Denn dann kann man die wunderbare Welt von J. K Rowling in guter Erinnerung behalten und Dankbar für diese unglaublichen Bücher sein, die einen regelmäßig in zauberhafte Welten entführten. DANKE für 14 Jahre, 7 Bücher und 8 Filme.

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