Das Fest, das Bayreuth verpasste

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Das Licht geht an. 4 Jungs, alle um die 20, treten auf die Bühne. Der Drummer zählt ein und das Klangfeuerwerk beginnt. Schon die Eröffnung des 1. Bayreuther Starktonfest ließ absolut nichts zu wünschen übrig. Genialer Sound, tolle Lichttechnik und Musik auf einem sehr hohen Niveau. Davon können sich viele Veranstalter gern eine Scheibe abschneiden. Jedoch gab es ein Problem: Es waren keine Zuschauer da. Lediglich etwa 200 Leute besuchten das Festival über die gesamte Dauer. Dabei gab es wirklich was zu hören.

Ben Dover

Den Opener machten die Tschechen von Ben Dover. Mit ihrer Mischung aus Rock / Pop / Funk konnten mich die Jungs schon bei ihrem ersten Bayreuther Auftritt im Glashaus überzeugen. Die relativ junge Band meisterte die große Bühne im Zentrum souverän und sorgte von Anfang an für ordentlich Stimmung. Das funktionierte auch bei 50 Zuhörern schon gut. Schade, dass es keine 500 waren, sicherlich wären dann sowohl Publikum als auch Band nochmal über sich hinaus gewachsen.

Al Breeze

Eine Überraschung war für mich die Band Al Breeze. Nach kurzem Intermezzo überzeugten die Franken mit Metal / Funk vom allerfeinsten. Vor Allem der Gitarrist der Band war technisch und musikalisch auf einem Niveau, das man in Bayreuth nur sehr selten zu hören bekommt. Aber auch der Rest der Band bewegte sich auf einem sehr hohen Level und ging in der – wie gesagt – extrem gut gemachten Bühnentechnik auf.

Artischoque

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Diese Band war für mich der Hauptgrund auf das Festival zu gehen. Da der größte Teil der Band von meiner alten Schule stammt, kenne ich die Gruppe schon sehr lange. Mit Hip Hop / Funk / Reggae / Rock und einem Quäntchen Dubstep / Electro macht Artischoque immer wieder Stimmung und Spaß! Sie hatten an diesem Abend das größte Publikum und brachten den, leider trotzdem nicht komplett gefüllten, Europasaal zum Tanzen.

Waste

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Ich hatte Waste noch nie live gehört. Ein großer Fehler, wie sich herausstellte. Sie waren die Profis an diesem Abend. Wie auch bei den vorherigen Bands waren bei Waste nur wenig Leute anwesend. Allerdings waren zu diesen Zeitpunk die Anwesenden schon soweit aufgewärmt, dass das kleine Publikum im großen Raum sogar zum Vorteil wurde. Jeder hatte genug Platz zum Tanzen und man konnte sich voll in die Musik vertiefen ohne ständig Angst haben zu müssen, jemandem auf die Füße zu treten.

Fazit

Das 1. Bayreuther Starktonfest, war für mich definitiv ein musikalisches Highlight dieses Jahres. Die Bands, die Technik und die Organisation waren nahezu perfekt. Und ENDLICH, ich hatte die Hoffnung ja schon vollständig verloren, gelang es einem fränkischen Publikum mal konsequent auf die 2 und auf die 4 zu klatschen. Persönlich hatte ich so viel Spaß, wie schon lange nicht mehr. Schade nur, dass Bayreuth dieses Ereignis verpasste. Vielleicht war es ein Fehler, das Fest am Wochenende von Waldstock und St. Georgen Swingt zu veranstalten, aber mal ehrlich: Zeit für so gute Musik muss doch eigentlich immer sein! Andererseits: Wagners Festspiele etablierten sich auch nicht im ersten Jahr. Also: Nicht aufgeben, nächstes Jahr wieder genau so machen, das Potential des Festivals ist wirklich stark!

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