Der frische Wind von Breath of the Wild

Oh Nintendo, my sweet summer child

Das Internet schrie vor Entrüstung auf, als sie von der Entscheidung Nintendos hörten, die vermeintliche Überkonsole „NX“ auf der E3 2016 nicht vorzustellen. Fest rechnete man mit einer Ankündigung und als die Entscheidung bekannt wurde, dass “nur” Zelda gezeigt werden würde, glühten die Finger hunderttausender Spieler, als sie online ihrem Frust kundtaten. Für Nintendo sah es also schon mal nicht gut aus. Dennoch lieferten sie mit der Zelda-Präsentation das Highlight der diesjährigen E3 ab. Auch ich konnte es kaum erwarten, das erste Open-World-Survival-Spiel der Reihe zu spielen. Vor zwei Wochen, als ich zum Post-E3-Event von Nintendo in Frankfurt eingeladen war, wurde meine Neugier endlich gestillt: Ein ganzer Tag gefüllt mit Zelda, Monster Hunter Generations und zahlreichen Indie-Titeln gab mir genug Zeit, um mir eine erste Meinung zum heiß erwarteten Titel zu bilden. Zwei Demos, die auch schon auf der E3 spielbar waren, wurden gezeigt. Zuerst wurde ich in die Open-World-Hyrules entlassen. Naja – ganz offen war es natürlich nicht. Die Demo spielte nur im – auch schon beachtlich großen – Anfangsgebiet. Ob ich dämliche Bokoblins dabei beobachtete, wie sie ins Feuer liefen und infolgedessen starben oder sie selber mit Schwert und Schild auseinander nahm – ich hatte sehr, sehr viel Spaß.

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Ein Nachfolger zu Twilight Princess?

In den Tagen von Twilight Princess versuchte ich immer die Grenzen der Spielwelt auszuschöpfen, Geheimnisse zu finden und interessante Geschichten zu erleben. Gefunden habe ich wenig bis gar nichts. Spaß gemacht hat es mir trotzdem. Breath of the Wild wirkt nun wie der wahr gewordene Traum meines 13-Jährigen Ichs. Überall in der Welt sind Geheimnisse versteckt. An fast jeder Ecke erwartet mich eine neue Möglichkeit mit der Spielwelt auf neuen, bisher unbekannten Wegen zu interagieren. Eine Revolution ist dieses Spiel nicht, eher eine Evolution des bereits bekannten Gameplays. Nintendo macht nun das, was alle anderen seit Minecraft versuchen zu kopieren. Natürlich ist Survival inzwischen ein alter Hut, aber das, was sie machen, versetzen sie mit dem für Nintendo typischen Charme. Das Spiel wirkt auf meine Survival-Müdigkeit wie ein unglaublich gut aussehender, doppelter Espresso. Auch der geschichtliche Ansatz des Spiels verspricht einen frischen Wind in die seit 1986 existierende Reihe zu bringen. Die Post-Apokalyptisch-farbenfrohe Welt, gemischt mit dem Sci-Fi Ansatz, hat mich nach dem Anspielen der Geschichte auf jeden Fall mit vielen Fragen zurückgelassen, deren Beantwortung ich Anfang 2017 gar nicht mehr erwarten kann.

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