The Best Exotic Marigold Hotel – oder: “Mit 66 Jahren fängt das Leben erst an.”

Das Knie ist morsch, die Pension mies, das Wetter in England nur noch nass und irgendwie ist die Gesamtsituation mal wieder ungut. Was also tun? Vielleicht einen Neubeginn in Indien starten? Sieben Rentner nehmen das All-Inklusiv-Abenteuer an, mit dem ein verlockendes Prospekt des Best Exotic Marigold Hotels „die Alten und Schönen“ lockt: Super Preise, super Luxus und eine super Zukunft The Best Exotic Marigold Hotel – oder: “Mit 66 Jahren fängt das Leben erst an.” weiterlesen

Liebe Eltern, kümmert euch!

Die Frau ist das dürre Supermodel, das Hausmütterchen, das Sexsymbol. Die Frau ist zuständig für Kinder und Küche und liefert dazu eine gute Figur. Sie ist gefühlsbetont, einfühlsam, freundlich, unselbstständig und hilflos. So werden Frauen in den Medien präsentiert.

Kurzum: Das weibliche Geschlecht in den Medien ist kein Vorbild für junge Mädchen – mehr noch: es ist ungesund. Der Vorwurf an die Medien lautet: Sie konstruierten eine „männliche“ Realität und funktionierten nach bestimmten „Selektionskriterien“. Sie unterstreichen die herrschende Geschlechterordnung, bestätigen Geschlechterklischees und behindern die Veränderung von Geschlechterstereotypen. Sprich: Die Emanzipation schreitet nicht fort und das weibliche Geschlecht wird weiterhin benachteiligt. Die entscheidende Frage ist aber, welche Rolle und Funktion den Medien hier zukommt. „Liebe Eltern, kümmert euch!“ weiterlesen

„Revolutionär ist nur die Bombe“

Janek, Boris, Stepan

Wie weit darf man für eine Idee gehen? Ist es erlaubt, ja sogar geboten für eine Hoffnung auf eine bessere Welt zu morden? Eine Antwort geben die „Gerechten“ nicht. Die Notwendigkeit über diese Fragen nachzudenken, verschafft die Gegenwart. Lust dazu macht die Inszenierung der Schwarzen Schafe allemal.

Wie gerecht kann Töten und Sterben um der Idee willen sein? Das ist die Frage, um die sich alles in Camus Stück dreht. Schon bei der Uraufführung 1949 ein Stoff von Brisanz und Tiefe. Blicken wir diese Tage nach Norwegen, nach Israel und Palästina und in die arabische Welt, so hat die Thematik um Liebe und Gerechtigkeit nichts an Aktualität und Dramatik eingebüßt. Mit den Kategorien „gut und böse“, „weiß und schwarz“ sollte man sich dem jedoch nicht annähern wollen, wie „die Gerechten“ auf der Bühne beweisen.

Der kleine Saal in der Stadthalle ist fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Zuschauer erwartet ein kahler Holztisch, auf dem Gläser und eine Flasche Wodka stehen – inmitten eines kühlen Raums, mitten in der Stadt und doch weitab der Welt, eine Mischung aus Kontrollturm und Bunker. „„Revolutionär ist nur die Bombe““ weiterlesen

Keine Gnade

Alejandro González Iñárritus Film „Biutiful“ erzählt die Geschichte des Kleinkriminellen Uxbal, der vor seinem Tod seine Kinder und seine Seele retten will. Doch die Welt in Barcelonas Viertel El Raval ist nicht gnädig.

Wer erst einmal ganz unten in der Gesellschaft angekommen ist, hat oft nicht mehr viel Hoffnung auf ein besseres Leben. Und manchmal wird jeder Hoffnungsschimmer im Keim erstickt. Aussicht auf Rettung ist nicht mehr. Wer erfährt, dass einem medizinisch nicht mehr geholfen werden kann, dass einem nur wenige Wochen bleiben, um sein Leben in Ordnung zu bringen, steht unter Zeitdruck.

Dieses Schicksal widerfährt Uxbal, der Hauptfigur in „Biutiful.“ Diagnose: Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium. Seine Tage auf Erden sind gezählt. Wo also anfangen? Wie die verbleibende Zeit füllen? Innehalten, Verzweifeln, Davonlaufen?

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Schrottengel

Oder „Ich scheiß drauf, was normale Menschen tun.“

Wie sich Leute abmühen miteinander auszukommen, Beziehungen einzugehen und wie eigenartig diese Versuche sein können, zeigen die vielen Sonderlinge in Petr Zelenkas schwarzer Komödie.

Lakonischer Humor, absurde Dialoge und ein schnelles Tempo machen die Intensität und den Charme des Stückes aus. Das Abschlussprojekt von Benno Scheler und Cindy Mikosch ist schon bei Betreten des Theatersaals nicht ganz normal: Tische mit Stühlen stehen dort, wo normalerweise die Stuhlreihen für das Publikum aufgereiht sind. Gehören die nun zum Metier der Schauspieler oder zu dem der Zuschauer? Die vielen Erdnussschälchen bringen Gewissheit. Nicht weniger sonderbar erscheint die Wohnung des Protagonisten Petr: Ein Bett aus unzähligen Zeitungsartikeln, daneben ein Kasten Bier und ein Telefon. Dementsprechend skurril ist seine Welt: „Schrottengel“ weiterlesen