Darksiders 2

Vigil Games Studio in Austin, Texas. Die Spieleentwickler unter dem Publisher THQ spielen gerade die Highlights der letzten Jahre – Zelda, God of War oder Prince of Persia – für das neue Spiel Darksiders 2 müssen nämlich neue Ideen her. „Wieso nicht das Beste von allen diesen Spielen zusammennehmen?“ Diese Idee muss einem der Entwickler gekommen sein, da der Nachfolger zum ersten Darksiders alle guten Elemente der großen Platzhirschen in der Spielwelt vereint und mit den Themen Tod, Apokalypse und Rache verfeinert.

Klettern wie der Prinz von Persien, kämpfen wie Kratos, Rätsel lösen wie Link aus Zelda – um die Vergangenheit ungeschehen zu machen, nimmt der Hauptcharakter und apokalyptische Reiter Tod alle Strapazen auf sich. Für die Ausrottung der Menschen wurde nämlich sein Bruder Krieg verantwortlich gemacht, dessen Geschichte man im ersten Teil von Darksiders erlebte. Gleich zu Beginn der Reise findet man aber heraus, dass hinter dem Prozess des Bruders eine Verschwörung mit unvorstellbaren Ausmaßen steckt. Daher führt das Abenteuer durch insgesamt vier Welten, in denen verschiedene Aufgaben erfüllt werden müssen, um die Auslöser der Verschwörung ausfindig zu machen.

Obwohl die Geschichte des Spiels sehr komplex ist, liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Mischung aus Kampf und Rätsel. Standardmäßig ist Tod mit zwei Sichelschwertern ausgestattet, die in Verbindung mit der wählbaren Zweitwaffe zu Angriffskombinationen verknüpft werden können. Kennt man God of War, Dantes Inferno oder ein anderes vergleichbares Action-Spiel findet man sich sofort mit dem Kampfsystem von Darksiders 2 zurecht.

Ist man nicht gerade damit beschäftigt, die gegnerischen Dämonen und Fabelwesen zurück in die Hölle zu schicken, versucht man die teils doch anspruchsvollen Rätsel zu lösen. Beschränken sie sich zu Beginn noch auf einfaches Betätigen von Schaltern, gilt es, die vielen Fähigkeiten im späteren Spielverlauf zu kombinieren. Sogar die schon vom ersten Teil bekannte Portal-Waffe – inspiriert von Valves sehr erfolgreichem „Portal“ – hat wieder den Weg ins Spiel gefunden. Mit dieser ergeben sich teils sehr komplexe Rätsel, bei denen z.B. erst der eigene Charakter mit einer weiteren Fähigkeit dupliziert und anschließend durch Portale befördert werden muss, während der Ursprungscharakter seinem Doppelgänger den Weg mit einem Hebel öffnet.

Um auch den Rollenspielern in gewisser Hinsicht gerecht zu werden, nutzt Darksiders 2 zusätzlich ein Skillsystem, um den Charakter Tod noch weiter ausbauen zu können. Nach jedem Levelaufstieg werden Punkte in einen Fähigkeiten-Baum gesteckt, um Spezialattacken freizuschalten und anschließend zu verstärken. Im ersten Durchlauf könnte man von deren Vielfalt erschlagen werden. Wegen der seltenen Skill-Punkte hat man nämlich nicht die Möglichkeit alle auszuprobieren und ist sowieso erst einmal damit beschäftigt, die Standardangriffe zu erlernen, die ebenfalls noch zusätzlich erwerbbare Kombinationen besitzen.

Diese Fülle von Spielmechaniken würden den Gelegenheitsspieler am Anfang erschlagen, wäre die Abwechslung im Spielverlauf nicht so groß. Hat man einen neuen Gegenstand verstanden und ihn in einem neuen Rätsel erfolgreich eingesetzt, kehrt man danach oft zum gewohnten Kampf zurück. Die Gefahr besteht aber hierbei, dass man im anschließend nächsten Rätsel-Abschnitt eine der alten Fähigkeiten schon wieder vergessen hat.

Live getestet auf Timos Twitch Kanal

Unterm Strich sind die Spielelemente von Darksiders 2 also gut, aber zum größten Teil auch geklaut. Wieso also mit Tod in den Kampf ziehen und nicht mit den Vorbildern Link, den Prinz von Persien oder Kratos? – Weil Darksiders 2 das Kind in uns weckt, welches damals mit He-Man, Skeletor oder anderen Action-Figuren spielte – Tods Ähnlichkeit mit Skeletor ist ja ohnehin unbestreitbar. Es ist zum Teil der Reiz des Bösen. Tod ist ein apokalyptischer Reiter, dessen Bruder Krieg angeblich die komplette menschliche Rasse in die ewige Verdammnis geschickt hat. Er führt seine zwei Klingen stilsicher durch die feindlichen Körper und schwingt Waffen, die dreimal so groß sind wie er selbst. Jeder Bösewicht segnet gegen ihn irgendwann das Zeitliche, da er zu schnell, zu stark und zu mächtig ist. Zum anderen Teil, da gefundene Waffen und Rüstungen Tod ebenfalls äußerlich verändern und ihn damit, vor allem zum Ende hin, verdammt cool aussehen lassen – eben genau das, was diesem Kind an seinen damaligen Action-Helden so sehr gefallen hat.

Wer also gerne Action-Spiele spielt, wird sehr großen Spaß mit Darksiders 2 haben. Man merkt, dass die Entwickler sich nicht einfach nur bei der Konkurrenz bedient haben, sondern die Spielmechaniken sinnvoll in das Spiel integrierten und mit ihrem eigenen Stil verfeinerten. Auch nach Spielende kann man mit Tod noch weiterspielen – im Arena-Modus und im erneuten Durchlauf des Hauptspiels können seltene Waffen erworben werden, damit man für die bald noch erscheinenden, herunterladbaren Zusatzinhalte gewappnet ist.

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