Serienkiller: Bully macht Buddy

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Er brachte uns mit den drei Kastagnetten das Schnellsprechen bei, entführte uns mit dem (T)Raumschiff in fremde Galaxien, machte sich mit uns auf die Suche nach dem Schuh des Manitu und durchlebte mit uns als Sissi die Wechseljahre einer Kaiserin. Immer an seiner Seite Rick Kavanian und Christian Tramitz.

Das alles waren nur die bekanntesten Werke von Michael „Bully“ Herbig. Weniger bekannt sind seine letzten Filme wie zum Beispiel Zettl. Jetzt kommt Bully wieder auf die Leinwand und er will dabei sicher gehen, dass jeder von seinem neuen Film Buddy erfährt. Auch deshalb seine neue Sitcom Bully macht Buddy (leider wieder ohne Christian Tramitz).

Die Herzen der Bully-Fans und Fanatiker dürfen also wieder höher schlagen, haben sie doch seit dem Ende der legendären Bullyparade und der kurzen Zeit mit Bully&Rick sehnsüchtig auf ein weiteres Fernsehformat gewartet. Ob sich jemand eine Sitcom statt einer Sketchshow erhofft hat, bleibt allerdings zu bezweifeln.

Die Sitcom ist also da. Aufgezeichnet vor Live Publikum und demnach mit ihren Lachern geschmückt. Bully macht Buddy. Die Handlung ist schnell erklärt. Bully wird von seiner Freundin Nina verlassen, weil dieser zu viel an der Entstehung seines neuen Filmes Buddy arbeitet. Dazu kommt noch, dass Ricks Schwester, eine Art Seekuh ähnliches Wesen, bei ihm einzieht. Bully versucht seinen Film zu produzieren und dabei geht einiges schief. Soviel zur Story. Die Schauplätze sind im Großen und Ganzen Bullys Wohnung und das Café Gossip.

Was soll man als Bully-Fan von dieser Serie halten. Die erste Folge tropft nur so vor sich hin. Ein lauer Witz folgt auf den anderen. Ab und zu erwischt man sich beim Schmunzeln, wirklich laut lachen muss man nur, wenn ein kleiner dicker Junge Bully sagt, dass Hui Bu „[…] voll scheiße animiert […]“ war. UND in den Szenen mit Rick, der leider zu selten auftaucht. Dafür geht es vielmehr um seine Schwester, die durch ihre krankhafte Fresssucht und ihr asoziales Verhalten wohl für Lacher sorgen soll. Vergeblich. Dann sind da noch die Nebenrollen, die den Vogel abschießen. Der Total überzeichnete, italienische Besitzer des Gossip (Potential ist bei ihm allerdings vorhanden) und eine laute Journalisten, verkörpert von einer miserablen Schauspielerin (zum Glück in der zweiten und hoffentlich auch in den letzten vier Folgen nicht mehr dabei).

bully-macht-buddy-01Bild: ProSieben

Eine Überraschung hatte die erste Folge aber doch: Sarah Connor kann tatsächlich Schauspielern. Nicht sonderlich gut, aber besser als die meisten professionellen deutschen Schauspieler. Und die Witze auf ihre Kosten waren auch nicht die schlechtesten. Allzu lang war ihr Auftritt dann aber auch nicht, was vielleicht ganz gut war, denn das hätte es dann wieder zu sehr ausgereizt.

Die erste Folge ist also, man kann es nicht anders sagen, eine ziemliche Enttäuschung. DOCH DANN! Ich als Fan wollte diesen Artikel nicht so schreiben und nicht so enden lassen. Das hat Bully nicht verdient. Also packte ich all mein Vertrauen zu ihm zusammen und entschloss mich, eine Woche zu warten und den Artikel erst nach der zweiten Folge zu veröffentlichen. Und ich muss sagen: ES HAT SICH GELOHNT!

Die zweite Folge verändert einiges. Die Serie hat zwar keine Kehrtwende gemacht, aber sie hat ihre Schwächen bis auf ein paar kleine Falten ausgebügelt und ihre Stärken ausgebaut. Die größte Stärke bleibt Rick. Er kommt viel öfter vor, schlüpft in verschiedene Rollen und tritt am Ende als Frau auf. Nahezu alles, was er sagt oder tut, ist genial. Er ist wieder in seinem Element. Die Schwester taucht nicht mehr ganz so oft auf, und wenn, dann ist sie nicht mehr ganz so schrecklich wie noch in der ersten Folge.

b640x600Bild: ProSieben

Gaststars gibt es auch wieder. Einmal Elyas M´barek (zum Glück nicht sehr lange) und ganz kurz Roberto Blanco mit einem brillanten Auftritt. Und ein neuer Charakter wird eingeführt, der vielleicht und hoffentlich in den nächsten Folgen auch wieder dabei sein wird. Bullys neuer Produzent, der schwäbische Müsli-Fabrikant (die Seitenbacher-Assoziation ist durchaus gegeben). In der Folge wird allgemein viel Witz mit Akzenten gemacht, was ja schon immer eine Stärke der Bullyischen Comedy war. So hält es auch den humorlosesten Mensch nicht mehr vor Lachen, wenn dem Müsli-Fabrikant beim Anblick des verkleideten Rick sei Spätzle wieder „aufgwacht isch“.

Als alter Bully-Fan, der immer mal wieder gerne auf Bullybase.de in Erinnerungen schwelgt (hier ein sehr schönes Beispiel), kann ich diesen Artikel nun getrost absenden. Denn nach dieser zweiten Folge ist für mich klar, Bully ist wieder da. Noch nicht so wie früher, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und bei all den Gaststars, wer weiß, vielleicht darf man auch von einem Auftritt von Christian Tramitz träumen.

Wer sich ein eigenes Bild von Bully macht Buddy machen möchte, der kann das ebenfalls auf www.Bullybase.de. Dort findet ihr die kompletten ersten beiden Folgen. Ansonsten läuft Bully macht Buddy jeden Montag um 21:40 Uhr auf Pro7.

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